Das Rote Kreuz darf bauen

Umwandlung der Layritzhalle in ein Blaulichtzentrum nimmt langsam Gestalt an

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Ob die Feuerwehr in der Layritzhalle nicht nur üben darf, sondern auch ihre neue Wache bezieht, soll eine Vorplanung nebst Kostenberechnung aufzeigen, die der Stadtrat nun beauftragt hat.

Penzberg – Wie viel wird der Umbau der Layritzhalle zu einem Blaulichtzentrum kosten? Diese Frage kann eine Grundlagenermittlung und eine Vorplanung mit Kostenschätzung beantworten. Der Stadtrat hat die Leistungsphasen nun in Auftrag gegeben, gegen die Stimmen von BfP und Kerstin Engel (Grüne). 

Bis auf die Idee liegt für das Blaulichtzentrum bislang nur eine Machbarkeitsstudie vor, die aufzeigt, dass die Flächen groß genug sind, um die Feuerwehr einerseits, aber auch Wohnungen oder Büros in jeweils zwei Etagen in der Layritzhalle unterzubringen. Und auch ein Parkdeck wäre noch möglich. Seither ist nicht viel passiert, was sich nun aber ändern soll, was vor allem am Roten Kreuz liegt. Die Rettungsorganisation leidet nämlich unter extremer Raumnot und würde gerne mit einem Neubau starten. 

Bürgermeisterin Elke Zehetner wies auf einen Brandbrief des BRK-Kreisvorsitzenden Markus Loth hin, der den Neubau einer Rettungswache als dringend erforderlich anmahnt. Im Stadtrat zeichnete sich rasch Einverständnis ab, dem Roten Kreuz dafür eine Teilfläche auf Erbbaurecht zu überlassen. „Die Rettungswache wäre schnell realisierbar“, kommentierte Wolfgang Sacher (BfP). Auch Kerstin Engel (Grüne) sagte: „Das ist unproblematisch.“ Das galt dann auch für den Schritt, mit dem die Stadt als vorbereitende Maßnahme beginnen würde: die Erstellung einer Verbindungsstraße zwischen Bauhof und dem Gewerbegebiet Grube. Denn diese zweite Zufahrt wird benötigt, um einen reibungslosen Ablauf bei Einsätzen zu garantieren. Grob geschätzt müssen hierfür laut Stadtbaumeister Justus Klement 400.000 Euro investiert werden. Der Stadtrat stimmte ohne weitere Diskussion zu, hierfür ein Planungsbüro zu beauftragen. Einen identischen Beschluss fasst das Gremium für das neue Polizeigebäude, das die Stadt baut, die Polizei aber mieten wird. 

Weitaus strittiger gestaltete sich aber die Diskussion über die Unterbringung der Feuerwehr in der Layritzhalle, was angesichts von fast einer Million Euro für Grundlagenermittlung und Vorplanung kaum verwundert. Denn es ist gut möglich, dass dabei am Ende Gesamtkosten anfallen, die der Stadtrat nicht mittragen will, wie etwa Kerstin Engel befürchtet. Eine erste Einschätzung von Stadtbaumeister Justus Klement, wonach das Feuerwehrprojekt rund 25 Millionen Euro kosten könnte, befand sie jedenfalls als zu hoch. „Da habe ich Bauchschmerzen“, so Engel, die darauf hinwies, dass in den nächsten drei Jahren im Haushalt alle Reserven benötigt würden. „Da haben wir einfach keinen Puffer für solche Großprojekte.“ Vielmehr sollte man sich weiter für die Steuerrückzahlung an Roche wappnen. Engel meinte ferner, dass die Feuerwehr ja auch die frei werdenden Räumlichkeiten des Roten Kreuzes nutzen könne, was Feuerwehrreferent Jack Eberl (FLP) allerdings nicht für praktikabel hält. „Zwei Gebäude für eine Feuerwehr, das funktioniert nicht“, betonte er und sprach sich dafür aus, mit den Planung zu beginnen. „Sonst kommen wir nie voran. Irgendeinen Tod müssen wir sterben“, sagt er mit Blick auf die nun zu investierenden Planungskosten. 

Auch Markus Kleinen (SPD) sprach sich für die Verlagerung der Feuerwehr in die Layritzhalle aus: „Damit werden die Probleme am jetzigen Standort gelöst.“ Allerdings brauche man dafür einen Finanzierungsvorschlag und Aussagen zu den Kosten, weshalb die Planung in den Haushalt eingestellt werden müsse. Möglich wäre dies, so Kleinen, über einen Nachtragshaushalt sogar noch in diesem Jahr. Die Grundlagenermittlung mitsamt Vorplanung sei jedenfalls sehr sinnvoll, „um eine sichere Entscheidungshilfe zu schaffen“. Und: „Wir sollten den Mut haben, das Projekt auf den Weg zu bringen“, forderte Kleinen. 

Johannes Bauer (Grüne) sieht das ähnlich: „Zumindest die Planung sollten wir auf den Weg bringen, schon alleine weil es Synergien unter den Gebäuden der Rettungsorganisationen geben wird.“ Auch Adrian Leinweber (SPD) plädierte für dieses Vorgehen, „um nicht wieder so viel Zeit zu verlieren“. An Engel gewandt sagte er, dass er immer nur „grundsätzliche Zustimmung“ zu diesem Projekt höre, „was dann folgt, sind aber nur Lippenbekenntnisse“. Engel wies dies prompt zurück und riet Leinweber, das Projekt aus dem Wahlkampf heraus zu halten. Sie wolle nur ehrlich sein und sage deshalb: „Derzeit haben wir das Geld einfach nicht. Dann brauche ich auch jetzt keine Vorplanung beauftragen.“ 

Wolfgang Sacher hingegen unterstrich, dass die BfP weiterhin komplett hinter dem Projekt stünden. „Aber der Kämmerer muss erst sagen, wie wir das finanzieren“ – was Johann Blank in der Sitzung allerdings nicht tat. Bürgermeisterin Elke Zehetner wies lediglich darauf hin, dass das Feuerwehrgelände nach einem Umzug in die Layritzhalle verwertet werden könnte. Und: Würde man die alte Feuerwache sanieren, „würden wir sicher jwd landen“, so Zehetner. Irgendwann müsse man das Projekt halt einmal anfangen. 

Am Ende stimmte der Stadtrat einstimmig für den Bau der Rettungswache des Roten Kreuzes sowie für die Errichtung der dafür erforderlichen Verbindungsstraße. Gegen die Stimmen von Kerstin Engel und der BfP brachte das Gremium die Vorplanung für die Feuerwehr ebenso auf den Weg wie die Planung für die neue Polizeiwache, gegen die aber nur Engel votierte. arr

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