Recht günstig oder recht happig?

Noch ist der neue Heilbrunner Kindergarten eine Baustelle. Die Eröffnung erfolgt am 1. April, allerdings steigen dann die Gebühren um rund 20 Prozent.

Der Eröffnungstermin für den neuen Bad Heilbrunner Kindergarten steht mit dem 1. April bereits fest. Allerdings wird das von den Eltern nicht nur mit Freude gesehen. Denn die Kindergartengebühren werden um rund 20 Prozent angehoben. Das allerdings soll nicht mit den Neubaukosten in Verbindung gebracht werden.

Wie Bürgermeister Thomas Gründl, Kindergartenleiterin Elke Wegscheider und Kassenverwalter Armin Wahner im Gemeinderat erklärten, sei die Abschreibung des 2,3 Millionen Euro teuren Gebäudes in der Kalkulation gar nicht verankert. Vielmehr würden die gestiegenen Personalkosten diesen Schritt nötig machen. Im Haushalt 2011 war nämlich schon aus je-nem Grund ein Defizit von 44.000 Euro entstanden. Kalkuliert hatte man lediglich mit einem Defizit von 37.000 Euro. Die Steigerung war entstanden, weil eine Betreuerin acht Wochen krank war und deshalb zusätzliches Personal eingestellt werden musste. „Das konnte nicht aufgefangen werden, weil der Staat mit seinen Zuschüssen die Personalförderung gestrichen hat und stattdessen nur noch nach der Zahl der Kinder fördert“, sagte Wahner. Diese höhere Defizit bringt Gemeinde und Kirchenstiftung allerdings nicht in Schwierigkeiten, da der Kindergarten noch über 60.000 Euro an Rücklagen verfügt. Davon sollen zum Ausgleich des Defizits nun 20.000 Euro entnommen werden. Das restliche Minus in Höhe von 24.000 Euro teilen sich einer alten Abmachung entsprechend Gemeinde (80 Prozent) und Kirchenstiftung (20 Prozent). Die neuen Gebühren sollen dafür sorgen, dass künftig kein Defizit mehr entsteht. Im Haushalt 2012 rechnet Wahner deshalb mit Einnahmen von 604.500 Euro und mit Ausgaben von 571.500 Euro, womit ein Plus von 33.000 Euro entstehen würde. Auch die Gebühren für die neue Kinderkrippe stehen bereits fest. So kostet die Betreuung für zwei bis drei Stunden zwischen 140 und 180 Euro (egal, ob der Besuch an drei oder fünf Tagen erfolgt), für drei bis vier Stunden zwischen 160 und 200 Euro und für acht bis neun Stunden zwischen 260 und 300 Euro. Wahner hält diese Gebühren, umgerechnet auf die Stunde und im Vergleich zu anderen Krippen für „recht günstig“ und die Steigungen beim Kindergarten für „recht moderat“. Gemeinderat Horst Kürzeder mochte diese Sichtweise aber nicht teilen und bezeichnete die Betreuungstarife als „recht happig“. Nachdem das Finanzielle geregelt war und der Gemeinderat die neuen Tarife einstimmig abgesegnet hatte, sprach Elke Wegscheider mit dem baldigen Weggang von Pfarrer Christian Hartl (die Kirche ist Träger des Kindergartens) ein weiteres Problem an. Da künftig die Salesianer Don Boscos aus Benediktbeuern für Bad Heilbrunn zuständig sein sollen, wisse das Personal nicht, wie es weitergeht, sagte sie: „Wir haben überhaupt keine Ahnung, wer dann für uns zuständig sein wird“, klagte Wegscheider.

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