Amtszeit verkürzt

Volkshochschule zieht Bilanz und wählt die Vorstandschaft nur für ein Jahr

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Stehen an der Spitze der Penzberger Volkshochschule: die Beisitzerinnen Ursula Schoirer und Maria Probst, der Vorsitzende Holger Weichenrieder, seine Stellvertreterin Susanne Meindl, Schriftführerin Josefine Kleinen sowie die Beisitzer Theodor Walter und Klaus Adler (von links).

Penzberg – Bei der Mitgliederversammlung des Vereins der Volkshochschule (Vhs) wurde der Großteil der Führungsriege in ihren Ämtern bestätigt, allerdings nur noch für ein Jahr. Dafür war aber erst einmal ein satzungsdurchbrechender Beschluss erforderlich. 

Der Wunsch auf eine verkürzte Amtszeit war von Teilen der Vorstandschaft an die Mitgliederversammlung herangetragen worden – zum einen aus Altersgründen, zum anderen aber auch wegen der bevorstehenden Kommunalwahl, denn im Vorstand der Vhs sind Stadträte der drei großen Parteien CSU, Grüne und SPD vertreten. „Es ist eine gute Tradition, dass ein Teil der Mitglieder auch aus den Reihen des Stadtrats kommt, damit die Anliegen der Vhs gut und breit vertreten werden“, heißt es in einem Schreiben an die Mitglieder. Mit dieser Tradition will man also nicht brechen und die Möglichkeit haben, Ende 2020 einen neuen Vorstand zu wählen. Einstimmig wurde dieses Prozedere angenommen. Nur der zweite Vorsitzende Hans Mummert wollte nicht warten: er stellte sich nicht mehr zur Wahl und schlug Susanne Meindl als Nachfolgerin vor. Beisitzer Klaus Adler fand sogleich Dankesworte und verabschiedete Hans Mummert nach 22 Jahren als erster und zweiter Vorsitzender. 

Holger Weichenrieder, der Chef des Vhs-Vereins, lobte in seinem Bericht den reibungslosen Übergang von Geschäftsführer Günter Schubert zu Katja Wippermann im Juli 2018. „In die Fußstapfen von 31 Jahre Schubert zu treten, war schon eine Herausforderung“, meinte Wippermann. Im kommenden Jahr will Weichenrieder die Satzung reformieren und dem Zeitgeist anpassen und vor allem gute Nachfolger für die dann ausscheidenden Vorstandsmitglieder akquirieren. 

Momentan hat der Verein 222 Mitglieder. Auf diese Schnapszahl kam man noch während der Versammlung, denn Bürgermeisterin Elke Zehetner wurde noch flugs von Klaus Adler zur Mitgliedschaft überredet. „Von einer Zahl wie in den Siebzigerjahren, als wir über 500 Mitglieder hatten, können wir leider nur träumen“, so Wippermann, „aber wir halten sie so stabil wie möglich und sind mit den neuen Räumen im Herzen der Stadt angekommen.“ Sie lobte auch die Kooperation mit Musikschule und Stadtbücherei, welche sich beide gleich gegenüber in der Rathauspassage befinden. Als Erfolg wertete sie ferner das erst kürzlich ins Leben gerufene Repair-Café, ein gemeinsames Projekt von Vhs und Werkraum Penzberg. Ferner wies Wippermann darauf hin, dass die Volkshochschule nicht nur eine Bildungsaufgabe wahrnehme, sondern auch einen großen sozialen Aspekt bediene: „Wir haben zum Beispiel beim Feldenkrais Teilnehmer, die seit über 20 Jahren in derselben Gruppe trainieren.“ 

Im vergangenen Jahr führte die Vhs insgesamt 446 Kurse durch, heuer werden es am Jahresende 517 sein. Da in den Jahren 2017 und 2018 die Teilnehmer-Doppelstunden mit rund 24.000 unter den vom Volkshochschulverband geforderten 30.000 lagen, besteht eine Verbundpflicht. Seit 2018 hat sich Penzberg deshalb mit Peiting, Schongau und Peißenberg zusammengeschlossen, nun wird auch Weilheim dem Verbund beitreten. „Es macht mich ein bisschen stolz, dass wir hier in Penzberg die Verbundhauptstelle werden“, freut sich Wippermann. Größter Zuschussgeber der Vhs ist die Stadt Penzberg mit 34 Prozent, 58 Prozent zieht die Vhs aus Kursgebühren. „Wir kämpfen um jeden Teilnehmer“, so Wippermann. Mit einem breitgefächertem Kursangebot will die Vhs Bildungs- und Begegnungsstätte sowie Impulsgeber sein. Mit einem neuen EDV System, was die Buchungen wesentlich vereinfacht hat, immer neuen Ideen und Angeboten ist man guter Dinge, dies auch zu schaffen. au

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