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Roche in Penzberg: Grundsteinlegung für Neubau mit mahnenden Worten

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Von: Andreas Baar

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Die blaue „Zeitkapsel“ wird später im neuen Roche-Gebäude gut sichtbar ausgestellt. © Andreas Baar

Penzberg – Großbaustelle im Penzberger Nonnenwald: Am Mittwoch (28. September) feierte der Roche-Konzern die Grundsteinlegung für das Forschungsgebäude „LEAP“.

Hinter dem sperrigen Namen Laboratory Excellence Accelerator Penzberg (LEAP) verbirgt sich das neueste Großprojekt des Schweizer Konzerns Roche in seinem Penzberger Werk. Wie berichtet, zieht das Unternehmen in seinem südlichen Werkgelände ein Gebäude mit circa 33 Metern Höhe und sieben Vollgeschossen hoch – bestehend aus einem Labor- und einem Büroteil, verbunden durch ein Atrium und besonders intelligent und nachhaltig konzipiert, wie der Konzern immer wieder betonte. LEAP soll Heimat für mehr als 800 Mitarbeiter werden, die mit der Entwicklung neuer diagnostischer Tests für die Indikationen Kardiologie, Infektionskrankheiten, Neurologie, Onkologie und Frauengesundheit beschäftigt sind. Forscher aus 28 Gebäuden auf dem Werkgelände und aus München werden auf rund 23.500 Quadratmetern gewerblicher Nutzfläche zentral zusammengezogen. Bis zu 250 Millionen Euro werden nach Firmenangaben investiert. Die Fertigstellung ist für Ende 2024 geplant, Einzug soll 2025 sein.

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Roche-Verwaltungsratschef Christoph Franz platziert ein Modell der Penzberger Kreisel-Helix in der „Zeitkapsel“. © Andreas Baar

Helix und Kohle in der „Zeitkapsel“

Kein Wunder, dass es angesichts dieser Dimensionen bei der Grundsteinlegung Lob und Anerkennung hagelte. Wobei: Grundstein ist nicht, es gibt vielmehr eine „Zeitkapsel“ – bestückt mit der üblichen Tageszeitung sowie einem Helix-Modell samt in der Baugrube gefundenem Kohlestück (Erinnerung an den einstigen Bergbau), einem Holzmodell des Gebäudes, einem kleinen weißen Bayrischen Löwen und einer Packung hauseigenem Corona-Antikörpertest.

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Berlin statt Penzberg: Ministerpräsident Markus Söder war per Videobotschaft im eigens aufgebauten Festzelt zugeschaltet. © Max Müller

Söder musste nach Berlin

Auf einem Ehrengast mussten die Verantwortlichen allerdings verzichten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weilte kurzfristig bei der Bund-Länderkonferenz in Berlin. Doch der Landesvater ließ sich per Videobotschaft zuschalten. Söder lobte die „große Leistung“ von Roche mit der erneuten millionenschweren Investition. Bayern und die Region „wird damit ganz massiv gestärkt“. Überhaupt gelte es, die Pharmabranche weiter zu stärken, damit man in Deutschland „wieder die Apotheke der Welt“ werden könne.

Politik soll mehr helfen

Doch dafür braucht es politische Unterstützung. Die mancher im eigens aufgebauten Festzelt vermisste. Prof. Christoph Franz, Präsident des Verwaltungsrats der Roche Holding, freute sich zwar über ein „Ökosystem der Innovation“, dass am Penzberger Standort entstehe – auch dank der Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut. Aber der Topmanager forderte mehr Unterstützung von der großen Politik in Berlin. Politische Entscheidungen dürften angesichts der aktuellen Krisen „nicht kurzfristig, nicht kurzsichtig“ gefällt werden. Gerade in den Gesundheitsbereich gelte es zu investieren. Man benötige eine „Kultur des Dialogs“ und Mut zur Innovation – und nicht einfach nur Gesetzesentwürfe.

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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek fordert „Rückenwind“ von der Bundespolitik. © Andreas Baar

„Rückenwind“ gewünscht

Kritik an der Berliner Ampel-Koalition kam vom bayrischen CSU-Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Die Wirtschaft brauche „Verlässlichkeit“ und „Vertrauen“, mahnte der Minister. „Wir brauchen aus Berlin Rückenwind“, forderte er bundespolitische Unterstützung – immerhin sei die Gesundheits-Wirtschaft eine wichtige Säule im gesamten wirtschaftlichen Gefüge.

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Roche Deutschland-Geschäftsführer Claus Haberda nennt das Penzberger Werk eine „wichtige Stütze“ im Konzern. © Andreas Baar

„Starkes Zeichen“ für Innovation

Entsprechend würdigte Staatskanzleileiter Florian Herrmann, in München zudem Staatsminister für Europaangelegenheiten, das „Bekenntnis zur Innovation“, das Roche mit dem Neubau demonstriere. Eine Innovation, die auch Roche-Manager Franz explizit für das hiesige Werk im Konzerngefüge hoch hielt: „Penzberg ist schon bisher einer der wichtigsten Forschungsstandorte gewesen.“ Und die Bereitstellung der Mittel für den Bau sowie die Milliardensummen der vergangenen Jahre, die in die Standorte Penzberg und Mannheim flossen, sei ein „starkes Zeichen“ für den Innovationsstandort Deutschland.
Der oberbayerische Standort ist eine „wichtige Stütze im Konzern“, bekräftigte Claus Haberda, Geschäftsführer von Roche Deutschland – Haberda war mal Werkleiter im Nonnenwald gewesen. Das neue LEAP sei „nicht nur ein Gebäude“, schwärmte er über die Millionen-Investition, sondern soll zum Sprung in die Zukunft beitragen.

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