Routine ohne Regen

Für den Notfall gerüstet: Jährliche Hochwasserschutzübung am Schöpfwerk in Maxkron

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Im grellen Neon nicht zu übersehen: Während der Verkehr an ihnen vorbeirollt, bauen die Männer vom Bauhof und der Freiwilligen Feuerwehr den Dammbalkenverschluss in Maxkron probe- und teilweise auf.

Penzberg – Es regnete, nein es schüttete. Unentwegt, als ob es nie Sonnenschein gegeben hätte. Im vergangenen Jahr, als die Bauhof-Mitarbeiter routinemäßig die Hochwasserschutzübung am Schöpfwerk in Maxkron durchführten, waren die Pegel von Loisach, Säubach und Schwadergraben so stark angestiegen, dass die Übung eigentlich keine Übung mehr war. Nun, ein gutes Jahr später, standen die Bauhof-Männer wieder am Ortsausgang von Maxkron. Nass wurde dabei abermals die Kleidung, aber nicht wegen des Regens, sondern weil dampfiges Sommerwetter für Schweiß aus allen Poren sorgte.

Jack Eberl von den Penzberger Feuerwehrsenioren blickt gen Himmel. Kaum spürbare Tröpfchen fallen auf sein Gesicht, das zu Hälfte unter einer Mund-Nase-Bedeckung verschwindet. Doch seine Augen lassen ein Schmunzeln erahnen. Im vergangenen Jahr goss es bei der Übung noch in Strömen, als Mitarbeiter des Bauhofs in ihrer orangefarbenen Montur an das Schöpfwerk nach Maxkron kamen und Mitglieder der Feuerwehr den Verkehr regelten, damit der Dammbalkenverschluss gesetzt werden konnte. 

Heuer standen alle Beteiligten neben Vertretern des Wasserwirtschafts­amtes und der Stadtverwaltung im Trockenen und ließen sich reichlich Zeit, ehe sie die Alubalken auf die Straße trugen, welche das Wasser von den Häusern abhalten sollen. Der Wasserstand der Loisach bei Maxkron liegt am Tag der Übung bei unter 3,50 Meter, gegen Abend wird es regnen und der Stand nachts deutlich ansteigen. 

Der stellvertretende Rathauschef Markus Bocksberger ergreift das Wort, dankt allen Beteiligten und blickt kurz auf das letzte Hochwasser aus dem Jahr 2013, wobei er nicht unerwähnt lässt, dass man im vergangen Jahr kurz vor einem weiteren stand. Um Bocksberger herum stehen und leuchten die Männer des Bauhofs und der Feuerwehr in ihren Warnwesten. Sie erläutern nach dem Vizebürgermeister, was es mit der Übung eigentlich auf sich hat, und werden dabei, was den genauen zeitlichen Ablauf im Falle eines Hochwasseralarms betrifft, konkret. Lois­achpegel für Loisachpegel wird das Vorgehen beschrieben: Mit ansteigendem Pegel werden die Pumpen am Schöpfwerk auf Funktion überprüft, stündlich folgen Kontrollen am Schöpfwerk. Später wird der Dammbalkenverschluss gesetzt und die Rettungsleitstellen, die RVO und der Landkreis werden über die Umleitung informiert. Steigt der Pegel weiter an, dann wird der Zulauf gestoppt. Ab einem gewissen Wasserstand gehen die Pumpen automatisch und abwechselnd in Betrieb. Fallen die Pumpen aus, ist Handbetrieb angesagt, was aber scheinbar noch nie der Fall war. 

In aller Ausführlichkeit werden sämtliche Maßnahmen besprochen, ehe es an die Praxis geht: Die Männer in den Warnwesten beginnen damit, den Dammbalken zu errichten. Alubalken für Alubalken wird auf den Asphalt getragen und gestapelt. Eine Umleitung wird nicht eingerichtet, die Straße soll nur halbseitig blockiert werden. Im Falle eines Hochwassers sähe das natürlich anders aus, dann wäre die Straße komplett gesperrt, Autos, Motorräder, und Lkw würden über Beuerberg umgeleitet werden. Nun aber regelt die Feuerwehr lediglich den Verkehr. 

Eine Hälfte des Verschlusses steht bereits, bei der zweiten wird der erste von zehn Balken gesetzt. „Ois klar, hat sich erledigt“, ist aus der Menge der Männer zu hören, und die Alubalken werden wieder genauso schnell von der Straße geholt wie sie gesetzt worden waren. Routine eben. ra

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