Regen, Rock und eine Hymne

Nass, aber geil: Open-air-Festival auf der Berghalde begeistert

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Auch wenn am es Freitag beim Auftritt der AC/DC-Coverband „We salute you“ wie aus Kübeln goss, ließen sich die Penzberger die gute Laune nicht verderben.

Penzberg – Regen, Regen und noch mehr Regen prasselte am vergangenen Freitag vom Himmel, doch zahlreiche Menschen scheuten das Nass nicht, sie sprangen in die riesigen Pfützen, die sich auf der Berghalde in Penzberg gebildet hatten – zur Musik von ACDC braucht es schließlich keinen Sonnenschein. 

Premiere geglückt, und das bei wahrlich fordernden Rahmenbedingungen, mit denen die Veranstalter, die Besucher, aber auch die Künstler beim dreitägigen Open-air-Festival auf der Berghalde zurechtkommen mussten. Während die AC/DC-Coverband „We salute you“, die Mundartformation „Dicht & Ergreifend“ sowie Popgröße Max Giesinger zumindest das Bühnendach über dem Kopf hatten, musste sich das Publikum am Freitag und Samstag schon in einen Ostfriesennerz hüllen, um einigermaßen trocken zu bleiben. Doch trotz der teilweisen Wasserschlacht war die Stimmung bestens.

Echte Open-air-Besucher schreckt Regen wahrlich nicht. Und so erschienen rund 500 Rockfans am Freitag gut ausgerüstet mit Regencapes auf der Berghalde. Dass sie es sich nicht zu Hause auf der Couch gemütlich gemacht hatten, sollten sie nicht bereuen, denn „We salute you“ gilt als die authentischste Coverband der legendären australischen Rocker von AC/DC. Leadsänger Grant Foster mimte orginalgetreu die Stimme von Brian Johnson, dass die „Hells Bells“ nur so klingelten. Und das Publikum? Das genoss es immer mehr, in den Pfützen zu toben. Entsprechend fiel das Fazit der Band aus: „Das war eine sehr nasse, aber auch wahnsinnig geile Premiere in Penzberg.“ 

Beste Stimmung dann auch am Samstag bei „Dicht & ergreifend“. Just als die Formation loslegte, riss die Wolkendecke auf. Wettertechnisch der Wendepunkt des Festivals, stimmungsmäßig lief es ohnehin blendend. 

Das zeigte sich auch beim Höhepunkt am Sonntag mit Max Giesinger. Dessen Songs sollten an diesem herrlichen Sommerabend so ganz besonders wirken. Giesinger zeigte sich völlig nahbar, nach wenigen Nummern kletterte er über die Absperrung, lief durch die Menge, schüttelte Hände und schuf so fast eine intime Atmosphäre, eine Art Wohnzimmerkonzert auf der Berghalde mit 2.000 Besuchern. Hits wie „Legenden“, „Ultraviolett“ und „Herz auf Eis“ werden vom Publikum ebenso textsicher wie frenetisch begleitet. Und aus „Kalifornien“ vom Album „Laufen lernen“ macht Giesinger kurzerhand „Penzberg City“. Das hat viel Charme. Klar, Giesingers Hit „80 Millionen“ durfte als Zugabe nicht fehlen. Seine Hymne zur Fußball-EM 2016, nun eine Hymne für Penzberg. Die Berghalde kochte vor Emotion. Und als Giesinger am Ende des Abends feststellte, dass Penzberg eines seiner Lieblingsfestivals geworden sei, wirkte das auch ohne sein Versprechen „Das sag ich jetzt ohne zu schleimen“ so wie der Sänger aus Karlsruhe den ganzen Abend auftrat: glaubhaft und authentisch. arr

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