Vorerst keine Whikydestillerie im Klosterdorf

Schlehdorf: Der Gemeinderat stimmt gegen Getreidemanufaktur

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„An der Breiten“: Ob es im Schlehdorfer Gewerbegebiet einmal nach Gerste oder Malz duftet, ist unklar.

Schlehdorf – Der Schlehdorfer Gemeinderat sprach sich einstimmig gegen eine Erlebnis-Getreidemanufaktur, die auch eine Whiskydestillerie beinhalten soll, aus.

Ob der Whisky wohl eher rauchig oder doch vanillig schmecken wird, ist eine Frage, die man sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht stellen braucht. Denn bis man in Schlehdorf am Nosing-Glas nippen kann, geht wohl noch viel Zeit ins Land. Abermals wurde der Schlehdorfer Gemeinderat mit dem Vorhaben, eine Erlebnis-Getreidemanufaktur, die unter anderem eine Whiskydestillerie beinhalten soll, im Klosterdorf zu errichten, konfrontiert. Den Antrag auf Vorbescheid zum Neubau lehnte das Gremium ab.

„Ein altbekanntes Thema“, meint Bürgermeister Stefan Jocher (WGL), als es in der jüngsten Gemeinderatssitzung um den Vorbescheid zum Neubau des Gewerbebaus mit Gastronomie, Tiefgarage und Stellplätzen im Gewerbegebiet „An der Breiten“ geht. Gleich zu Beginn merkt der Rathauschef an, dass die Stellplätze und die Tiefgaragenzufahrt außerhalb der Baugrenze liegen. „Aber das haben wir auch bei anderen Grundstücken“, ergänzt Jocher.

Pläne wandeln sich

Ferner sieht die Planung eine Verkaufsstelle vor, die „nach den Festsetzungen des aktuell gültigen Bebauungsplanes nicht zulässig“ sei, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Pläne werden auf eine Leinwand projiziert. Es sind schon lange nicht mehr dieselben wie einst. „Ich weiß nicht, wo das herkommt, immer dieser Wandel“, sagt Jocher und erinnert daran, dass sich das Vorhaben „fast über fünf Jahre zieht“.

Kritisch blicken die Gremiumsmitglieder drein und binnen weniger Minuten wird deutlich, dass dem Antrag wohl kein gemeindliches Einvernehmen erteilt werden wird. Kritisiert wird etwa, dass der städtebauliche Vertrag zur Sortimentsbeschränkung noch fehle. Auch die recht großen Räumlichkeiten finden kein Wohlgefallen: „Das ist ja der Wahnsinn“, raunt es durch den Klosterfestsaal. Eine reine Whiskyproduktion mit Verköstigungsangebot sei da nicht mehr zu erkennen, „für einen Gastrobetrieb haben wir es nicht hergegeben“, raunt es weiter.

Einstimmiges „Nein“

Das will auch Jocher nicht, „ein zweites Klosterbräu soll es nicht werden“, sagt der Rathauschef und plädiert dafür, sich jetzt klar zu äußern, „wenn wir das nicht mehr wollen“. So weit geht das Gremium nicht. Sabine Gaisreiter (WGL) runzelt aber die Stirn: Mit den Vorstellungen des Initiators „werden wir uns nie einig werden, der will sicher was anbieten“, glaubt sie.

Am Ende überrascht es nicht, dass der Gemeinderat geschlossen gegen den Antrag stimmt. „Vor Einreichung einer erneuten Planung ist der städtebauliche Vertrag zur Sortimentsbeschränkung vorzulegen“, heißt es in dem Beschlussvorschlag. Auch möchte der Gemeinderat ein anderes Verhältnis zwischen Gaststättenbereich und Produktionsfläche sehen – weniger Gastronomie, mehr Destillerie. Antonia Reindl

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