Ein Schlag ins Gesicht der Bauern

„Ein Schlag gegen die Bevölkerung“. Stefan Schöffmann kritisierte die Äußerungen von Land- wirtschaftsdirektor Johannes Hütz zur Gentechnologie.

Der Leitende Landwirtschaftsdirektor Johannes Hütz kommt durch sein jüngst an alle Bürgermeister und Landräte im Einzugsbereich seines Landwirtschaftsamtes verschicktes Schreiben, in dem er sich indirekt für die Gentechnologie im Agrarbereich ausspricht, bei Bauern und Verbrauchern zunehmend unter Druck. Landwirt Stefan Schöffmann aus Untersteinbach hat bei der Bad Heilbrunner Bürgerversammlung die Äußerungen von Hütz als „einen Schlag ins Gesicht“ bezeichnet und dabei im Saal großen Beifall erhalten. Er forderte Bürgermeister Thomas Gründl auf, da „massiv einzu- greifen“, was dieser auch postwendend versprach. Ihn selbst, sagte Gründl, habe dieser Brief „auch verwundert“.

Wie berichtet, hatte Hütz die Gemeinden und Landkreise aufgefordert, keine Beschlüsse zu fassen, wonach kommunale Einrichtungen auf genveränderte Lebensmittel verzichten sollten, da dies gesetzeswidrig sei. Schöffmann erinnerte daran, dass die Landwirte alles daran legten, gesunde Lebensmittel zu produzieren und sie sich auch mittels Selbstverpflichtungserklärung daran hielten. Da sei es unverantwortlich, dass Hütz öffentlich erkläre, ein kommunaler Beschluss hintergehe die Interessen von 80 Prozent aller Bauern. Denn so viele würden genveränderte Futtermittel verwenden. Entweder sei Hütz „blauäugig“ und wisse nicht, dass in seinem Landkreis alle Bauern nur genfreie Futtermittel verwenden, oder er habe viel Geld für diese Aussage bekommen oder er stehe „unter Druck von oben“. Genauer wollte sich Schöffmann nicht äußern, erwähnte aber doch den US-amerikanischen Konzern Monsanto, der mit seinen angeblichen Gutachten die Unwahr- heit verbreite. „Wir brauchen in Deutschland keine amerikanischen Verhältnisse, wo schon 95 Prozent aller Futtermittel und damit auch der Lebensmittel genverseucht sind“, rief er in den Saal, was mit großem Beifall beantwortet wurde. Gründl erklärte, er distanziere sich von Hütz’ Äußerungen. Er werde den Beschluss des Ratsgremiums zur „Agrogentechnikfreien Gemein- de“ trotzdem durchziehen und schon demnächst an den Ortseingängen entsprechende Hinweisschilder aufstellen. Landrat Josef Niedermaier nahm Hütz insofern etwas in Schutz, als er sagte, dieser wolle nur die von der Umweltschutzorganisation Greenpeace auf- gestellte Liste, in der die „guten“ und „schlechten“ Firmen aufgelistet sind, verhindern. Außerdem hätten es die Verbraucher selbst in der Hand, ob „sie dieses Zeug kaufen oder nicht“.

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