Fataler Abfall

Fuchswelpe droht im Plastikbecher zu ersticken

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Wenn Müll nicht ordnungsmäßig entsorgt wird, kann das Tiere auf Nahrungssuche in Gefahr bringen.
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„Man sollte Abstand halten, man weiß ja nicht, ob der Fuchs krank ist“: Jäger Walter Heußler.

Penzberg – Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechten, als sie sich auf ihr Fahrrad geschwungen hatte. Die Penzbergerin Else Schmid fuhr gerade auf der Berghalde spazieren, als ihr ein Mann mit einem Fuchswelpen auf dem Arm entgegenkam. Das Tier drohte zu ersticken.

Auf der Höhe der Barbarakapelle traf Else Schmid auf den Mann: „Im ersten Augenblick dachte ich, dass er einen komischen Gegenstand auf dem Arm hat“, erinnert sie sich. Als der Mann näher kam, erkannte sie aber, dass der vermeintliche Gegenstand atmete, schwer und vielleicht nicht mehr lange: ein Fuchswelpe, dessen Kopf in einem Becher aus Hartplastik feststeckte. Der Mann berichtete ihr, dass es ihm nicht gelungen sei, den Fuchs aus dem Becher zu befreien, und dass er nun auf dem Weg zum Tierarzt sei. Else Schmid bot ihre Hilfe an. Beim Tierarzt „konnte man den Welpen dann befreien“, so die Penzbergerin. Später sei das Tier in einem Käfig auf die Berghalde gebracht worden. „Wir hoffen, dass die Füchsin ihr Junges wieder gefunden hat“, sagt Schmid. 

Im Gegensatz zu Rehkitzen, die keinesfalls den menschlichen Geruch annehmen dürfen, da sie sonst von der Geiß verstoßen werden, ist der menschliche Kontakt bei Füchsen kein Problem. „Der Welpe kann von der Mutter wieder aufgenommen werden“, weiß Walter Heußler. Dem Penzberger Naturschutzwächter und Jäger stört aber etwas anderes. Er sei zwar unheimlich dankbar, dass sich Menschen um Tiere kümmern, doch „es ist idiotisch, zum Tierarzt zu gehen“, sagt er in deutlichen Worten. Auch sollte ein Tier, dass in einem Plastikbecher feststeckt, nicht angefasst werden. Vielmehr sollte man versuchen, mit einem Stab oder Ähnlichem den Kunststoff zu entfernen, „wobei dem Tier nichts geschehen kann“. Und wobei auch dem Menschen nichts passieren kann. „Man sollte Abstand halten, man weiß ja nicht, ob der Fuchs krank ist“, so Heußler. Und da momentan ohnehin fast jeder eine Maske bei sich trägt, sollte man diese dann sicherheitshalber auch aufsetzen. 

Lässt sich das Tier nicht retten, so sollte der Finder „Kontakt mit der Polizei oder dem Revierpächter aufnehmen“, sagt Heußler, der selbst noch kein Tier aus einem Plastikgefängnis befreien musste. Dass sich ein Fuchs in einem Drahtgeflecht verheddert, sei aber schon vorgekommen. Schließlich streifen Füchse gerne durch Gärten und machen es sich schon mal auf und im Gartenmobilar bequem. Wenn Heußler zu Fällen dieser Art gerufen wird, muss der Jäger vor Ort abwägen, wie schwer das Tier verletzt ist und ob es, wie im Tierschutzgesetz vorgesehen, erlöst werden muss. 

Else Schmid macht sich nach diesem Ereignis nun Gedanken darüber, wie „qualvoll ein Tier verendet, wenn man achtlos seinen Müll wegwirft, anstatt ihn mitzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen“. Oft muss der Müll auch nur wenige Meter weit getragen werden, zum nächsten Abfalleimer, doch der Weg dorthin scheint manch Unbedachten dann zu lang und zu beschwerlich zu sein. ra

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