Zehn Dutzend Heuballen

Spendenaktion für Ponymobil: Rund 6.000 Euro retten vorerst den Fortbestand

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Heu in Hülle und Fülle: Für die kommenden zwei Monate haben die Ponys, Pferde, Alpakas und Ziegen erst einmal ausreichend getrocknetes Gras. Wie es danach weitergehen soll, weiß Sabrina Ripellino aber nicht.

Penzberg – Es dauerte zwei ganze Tage, bis Sabrina Ripellino die passenden Dankesworte fand. Ein Blick auf ihren Computerbildschirm hatte der Leiterin von Ponymobil auf dem Zisthof 2 die Sprache verschlagen. Auf einer Spendenseite wurden fast 6.000 Euro für sie und ihre Tiere gesammelt.

Die Spendenseite ins Leben rief nicht Ripellino, sondern eine Freundin. 2.500 Euro, und damit Heu für rund einen Monat, waren das Ziel. „Ein Heuballen kostet rund 50 Euro“, so Ripellino, die rund zwei Dutzend Pferde, Ponys, Ziegen und Alpakas hat. Und die Tiere fressen neben Kraftfutter und Mineralien auch einen Heuballen am Tag. Und auch wenn der Betrieb auf dem Zisthof mit Reitunterricht, Therapiestunden, Ponyreiten und Alpakawanderungen wegen der Corona-Pandemie vor ein paar Wochen eingestellt werden musste, so stellen die Tiere eines sicher nicht ein: ihren Hunger. 

Ein paar Tage und Heuballen nachdem die Spendenseite online gestellt worden war, konnte es Ripellino nicht fassen, als sie auf den Bildschirm blickte. In Rot leuchtete ihr ein „100 Prozent“ entgegen. Das Ziel, 2.500 Euro, waren also erreicht. Doch nicht nur das: Mehr als das Doppelte, knapp 6.000 Euro, kam zusammen. Das sind umgerechnet 120 Heuballen. „Eine wahnsinnig tolle Sache“, sagt Ripellino. Danken wollte sie da allen Spendern, am liebsten sofort, doch „ich habe zwei Tage gebraucht, was zu schreiben“, sagt die Reittherapeutin, denn die Welle an Solidarität habe sie emotional mitgenommen. „Das war sehr, sehr rührend“, lächelt Ripellino, denn die Spender haben sich nicht nur mit einer Geldsumme, sondern oft auch mit ein paar Zeilen verewigt. Darunter „Leute, die mich in meinem vergangenen Leben begleitet haben“, freut sich die Reittherapeutin. 

Dennoch blickt Ripellino sorgenvoll auf das Kommende, wenn die 120 Heuballen verfuttert sind, der Pächter seine Pacht verlangt und die Tierarztrechnungen ins Haus flattern. „Wir überleben von unseren Programmen“, sagt die Pferdefreundin. Und diese Programme können nicht stattfinden, solange die Ausgangs- und Versammlungsbeschränkungen gelten. Eine mögliche Lösung, nämlich ein paar Tiere zu verkaufen, um Kosten zu minimieren, kommt für Ripellino nicht in Frage, denn „wer nimmt jetzt ein Pony oder Pferd auf?“. Und ganz abgesehen davon möchte sie Ponymobil nicht so einfach aufgeben, schließlich sei der Hof etwas Außergewöhnliches mit einer „besonderen Atmosphäre“. Aber damit diese weiterhin besonders sein kann, braucht es viele Heuballen. ra

Wer Ponymobil helfen möchte, der kann dies mit einer Spende auf das Konto IBAN: DE02700202700010114198 unter Angabe des Verwendungszwecks „Ponyhilfe“ tun.

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