Nicht nur Halligalli

Rutschen, radeln, rodeln: FLP will ein Freizeitgelände auf der Berghalde schaffen

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Wollen, dass sich an der Berghalde künftig was rührt: Michael Kühberger, Jack Eberl, Stefan Schmid, André Anderl und Stefan Fuchs (von links).

Penzberg – Da stehen Jack Eberl, André Anderl, Stefan Fuchs, Stefan Schmid und Michael Kühberger nun in der matschigen Wiese neben der kleinen Hütte am Fuße der Berghalde. An eine Holzwand haben sie eine Karte geheftet, die das Areal abbildet, nicht, wie es ist, sondern, wie es sein könnte.

Die Berghalde attraktiver gestalten, ein Dauerthema in Penzbergs Kommunalpolitik beziehungsweise in den Wahlprogrammen der Parteien und Listen. „Doch konkrete Vorschläge macht keiner“, sagt Fuchs und blickt auf die Karte an der Hütte. Die FLP will nun konkret werden, denn „es kann ja nicht sein, dass man so ein Gelände brach liegen lässt“, meint Kühberger. Anderl nickt. In dicke Winterstiefel gepackt, steht er im Morast und blickt auf den Hügel, der nun eigentlich mit Schnee bedeckt sein sollte. „Wir wollen ein Freizeitgelände auf der Berghalde, das ist schon einmal die Grundaussage“, so Anderl. Dabei geht es der FLP keineswegs um den Winter, denn Skifahren und Rodeln lässt es sich dort, sofern der Schnee sich mal blicken lässt, hervorragend. „Da ist was los“, sagt Anderl. Doch in den wärmeren Monaten scheint die Halde ihren Winterschlaf nachzuholen. Die FLP will sie nun wachhalten. 

Auf den Gipfel der Halde soll, als Dreh- und Angelpunkt, ein Turm mit Rutschen gesetzt werden, auf denen es sich auf Matten hinabgleiten lässt. Eine der Rutschen soll „die längste in Bayern“ sein, „mit über 65 Metern“, grinst Schmid. Daneben kann er sich noch eine kürzere, steilere Rutsche sowie eine auf der rückwärtigen Seite vorstellen. Wobei, die Rückseite der Berghalde will die FLP eigentlich ruhig halten, mit komfortablen großen Liegen und in den Hang eingebauten Klappstühlen, die auf das Alpenpanorama ausgerichtet sind. „Wir wollen nicht nur Halligalli“, stellt Schmid klar. Auf der anderen Seite, quasi der Halligalli-Seite, soll neben dem Rutschturm, der zudem klettertauglich sein und über Schaukeln verfügen soll, auch noch ein Bolzplatz auf dem nicht mehr genutzten Tennisplatz entstehen. Der benachbarte Beach­volleyballplatz soll dagegen erhalten bleiben. Außerdem will die FLP dem Hundeplatz zu mehr Qualität und den Eisstockschützen zu sieben turniertauglichen Bahnen verhelfen, denn „momentan sind nur fünf bespielbar“, weiß Kühberger. Am Fuße der Berghalde, in der Nähe der Parkplätze, will die FLP zudem einen Bikepark mit zwei Pumptrackanlagen ansiedeln, eine Strecke für Erwachsene und ihren schon etwas älteren Nachwuchs, eine Strecke für kleinere Kinder. Mit dem Rad, dem Roller oder dem Skateboard könne der Asphalt, der dem Rodelhang und der Skipiste nicht im Weg stehen soll, genutzt werden, meint Schmid. Solche Pumptracks seien eine „unglaublich sichere Angelegenheit“, denn sie werden wie Spielplätze für Kinder ab drei Jahren eingestuft, weiß Schmid. 

Sollte es dann auch in der frostfreien Jahreszeit viele Menschen auf die Berghalde ziehen, stünden genügend Parkplätze zur Verfügung. Ein Shuttlebus könnte Jung und Alt außerdem zu dem Freizeitgelände bringen. Dieser Service sollte dann aber kostenlos sein, genau wie die Angebote auf der Berghalde. Lediglich für die Matten müsste Pfand verlangt werden, an einer Ausleihstation im Berg­haldenstüberl. Dort möchte die FLP auch wieder Gastronomie, vielleicht mit einem Biergarten, sehen. 

So konkret die FLP nun mit ihren Plänen für die Berghalde ist, so unkonkret sind die geschätzten Kosten. Kühberger meint vage: „Mit 500.000 Euro kann mal viel machen.“ Nicht miteingerechnet in diese Summe sind die Fördergelder, derer sich Anderl recht sicher ist: Für einen Soccerplatz gebe es 80 Prozent staatliche Förderung, für Pumptracks immerhin 60 Prozent. Und abgesehen davon, wären 500.000 Euro weniger Geld als das Museum der Stadt im Jahr koste, murmelt Jack Eberl noch dazwischen. ra

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