Täglich offene Türen

Novita gewährt Einblicke in das Seniorenzentrum an der Gartenstraße

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Im großen Speisesaal kamen Bewohner und Besucher bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch, während Kinderlachen durch die Gänge der Einrichtung schallte.

Penzberg – Blau, Gelb, Rosa und Grün schwebten da an der Decke und Geschenkpapierfäden hingen zum Boden herab. Und doch, eine Geburtstagsfeier wurde nicht im Seniorenzentrum an der Gartenstraße gefeiert. Die Luftballons wanderten aus einem anderen Grund durch das Gebäude.

Dass die Novita-Stiftung vor einigen Monaten in das Seniorenzentrum an der Gartenstraße eingezogen ist, dürfte kaum jemanden in Penzberg entgangen sein, immerhin dauert der Streit um die Trägerschaft in der Einrichtung nun schon lange an. Doch was sich währenddessen hinter den Kulissen abgespielt hat und abspielt, was sich mit der neuen Trägerin im Heim verändert hat und wie der Alltag der Senioren und Pflegekräfte aussieht, das blieb bislang hinter verschlossenen Türen – zumindest im übertragenen Sinne. Diese öffnete Novita nun und ließ Besucher durch das Haus flanieren. 

Bereits in der Eingangshalle markiert die neue Trägerin ihr Revier: Orange und Blau, die Farben der Novita, an den Wänden machen die neue Trägerin optisch allgegenwärtig. Und die Farben, sie scheinen eine freundliche Atmosphäre schaffen zu wollen. An den bunten Wänden vorbei ging es für die Bewohner, Angehörigen und Besucher wenige Schritte weiter in einen Saal, der zur Eröffnungsrede von Einrichtungsleiter Michael Zimmermann schnell gefüllt war. Zimmermann betrachtete einen Tag der offenen Tür eigentlich als redundant, wolle man in dem Haus doch an 365 Tagen im Jahr Offenheit leben, gegenüber Vereinen, Gruppen und anderen Besuchern. So können beispielsweise auch Senioren, denen in den eigenen vier Wänden die Decke auf den Kopf zu fallen und Einsamkeit zu erdrücken droht, zu den vier Mal in der Woche stattfindenden Kaffeenachmittagen vorbeischauen. „Wir wollen ein lebendiges Zentrum für die Penzberger Senioren sein,“ bekräftigte auch Novita-Geschäftsführer Christoph Hofmann. 

Danach warteten dann Kaffee und ein Kuchenbuffet auf die Besucher und Bewohner, Nachwuchsgruppen der Penzberger Trachtler traten auf, die Jugendlichen der Firmgruppe kamen mit den Senioren ins Plaudern und eine Bewohnerin trug ein selbstgeschriebenes Gedicht vor. Keine Plaudereien, sondern Gespräche mit fachlichem Tiefgang konnten Besucher und Bewohner am Stand der AOK finden, an dem sie sich in verschiedenen Belangen beraten lassen und sogar im Selbstversuch erproben konnten, was es bedeutet, mit Seheinschränkungen durchs Leben zu gehen beziehungsweise sich durchs Leben zu tasten. Doch nicht allein die AOK wollte an diesem Tag beraten, auch der Hospizverein Pfaffenwinkel informierte über seine Arbeit und seine Kooperation mit dem Seniorenzentrum. 

Und schließlich nahmen viele Besucher die Gelegenheit wahr, an einem Rundgang durch das Haus teilzunehmen. Beim Blick auf die verschiedenen Pflegebereiche, im Pfründnerheim und im nicht mehr ganz so neuen Neubau, ließ sich nicht nur der Zustand des Gebäudes begutachten, sondern es ließ sich auch der Alltag der Pflegekräfte erahnen, zumindest ein wenig. Wie viel Logistik hinter den alltäglichen Strukturen steckt, verriet im Anschluss ein Besuch in der großen Küche des Hauses. Angenehm dabei: Das Seniorenzentrum, um das außen so viele Wirbel gemacht wurde und wohl auch noch wird, zeigte sich innen erstaunlich ruhig und gelassen –so wie es in einer derartigen Einrichtungen halt auch der Fall sein sollte. ra

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