Raum für Optimismus nach der Durststrecke

Alle Hände voll zu tun: Nach zwei wirtschaftlich harten Jahren sind bei ACP die Auftragsbücher derzeit wieder voll.

Die Krisenjahre sind vorüber, es wird wieder investiert, Optimismus herrscht jetzt bei Automotive Components Penzberg (ACP). Bürgermeister Hans Mummert und Wirtschaftsförderer Rolf Beuting überzeugten sich am vergangenen Dienstag bei einem persönlichen Besuch vom Leistungsstand des Bauteilezulieferers.

Passend zum Aufschwung hat ACP gleich zum 1. Januar einen neuen Geschäftsführer präsentiert. Thomas Neureither heißt der dritte Chef neben Patrick Müller und Wolfgang Kirscheneder. „Wir haben den Verantwortungsbereich neu aufgegliedert“, berichtet Neureither. Er selbst kümmert sich unter anderem um die Fahrzeug- und Komponentenfertigung. Müller ist für Per- sonalwesen und Controlling zuständig, während Kirscheneder den Vertrieb und die Instandsetzung sowie den Fertigungsbereich Rohre betreut. Der 49-jährige Neureither ist Vater zweier Kinder (acht und zehn Jahre alt) und war vorher 21 Jahre für MAN tätig, dem wichtigsten Auftraggeber für ACP. Seit Kurzem blicken die ACP-Verantwortlichen und mit ihnen die Belegschaft aber wieder positiv in die Zukunft. Kurzarbeit und eine stark verringerte Auftragslage hatten in den Krisenjahren 2009 und 2010 die Stimmung unter den Mitarbeitern gedrückt. „Viel länger hätte die Durststrecke aber auch nicht dauern dürfen“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Georg Rottach, „die letzten zwei Jahre waren eine ganz harte Zeit“. Aber: Das Unternehmen mit den rund 750 Mitarbeitern habe die Krise trotz aller Probleme ohne betriebsbedingte Kündigungen überstanden. Die verbesserte Auftragslage lasse jetzt wieder „Raum für Optimismus“, betonte Georg Rottach. Viele ACP-Beschäftigte nutzten die Kurzarbeit zu Fortbildungsmaßnahmen. „Insgesamt 91 Mitarbeiter, die keine Ausbildung hatten, haben den qualifizierten Facharbeiterabschluss gemacht“, berichtet Kirscheneder. Das stärke das Unternehmen für kommende Aufgaben, ist sich der Geschäftsführer sicher. Denn die Belegschaft verfüge über eine höhere Ausbildung. Dazu kommt die höhere Produktauslastung. In jüngster Zeit wurden 13 neue Beschäftigte in der Metallfertigung mit befristeteten Verträgen eingestellt. Der Grund: Hauptauftraggeber MAN korrigiere sein Programm derzeit ständig nach oben und schaffe neue Arbeit für ACP. Eventuell werden sogar noch weitere Mitarbeiter eingestellt: Wenn sich die hohe Produktauslastung fortsetzt, „könnten 20 bis 25 neue Beschäftigte bei uns Arbeit finden“, schätzt Kirscheneder. Darüber hinaus bleibt auch Spielraum für neue Investitionen. „In der Krise wurde fast gar nicht investiert“, berichtet Wolfgang Kirschen­eder. Es gebe Nachholbedarf in zahlreichen Bereichen wie den Technologien oder den Maschinen, erklärte der Geschäftsführer, ohne konkret zu werden. Rund 2 Millionen Euro stünden für diesen Bereich bereit. Die Krisenjahre hätten ACP „wahnsinning viel Geld gekostet“, berichtet Kirscheneder weiter. Ein drittes Jahr mit derartigen Verlusten könne sich das Unternehmen nicht erlauben. Nach den guten Umsätzen in den Vorjahren brach der Umsatz 2009 auf 76 Millionen Euro ein. Das entsprach nur 57 Prozent des Rekordjahres 2008. „2011 muss es ein positives Ergebnis werden, wir erwarten einen Umsatz von über 100 Millionen Euro“, sagt Kirscheneder. Hans Mummert, der sich zuvor bei einem Rundgang einen Überblick über seine ehemalige Arbeitsstätte verschafft hatte, war froh, „dass jetzt das Tal durchschritten ist“. Für ihn als Bürgermeister sei es das Wichtigste, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Gewerbesteuereinnahmen aus dem „wichtigsten Betriebszweig für unsere Stadt“ seien da nur Nebenprodukt.

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