Das wichtige Dutzend

Kreisel, Wohnungen, Kindergarten: Stadtrat stellt für 2019 eine Prioritätenliste auf

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Eines der Projekte, das dieses Jahr noch angepackt wird: die Aufstockung der städtischen Wohngebäude an der Sigmundstraße.

Penzberg – Kreisel an Kurven, Wohnungen statt Schlachthof, mehr Platz für Kinder: Ein "dringendes Dutzend" hat der Stadtrat hinter verschlossenen Türen nun aufgestellt und damit eine Liste mit Projekten, die noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden sollen.

Eine Vielzahl an Projekten türmen sich derzeit im Rathaus, der Stadtrat hat nun am Dienstag in einer nichtöffentlichen Sondersitzung entschieden, welches Dutzend davon bereits in diesem Jahr angegangen werden sollen. Der Beschluss dazu fiel einstimmig, wie Bürgermeisterin Elke Zehetner erleichtert feststellte, als sie tags drauf die Ergebnisse vorstellte. Vordringlich sollen nun unter anderem das Wohnbauprojekt an der Birkenstraße, ein Mini-Kreisel beim Rewe-Markt oder an der Wellenbadkurve sowie eine Wohnbebauung an der Karlstraße auf dem Areal des alten Schlachthofs umgesetzt werden. Dass die Diskussion hinter verschlossenen Türen stattfand und ein Antrag der Grünen auf Beratung in öffentlicher Sitzung abgelehnt wurde, verteidigte Zehetner mit den Worten: „Die Frage, was Bürger im Wahljahr wollen, musste einfach ohne Profilierungsversuche einzelner Stadträte sachlich diskutiert werden. Und dieser geschützte Rahmen war auch gut.“ 

Die anstehenden Projekte wurden vom Stadtrat in drei Kategorien eingeteilt: A (2019 und 2020), B (2021 und 2022) sowie C (darüber hinaus). A-plus hingegen sind die Maßnahmen, die definitiv noch heuer gestartet werden und seit Dienstagabend unter „2019er Dutzend“ firmieren. Im Rathaus muss man nun einschätzen, welche Maßnahmen selbst geschultert werden können und für welche man externe Berater oder Planer benötigt. Am 26. Februar soll das Gremium dann das Dutzend in einer detaillierten Reihenfolge verabschieden. Mit in diesem Paket ist auch die Musikschule. Planer Stephan Jocher sowie die Stadtkämmerei sollen bis dahin wissen, mit wie viel Fördergeldern sie beim Umbau des ehemaligen Metropol-Kinos rechnen dürfen. Am 15. Februar erwartet Zehetner dazu Besuch eines Vertreters der Regierung von Oberbayern, um die Frage nach den Zuschüssen zu klären. 

Mit das wichtigste Projekt für dieses Jahr sieht der Stadtrat aber in der Errichtung eines Mini-Kreisverkehrs entweder beim Rewe-Markt oder an der Wellenbadkurve. Zehetner schwebt dabei eine Lösung nach Vorbild des Tölzer Kreisels an der Isarbrücke vor, „als Pilotprojekt für den Landkreis Weilheim-Schongau“, wie sie sagt. Die diesbezüglichen Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt in Weilheim seien positiv verlaufen. „Wir dürfen, müssen aber eben auch zahlen und planen“, so die Rathaus­chefin. Dafür hat der Stadtrat nun grünes Licht gegeben. 

Endlich starten will man auch mit der Errichtung des Neubauviertels an der Birkenstraße und der Sanierung der Sporthalle am Josef-Boos-Platz. Auch die Aufstockung der städtischen Wohngebäude an der Sigmundstraße soll beginnen, „da wird man noch in diesem Jahr etwas sehen“, betont Zehetner. Das Gleiche gilt auch für die drei Wohnhäuser an der Bürgermeister-Rummer-Straße, welche die Stadt durch Neubauten ersetzen will. Zur Wohnbebauung durchgerungen hat sich der Stadtrat auch für das Areal des alten Schlachthofes an der Karlstraße. Die Planungen dafür sollen noch 2019 starten, vom Tisch sind damit die Optionen, an dieser Stelle einen Kindergarten oder Parkplatz zu errichten. 

Eine Überdachung für den Behindertenzugang an der Rückseite der Stadthalle findet sich ebenso im 2019er Dutzend wie die Vollendung des Bebauungsplans für das Edeka-Areal. „Welcher Projektentwickler auch immer hier zum Zuge kommen wird, sei dahingestellt, aber die Brache dort oben muss ein Ende haben“, erklärte Zehetner. Auch die Erweiterung des städtischen Kindergartens am Daserweg packt der Stadtrat noch heuer an, auch sucht er einen alternativen Standort für die Krippe an der Birkenstraße. „Ob das nun tatsächlich der Langseegraben wird, müssen wir sehen“, so Zehetner. Anstoßen will der Stadtrat zudem einen neuen Flächennutzungsplan, der aufzeigen soll, wohin sich Penzberg entwickeln will. Das neue Planwerk soll ins Verfahren geschickt werden, „auch zuliebe des neuen Stadtrats, der den städtebaulichen Wunsch des aktuellen Gremiums dann forttragen kann“, wie die Bürgermeisterin das umschreibt. Bleibt das Seniorenzentrum an der Gartenstraße: Hier will der Stadtrat den Bebauungsplan so vollenden, dass am Ende die Thomas-Wimmer-Stiftung nach ihren Vorstellungen umbauen kann. 

Elke Zehetner zufolge stehen nach den aktuellen Haushaltsberatungen rund 20 Millionen Euro für diese Investitionen zur Verfügung. Wenn das Geld am Ende nicht reichen sollte, „habe ich auch mit einem Nachtragshaushalt kein Problem, Hauptsache, die Projekte nehmen endlich an Fahrt auf“, sagte sie. arr

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