Gemeinderat

Schlehdorf: Ein Weg für einen Naturfreund

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Schlehdorf - Späte Ehrung: Die Gemeinde Schlehdorf widmet den Uferweg einem Naturfreund.

Der Uferweg in Schlehdorf ist ein beliebter Spazierweg. Die einen vertreten sich nach Speis und Trank die Beine, die anderen gehen mit dem Hund Gassi oder fangen mit der Kamera die pittoresken Fotomotive zwischen Klosterkirche, aufgereihten Linden, Bootshütten und Bergkulisse ein. Dass der Weg nicht an der Schiffsanlegestelle endet, sondern in weichen Schwüngen an Badewiesen vorbei bis zum Fußballplatz reicht, ist der Eigeninitiative eines Schlehdorfers zu verdanken. Mehr als 20 Jahre nach dessen Tod widmet die Gemeinde den Weg nun dem Wohltäter. Aus der Bevölkerung sei der Wunsch an ihn gerichtet worden, den Seeuferweg in Peter-Schrauf-Weg umzubenennen, berichtete Bürgermeister Stefan Jocher in der jüngsten Gemeinderatssitzung. 

Einst Gasthofbesitzer

Schrauf, der ehemalige Eigentümer des Gasthofs Klosterbräu, hatte den Uferweg in Eigeninitiative zusammen mit einigen Freunden Anfang der 1990er Jahre angelegt. „Das war sehr, sehr viel Arbeit“, erinnert sich dessen Witwe, Helene Schrauf. Früher habe lediglich ein Trampelpfad auf dem einstigen Klostergrund bis zur Schiffsanlegestelle geführt, erzählt sie, „danach war Schluss.“ Warum ihr Mann nicht nur in mühevoller Eigenarbeit, sondern auch mit viel Eigenkapital den Weg angelegt hat, begründet sie so: „Mein Mann war ein sehr großer Naturfreund, Tiere und Pflanzen waren ihm immer wichtig.“ Und so habe er den Uferbereich durch einen Fußweg zugänglich machen wollen, der die Natur schütze und erhalte, aber keine motorisierten Fahrzeuge zulasse. Auf eigene Kosten beauftragte Schrauf damals eine Firma, die mit schweren Maschinen anrückte, denn mit Gartenwerkzeug alleine war der Wildnis nicht beizukommen, da brauchte es schon Bagger und Kran.

Wollte keinen Dank

Ob ihr 1997 verstorbener Mann sich wohl geehrt fühlen würde, dass nun ein Weg nach ihm benannt ist? „Da hat er nie so viel Wert drauf gegeben, er wollte auch keinen Dank“, meint Helene Schrauf. Dass mittlerweile die Gemeinde die Pflege und Instandsetzung des Wegs übernommen hat, würde ihn aber sicher freuen, zumal auch von den damals mithelfenden Spezln inzwischen keiner mehr lebt. Sein großer Einsatz scheint in der Gemeinde unvergessen, jedenfalls erklärte Bürgermeister Jocher abschließend unter einmütigem Nicken der Gemeinderäte: „Gerne würdigen wir den inzwischen leider verstorbenen Peter Schrauf und benennen den Seeuferweg ab dem Ende des Parkplatzes am Klosterbräu um in Peter-Schrauf-Weg.“

Christine Weikert

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