Noch Klärungsbedarf

Sanierung der Asamstraße wird vorangetrieben

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Der Knotenpunkt zwischen Asamstraße und Bundesstraße ist derzeit ungünstig gelöst, weshalb die Verkehrsinsel mitsamt Baum versetzt werden soll.

Benediktbeuern – In der Februar-Sitzung des Benediktbeurer Gemeinderats, zu einer Zeit also, als die Welt noch in Ordnung war, berichtete Anton Heindl vom Ingenieurbüro Heubeck über den Stand der Dinge bezüglich der Asamstraße.

Bereits vor zwei Jahren hatte die sanierungsbedürftige Straße auf der Agenda der Gemeinderäte gestanden, war jedoch wegen Unsicherheiten bezüglich der Straßenausbaubeitragssatzung zurückgestellt worden. Nun wird die Sanierung und Neugestaltung im Rahmen der Dorferneuerung gefördert. In einem Anliegergespräch glich Ingenieur Heindl die städteplanerischen Vorstellungen mit den Wünschen der Grundbesitzer ab. Auch der Ortsobmann der Landwirte war bei dem Gespräch dabei, denn die Nord-Süd-Achse ist eine wichtige Verbindungsstraße zu den landwirtschaftlichen Flächen. 

„Die Asamstraße ist eine Verkehrsstraße, keine reine Wohnstraße“, stellte Bürgermeister Toni Ortlieb eingangs fest, dennoch müsse auch die Wohnqualität passen. Inge­nieur Heindl bezifferte die Belastung der „dörflichen Hauptstraße“, die eine Ausweichstrecke zur Dorfstraße darstellt, mit 400 Fahrzeugen pro Stunde und 3.000 bis 4.000 Fahrzeugen pro Tag. Bei der Neuplanung der 325 Meter langen Asamstraße wurde die notwendige Straßenbreite für diverse Begegnungsfälle von Pkw, Lkw, Radfahrer und Fußgänger berücksichtigt. Das Ergebnis: Nur der Begegnungsverkehr zwischen Lkw und Lkw ist nicht möglich, jedoch auch nicht erwünscht. 

Die Idee eines durchgängigen, breiten, auch für mobilitätseingeschränkte Personen attraktiven Gehsteigs lässt sich wohl nicht so realisieren, wie es das Ingenieurbüro vorgesehen hat. Die Anlieger seien nämlich nicht bereit, entsprechende Grundstücksstreifen für eine barrierefreie Gehsteiglösung abzutreten, berichtete Heindl. Daher werde der Gehsteig mal auf der einen, mal auf der anderen Straßenseite entlangführen, auf Höhe der Webergasse ist dann eine Querungsmöglichkeit vorgesehen. 

Auch die Maßnahmen zur Reduzierung von Geschwindigkeit und Parkaufkommen wurden kontrovers diskutiert. Die Planung sieht momentan Fahrbahnverengungen an acht Punkten und begrünte Inseln vor. Manchen Anwohnern war jedoch die Anzahl der Bäume trotz Lärmschutz und gesünderem Wohn­umfeld zu viel, und auch Gemeinderat Anton Lugauer (CSU) würde „die Hälfte der Bäume rausstreichen“, um Probleme beim Schneeräumen und Überfahren des Gehsteigs zu verhindern. 

Derzeit ungünstig gelöst seien die Verkehrsknoten an den beiden Einmündungen in die Asamstraße, fand Heindl. Die Bäume auf den Verkehrsinseln will er in Richtung Norden versetzen und die Mittelinsel an der Kreuzung zur B 11 anders gestalten, da sie derzeit für Links­abbieger „sehr ungünstig“ sei. Auch die Lagerung und Entsorgung des Aushubs wird ein wichtiges Thema werden. Eine Schürfprobe hatte Anfang Februar neben unproblematischen Asphalt- und Kiesschichten nämlich auch Teer zu Tage befördert. „Teer ist teuer in der Entsorgung“, stellte Bürgermeister Ortlieb fest, der nun hofft, die Schicht möge „nicht zu dick“ sein. 

Die Projektkosten bezifferte Ortlieb auf 600.000 Euro ohne Sanierung der Wasserleitung. Bevor es mit der Planung aber konkret weitergeht, müssen noch Abstimmungen mit dem Kloster, dessen sanierungsbedürftige Wasserleitung dort verläuft, e.on, dem Bayernwerk und der Telekom wegen des Breitbandausbaus erfolgen. Auch mit der Planung der Dorfstraße sind Abstimmungen geplant, denn die beiden Straßen sollen ein einheitliches Bild abgeben. Um Stellungnahme wird nicht zuletzt auch das Amt für Ländliche Entwicklung als Fördermittelgeber gebeten. cw

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