Bürgerversammlung in der Penzberger Stadthalle: Viele Anliegen, aber kein großer Knall

Schlaglöcher und Sonstiges

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Groß war das Interesse an der Bürgerversammlung in der Stadthalle.

Penzberg – Einer beklagt zu schmale Radwege, eine bedauert den Verlust einer Brücke: Nachdem Rathauschefin Elke Zehetner auf der Bürgerversammlung über das bevorstehenden Jubiläumsjahr und die zurückliegenden Bürgerentscheide gesprochen hatte, warteten Bürger mit ihren Anliegen auf sie. 

Die Penzberger zeigten sich nicht nur interessiert am Rechenschaftsbericht, den Bürgermeisterin Elke Zehetner im Rahmen der Bürgerversammlung abgab, sie nutzten die Gelegenheit auch, um auf ihre Anliegen hinzuweisen. Und da gab es jede Menge: Altenheim, Hallenbad, Fahrradwege, Bahnhof, Immobilienpreise und Schlaglöcher. 

Zehetner zeigte sich angetan davon, dass sie auf eine gut gefüllte Stadthalle blicken konnte. Und zur Einstimmung auf das bevorstehende Jubiläumsjahr „100 Jahre Stadt Penzberg“ präsentierte sie bei der Gelegenheit erstmals öffentlich den Jubiläumssong von Chris Gilchert und Eric Volkert sowie die Jubiläumsfilm von Christian Podolski und den Kurzclip von Anna Gmelin. Danach aber gab es einen Blick zurück, der zunächst einmal in der jüngeren Vergangenheit hängen blieb, und zwar bei den beiden Bürgerentscheiden von Mitte Oktober: „Das Hotel ist an dieser Stelle abgehakt“, sagte sie mit Blick auf den abgelehnten Standort am Huber See. Froh hingegen sei sie, dass das Hallenbad nun neu gebaut werde. 

Gut weitergekommen sei man auch mit dem Bebauungsplan Birkenstraße West. Für das 13 Grundstücke umfassende Einheimischenmodell (vier Doppelhäuser und neun Dreispänner) seien die Bewerber inzwischen ausgewählt und die einzelnen Grundstücke zugewiesen. Kritik gab es dennoch. Denn Georg Drexel etwa monierte, dass an der Birkenstraße zu wenig Parzellen für das Einheimischenmodell vorgehalten worden seien. Bei Quadratmeterpreisen um die 1.000 Euro hätten junge Penzberger Familien auf dem freien Markt keine Chance auf ein eigenes Haus. „Hat der Stadtrat denn da eine Strategie dagegen?“, wollte er wissen. Damit stieß er zwar auf offene Ohren bei Zehetner, nur konnte die auch nicht mehr sagen, als dass die Stadt auf den freien Markt keine Einflussmöglichkeiten habe. „Es gibt zwar eine Mietpreis- aber eben keine Immobilienpreisbremse“, so die Bürgermeisterin. Drexel machte diese Antwort freilich nicht glücklich: „Da würde ich gerne wissen, welchen Arbeitgeber ich mir suchen muss, um eine Million Euro aufzubringen, die ich für ein Haus in Penzberg brauche.“ Seine abschließende Empfehlung: „Je mehr Baugebiete ausgewiesen werden, desto geringer ist der Druck auf den Immobilienmarkt.“ Stadtbaumeister Justus Klement erwiderte, dass die Stadt zwar noch einige Grundstücke habe, aber eben nicht mit Baurecht. 

Bernd Wittenberg wiederum monierte eine schlechte Infrastruktur für Radfahrer. Insbesondere Kinder täten sich schwer, sich auf Penzbergs Radwegen und Straßen zu orientieren. An der Wölfl- und der Birkenstraße sei der Weg so schmal, dass er immer wieder brenzlige Situationen erlebt habe, so Wittenberg. Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann verwies darauf, dass kombinierte Geh- und Radwege nun einmal nicht dafür gemacht seien, dass sich Radfahrer schnell fortbewegen könnten. „Da muss es ein rücksichtsvolles Miteinander geben“, sagte er. Schutzstreifen, wie Wittenberg sie in der Ortsmitte von Ohlstadt gesehen hat, seien nur mit entsprechend breiter Straße möglich. Dass ganz grundsätzlich viele Straßen und Gehwege in einem schlechten Zustand sind – auch das wurde moniert –, veranlasst die Stadt ab dem kommenden Jahr zur Einstellung eines Straßenkontrolleurs, wie Elke Zehetner informierte. 

Enttäuscht musste Else Schmid zur Kenntnis nehmen, dass die Brücke über den Säubach am VW-Autohaus nicht wieder aufgebaut wird. Immerhin: Die Stadtverwaltung prüft, ob das Auto­haus alternativ etwas Grund für die Errichtung eines Gehweges abtreten würde. 

Anfragen zur Entlassung des stellvertretenden Wellenbad-Betriebsleiters Alexander Gnadl blockte Zehetner mit dem Hinweis auf ein laufendes arbeitsrechtliches Verfahren ab. Jürgen Karrenberg hingegen ärgerte das „Hin und Her“ bezüglich des Betreibers des Seniorenzentrums. Bürgermeisterin Zehetner verteidigte die Stadtratsbeschlüsse und sagte: „Die Thomas Wimmer-Stiftung hat das langfristige Ziel, das Heim mit der AWO München-Stadt zu betreiben.“ Karrenbergs Frage, wieso man nicht beide Parteien – also die Stiftung sowie Betreiber Novita – im Vorfeld an einen Tisch gesetzt habe, beantwortete Zehetner so: „Das war nicht Aufgabe der Stadt.“ Karrenberg wunderte sich da nur: „Das ist aber sehr seltsam.“. tka

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