Knapp 4 Millionen Euro teurer Kindergarten im Spatzennest eingeweiht

Eine Rutsche ins Leben

Rutschen nicht nur ins Leben: Auch beim Malen an den neuen Tischen oder beim Kraxeln an der Kletterwand können sich die Mädchen und Buben im Spatzennest-Kindergarten in Zukunft verausgaben.

Penzberg – Blaue, rote und gelbe Bälle fliegen von dem Turm herunter, kaum hörbar landen sie auf dem zentimeterdicken Teppichboden. Umso lauter das Gelächter der Kinder, die die hölzerne Festung vereinnahmt haben - als sie einzogen, in den neuen Kindergarten in Reindl.

Giraffen, Löwen und Zebras im Spatzennest: Die tierischen Kindergartengruppen haben ihr Revier bezogen. Am vergangenen Freitag wurde der Neubau in Reindl eingeweiht. Von nun an wird dort auf hölzernen Türmen mit Kletterwand und Bällebad gespielt und in einem Kinderrestaurant gespeist. 

Neben den Erzieherinnen und Pflegerinnen sowie zahlreichen Kindern ließen es sich Bürgermeisterin Elke Zehetner, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Roche-Werkleiter Ulrich Opitz nicht nehmen, bei der Schlüsselübergabe dabei zu sein: Auf dem Teppichfußboden der Turnhalle, im Hintergrund eine Kletterwand, hielten sie ihre Reden - über den 3,9 Millionen teuren Neubau und über seine künftigen Nutzer. 

„Der Kindergarten ist eure Rutsche ins Leben“, sagte die Landrätin den Kindern, die mit Liedern über den Bau des Hauses, aber auch über die Kindergartenzeit der Festgesellschaft für das ein oder andere Schmunzeln sorgten. Auch Ulrich Opitz sah in dem Neubau eine „Investition in die Zukunft“. Immerhin finden im Spatzennest viele Kinder von Roche-Mitarbeitern einen Platz, damit der Nachwuchs nicht in einer „sozialen Blase“ aufwachse, so der Werkleiter, der schließlich in die Runde fragte: „Was gibt es Nachhaltigeres, als in Kinder zu investieren?“ 

Trotz der umfangreichen neuen Innenausstattung, die mit gut 170.000 Euro aus den Rücklagen finanziert wurde, kann es Spatzennest-Geschäftsführerin Monika Scheer kaum erwarten, dass auch die Außenanlage mit Vogelnestschaukeln, Hochbeeten und Rodelhügel bald fertiggestellt ist. Die vergangenen Monate, waren „nicht immer einfach“, betonte Scheer dabei, immerhin seien die Mitarbeiter in eine Baustelle eingezogen. Eine Baustelle, die von den Architekten Markus Kleinen und Andreas Doktor geplant wurde. Die beiden verglichen den Kindergartenbau mit der Entwicklung eines Kindes: Die Planung sei wie die ersten Lebensjahre in der familiären Obhut, die Bauphase gleiche der Schulzeit und die Fertigstellung sei das Flüggewerden des Nachwuchses, so die Baumeister, ehe sie den symbolischen Schlüssel in Form eines riesigen Laugenzopfes an Scheer übergaben. 

Zum Abschluss erhielt das neue Gebäude den Segen von den Pfarrern Bernhard Holz und Julian Lademann. Letzterer freute sich, dass das Wichtigste schon gesagt wurde. Getreu der Devise „Lieber Gott, segne flott!“ ini­tiierte er den Segnen, ehe Holz mit einer Passage aus dem Markus-Evangelium einsetzte. Dann stürmten die Kinder in ihre neuen Räume - und davon gibt es einige: eine Turnhalle, ein Kinderrestaurant, ein Eltern- und ein Teamzimmer, Büros, ein Vorschulzimmer und vier Gruppenräume. Dort stärkten sich die Kleinen mit Muffins und dem Laugenzopfschlüssel, ehe es auf den Kletterturm oder ans Malen ging. ra

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