Versteckte Tränen

Bürgermeister Hubert Kroiß und drei Gemeinderäte verlassen das Iffeldorfer Rathaus

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Vermummte Übergabe: Bürgermeister Hubert Kroiß (links) überreichte den Rathausschlüssel seinem Nachfolgers Hans Lang.
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Vor dem Osterseenpanorama und ohne Masken im Gesicht wurden Thomas Link, Michaela Liebhardt und Christian Gleixner (von links) als Gemeinderäte verabschiedet.

Iffeldorf – Ich habe es immer gehalten wie Franz Josef Strauß: „Ich blicke dankbar zurück, mutig vorwärts und gläubig aufwärts.“ Mit diesen Worten leitete der scheidende Iffeldorfer Bürgermeister Hubert Kroiß seine eigene Verabschiedung und die der Gemeinderäte Michaela Liebhardt, Thomas Link und Christian Gleixner in der Mehrzweckhalle des Gemeindezentrums ein. Coronabedingt auf Abstand saß man zum letzten Mal in gewohnter Konstellation beisammen. Hinter Masken versteckt vollzogen sodann Kroiß und sein Nachfolger Hans Lang die Übergabe der Amtsinsignien: Bürgermeisterkette und Rathausschlüssel.

„Nach insgesamt 30 Jahren Dienst in der Kommunalpolitik erlaube ich mir stolz und auch demütig auf diese ereignisreiche, anspruchsvolle, spannende und äußerst schöne Zeit zurückzublicken“, sagte Kroiß und erinnerte an die wichtigsten der oft millionenschweren Investitionen, welche während seiner zwölfjährigen Amtszeit als Bürgermeister getätigt wurden, darunter das neue Feuerwehrhaus, der Umbau des Deich­stetter-Hauses oder die Erweiterung des Kindergartens. „Wir haben die erfolgreiche Arbeit von Altbürgermeister Albert Strauß und seiner Gemeinderäte fortgeführt“, stellte Kroiß fest und zeigte sich überzeugt davon, dass sein Nachfolger, Hans Lang, dies mit den alten und neuen Gemeinderatsmitgliedern ebenso gut bewältigen wird. „Ich bin überzeugt, dass unsere Gemeinde mit diesem Team bestens für die Zukunft und die Herausforderungen, welche immer komplexer werden, gerüstet ist“, so Kroiß. 

Hans Lang führte im Anschluss etwas ausführlicher durch die vergangenen zwölf Jahre und gab, an Kroiß gewandt, zu: „Vor sechs Jahren war ich mir nicht so sicher, ob wir ein gutes Gespann werden würde. Aber mir wurde klar, dass du ein Überzeugungstäter bist und dass dir immer das Wohl des Dorfes und der Bürger am Herzen lag.“ Als „Vertrauensdurchbruch“ bezeichnete Lang das Erreichen des gemeinsamen Zieles, das Deich­stetter-Haus zum neuen Rathaus zu machen: „Wir beide haben mit einem geschlossen stehenden Gemeinderat das Bürgerbegehren ins Ziel gebracht.“ Neben zwei Kritikpunkten – „Wir haben es nie zu einer Klausurtagung geschafft“ und einer von Lang attestierten „leichten Dünnhäutigkeit“ bei Anträgen der SPD-Fraktion – fand der neue Bürgermeister über den alten nur positive Worte. So habe Kroiß eine große Diskussionsbereitschaft gezeigt, er sein kein nachtragender Mensch und habe sich nie in den Mittelpunkt gestellt. Als Überraschung ernannte Lang, bevor er selbst mit Amtskette und Rathausschlüssel ausgestattet wurde, seinen Vorgänger noch zum Altbürgermeister. „Das haben wir einstimmig entschieden, genauso wie du es liebst“, grinste Lang. Dafür gab es langen, stehenden Applaus für Hubert Kroiß, der sich dafür, verstohlen die Augen wischend, mit belegter Stimme bedankte. 

Im Anschluss wurden auch noch drei Gemeinderäte verabschiedet. Während Michaela Liebhardt (CSU) und Thomas Link (PWG) sich nicht mehr zur Wiederwahl stellten, schaffte Christian Gleixner (PWG) den Sprung in den Gemeinderat nicht mehr. Liebhardt gehörte dem Gremium 24 Jahre lang an und konnte auf eine ereignisreiche Zeit zurückblicken: „Wir haben so viele Sachen während meiner Amtszeit auf den Weg gebracht. Jetzt wünsche ich mir nur noch eine Überdachung der Sportanlagen.“ Thomas Link, der zwölf Jahre dem Gemeinderat angehörte und nun aus beruflichen Gründen ausschied, gab sich selbstkritisch. „Ich entschuldige mich dafür, dass ich oft zu viel geredet habe, aber so bin ich halt“, lachte er. Christian Gleixner sah man hingegen an, dass er gerne noch sechs weitere Jahre geblieben wäre, doch meinte er auch, dass er den neuen Gemeinderat um die Bewältigung der Folgen der Corona-Krise nicht beneide. Nach 35 Jahren Friedhofsreferent wurde an diesem Abend auch Siegfried Hirt, der 2008 aus dem Gemeinderat ausschied, den Posten aber beibehielt, verabschiedet. au

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