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„Schockanruf“: Penzbergerin (78) übergibt Gold und Schmuck für 100.000 Euro

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Von: Andreas Baar

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Die Betrüger hatten bei Frauen in Penzberg und Böbing angerufen. © Andreas Baar

Penzberg – Betrüger machen im Landkreis Weilheim-Schongau bei „Schockanrufen“ reiche Beute. Eine Penzbergerin (78) übergibt Gold und Schmuck im Wert von etwa 100.000 Euro.

Der Fall ereignete sich am Freitag (23. September) im Zeitraum von etwa 12.30 bis gegen 14.40 Uhr in Penzberg. Ein angeblicher Polizeibeamter rief bei einer Frau an. Bei der Angerufenen handelte es sich um eine 78-Jährige, wie Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim, auf Rundschau-Nachfrage berichtet. Der unbekannte Anrufer erzählte der Seniorin, dass ihr Sohn bei einem Verkehrsunfall jemanden tot gefahren habe und sie jetzt eine hohe Kaution bezahlen solle, damit ihr Sohn nicht ins Gefängnis müsse. Die Penzbergerin übergab daraufhin an eine Unbekannte an einem vereinbarten Übergabeort im Nachbarlandkreis Starnberg Gold und Schmuck im Wert von etwa 100.000 Euro.

Tipps der Polizei

Die Polizei rät zum Schutz vor solchen Betrugsmaschen:

- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen, z.B. nach einem Verkehrsunfall, zu einem Einbruch in der Nähe oder einer dringend zu zahlenden Kaution.
- Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen. Legen Sie einfach auf.
- Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über ihr Hab und Gut, Ihr Bargeld und Ihre Wertgegenstände. Legen Sie einfach auf.
- Lassen Sie niemanden in die Wohnung, der sehen will, wo Sie Geld oder Schmuck aufbewahren.
- Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück. Drücken Sie keine Wahlwiederholung. Legen Sie auf und wählen Sie dann den Notruf 110.
- Erstatten Sie immer, auch im Versuchsfall, Anzeige bei Ihrer Polizeiinspektion.
- Insbesondere die jüngere Generation wird ausdrücklich gebeten: Sprechen Sie offen über die Maschen der Telefonbetrüger und sensibilisieren Sie so Ihre nahestehenden Verwandten und Bekannten, die Opfer solcher hinterhältiger Anrufe werden könnten.
Weitere hat die Polizei Bayern hat auf ihrer Internetseite (https://www.polizei.bayern.de/).

Zweiter Fall in Böbing

Ein zweiter Fall ereignete sich laut Polizei am Dienstag (27. September): Ein Unbekannter rief mit unterdrückter Telefonnummer bei einer Frau in Böbing an und erzählte der Mitte 50-Jährigen, dass ihre Tochter einen Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem jemand überfahren und tödlich verletzt worden wäre. Um die Untersuchungshaft zu vermeiden, müsse eine Kaution im fünfstelligen Bereich hinterlegt werden. „Verstärkt wurde die dramatische Mitteilung dadurch, dass die angebliche Tochter am Telefon aufgelöst weinte“, heißt es von der Polizei. Die Böbingerin übergab am vereinbarten Ort an einen Unbekannten Bargeld und Goldmünzen im Gesamtwert von bis zu 50.000 Euro.

Ermittlungen sind schwierig

Die Polizei warnt zum wiederholten Mal vor der „perfiden Betrugsmasche“. Die Kriminalpolizei ermittelt in Oberbayern bereits wegen zahlreicher Callcenter-Betrugsfälle. Diese gestalten sich laut Polizeipräsidium meist schwierig: Die Callcenter befinden sich in vielen Fällen im Ausland, zudem würden sich die Opfer meist erst bei der Polizei melden, wenn die Geldabholer samt der Beute „über alle Berge“ sind.

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