Umbau der Musikschule verzögert sich

Kritik am Architekten: Stephan Jocher fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt

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Von außen sieht man noch nicht viel vom Metropol-Umbau: Architekt Stephan Jocher will jetzt die Ausführungsplanung für den Rohbau vorlegen. Dem Bauausschuss ist das aber zu wenig, weshalb es nun einen Projektsteuerer gibt.

Penzberg – Der neu zusammengesetzte Bauausschuss und der neue Bürgermeister Stefan Korpan wurden gleich bei ihrer ersten Sitzung mit einer unerfreulichen Überraschung konfrontiert. Wie beim Bau des neuen Schwimmbads kommt es nun auch beim Umbau des ehemaligen Metropol-Kinos in die neue Musikschule zu erheblichen Problemen und zeitlichen Verzögerungen. Dafür verantwortlich soll Architekt Stephan Jocher sein, der mit der sogenannten Ausführungsplanung in Verzug sei. Jocher weist die Vorwürfe zwar zurück, doch die Stadt hat bereits einen Projektsteuerer engagiert, der weitere zeitliche Verzögerungen verhindern soll.

Ein Aufzug, der irgendwo unter freiem Himmel endet, eine Treppe, die keiner benutzen kann: Das sind nur die beiden gravierendsten Vorwürfe, die aus den Reihen des Bauausschusses gegen Stephan Jocher erhoben werden. Dabei geht es nicht um die grundsätzliche Planung des Umbaus, sondern die sogenannte detaillierte Ausführungsplanung, die als Grundlage für die eigentlichen Arbeiten dient. „Im Augenblick kann kein Handwerker arbeiten, weil er nicht weiß, was er zu tun hat“, sagt einer, der dicht an dem Projekt dran ist. Dass die geplante Fertigstellung der neuen Musikschule im Herbst 2021 kaum mehr zu halten sein wird, räumt auch Bürgermeister Stefan Korpan an. Dass es zu einer Verzögerung von bis zu einem halben Jahr kommen wird, mag Korpan aber noch nicht bestätigen. Er verweist auf den Projektsteuerer, „eine Firma aus München“, der eiligst von der Stadt beauftragt wurde, um dafür zu sorgen, „dass wir nicht noch weiter in Verzug geraten“, wie der Rathauschef betont. 

Architekt Stephan Jocher ist all das nur zu bekannt. „Wir werden im Augenblick an den Pranger gestellt, das aber völlig zu Unrecht.“ Er will gar nicht verschweigen, dass er mit seiner Planung etwas in Verzug ist. „Aber nicht mehr als zwei Wochen, und das auch nur wegen Corona“, sagt er. Dass seine Ausführungsplanung noch nicht komplett fertig sei, liegt seiner Ansicht nach an einem vom Stadtrat kurzfristig geänderten Terminplan. Als er im Januar seine Planung vorgestellt hatte, so Jocher, sei der 15. April 2022 als Fertigstellungstermin „abgesegnet worden“. Kurz darauf habe es dann aber geheißen, die Musikschule müsse bereits im Herbst 2021 bezugsfertig sein. „Dieses halbe Jahr müssen wir jetzt hereinholen“, so Jocher. Und deshalb könne die komplette Ausführungsplanung für alle Handwerker noch gar nicht vorliegen, statt dessen habe man diese „aufgedröselt“. Und deshalb sagt Jocher: „Wir konzen­trieren uns jetzt auf den Rohbau und machen dann sukzessive weiter.“ Um die zeitlichen Vorgaben des Stadtrates einhalten zu können, habe er sogar eine zusätzliche Architektin eingestellt. „In unserem Büro arbeiten jetzt vier Leute an der Musikschule, und das mit Hochdruck“, betont Jocher. Nicht zuletzt deshalb empfindet er es als „ungerecht“, wenn ihm nun der Schwarze Peter für mögliche Verzögerungen zugeschoben wird: „Es ist schade, dass das Klima mittlerweile vergiftet ist, weil dieses Projekt eigentlich viel Spaß macht.“ la

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