Freilichtmuseum läutet Saison mit Blick in die Zukunft und in den Bierkrug ein

Auftakt im Bernsteinzimmer

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Die Steinkrüge in der Hand von Franz Schubert (links) und Josef Mederer verbergen den Bernsteinschimmer des Josefi-Bocks, doch die Gesichter verraten, dass das Gebräu durchaus süffig ist.

Glentleiten – Karamellnote und Brotaroma: Nach Wochen des Wartens nun endlich Gewissheit, Gewissheit darüber, wie der Josefi-Bock in diesem Jahr schmeckt. Beim Saisonauftakt im Freilichtmuseum Glentleiten wurde das erste Fass angezapft, sehr zur Freude von Bezirkstagspräsident Josef Mederer.

Mit dem fossilen Harz hat der Josefi-Bock, den Bezirkstagspräsident Josef Mederer vor einigen Wochen, beim Einbrauen des Bieres in der Schaubrauerei des Freilichtmuseums Glentleiten, als bernsteinfarben beschrieben hatte, recht wenig gemein, vielleicht den Schimmer. Das Gebräu ist jedenfalls ein paar Nuancen dunkler geworden, doch der Süffigkeit tut dies kein Abbruch: Beim Saisonauftakt wurde das erste Fass gezapft. Doch ehe der Bock in die Steinkrüge floss, gab Museumsdirektorin Monika Kania-Schütz einen kurzen Einblick in das neue Programm. 

Auch wenn er kein offizieller Feiertag mehr ist, der Josefi, so scheint das Datum für Mederer dennoch ein besonderes zu sein, weniger, weil ihm als Namensträger der Tag einst gebührte, vielmehr, weil am 19. März das Freilichtmuseum wiedereröffnet und er den Josefi-Bock, den er gemeinsam mit Karg-Braumeister Franz Schubert im Januar einbraute, endlich verkosten kann. Zur Auftaktveranstaltung hält sich Mederer daher kurz, wedelt vorne am Rednerpult mit der Einladungskarte herum und gewährt einen kurzen Rückblick in die vergangenen Monate, sprach von Reparaturen, vom neuen Wirt und dem Josefibock.

Museumsdirektorin Monika Kania-Schütz wiederum freut sich, dass das Museum nun wieder sechs Tage in der Woche, ab Juni sogar jeden Tag, geöffnet sei. Zu erleben ist das Altbewährte: Seile werden geflochten, Eisen wird geschmiedet und Bier gebraut, historisches Handwerk eben. Doch auch Neues wartet auf die Besucher: der Aktionstag „Gmahde Wiesn – Von der Wiese bis zum Heu“, Baumreisen und meditative Malereien auf Keramikfliesen, um nur wenige Aktionen zu nennen. Auch eine ausgebildete Handschnitzerin weilt von nun an auf der Glentleiten und bestückt das Gelände mit ihren Werken. 

Doch ist es wohl die Sonderausstellung „Eine Neue Zeit“, die ab 5. Mai die größte Aufmerksamkeit für sich beanspruchen wird: Weniger die Goldenen Zwanziger mit kürzer werdenden Rocksäumen und Charleston werden dabei ins Licht gerückt, sondern vielmehr der Alltag auf dem Land nach dem Ersten Weltkrieg, erläutert Kania-Schütz, ehe an diesem Tag ein neuer Imagefilm, der das ländliche Idyll Glentleitens zeigt, über die Leinwand läuft. 

Filmreif sollte im Anschluss auch der Josefi-Bock sein, diese Hoffnung schimmerte zumindest im Gesicht Mederers, als er mit wenigen gut platzierten Schlägen im Bernsteinzimmer, der Schaubrauerei mit Kupferkessel, das Fass anzapfte und die gefüllten Bierkrüge in die Menge reichte. ra

Am Sonntag, 24. März, heißt es zum Saisonauftakt auf der Glentleiten „Zugtiere in Aktion“. Geländegängige Süddeutsche Kaltblüter führen dabei das Holzrücken im Wald, das Lagern der Baumstämme auf den Wagen und den Transport des Holzes vor Augen. Auch die Weiterverarbeitung der Bäume im Sägewerk sowie altertümliche Holztransportmittel werden gezeigt.

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