DELF-Diplom: 20 Gymnasiasten haben es in Frankreich jetzt leichter

Auch am Samstag gebüffelt

Geschafft: Mit einem breiten Lächeln halten die Schüler ihr Diplôme d‘études de langue française in den Händen.

Penzberg –  Schüler des Penzberger Gymnasiums machten blau. Genauer gesagt blaue Diplome. 20 Mädchen und Jungen trotzten in der DELF-Prüfung komplexen Zirkumflexen, hörten jedes stumme H und parlierten wie in Paris. Dafür opferten sie sogar ihre Freitagnachmittage. 

Er dankt den Schülern für ihr Engagement - oder besser gesagt: Il remercie les élèves pour leur engagement: Bernhard Kerscher, Direktor des Gymnasiums, lobt die zwölf Mädchen und acht Jungen, die ihre Französisch-Kenntnisse prüfen ließen. Mit einem Lächeln hält jeder der 20 Schüler nun einen blauen Zettel in der Hand, das DELF-Zertifikat beziehungsweise den Diplôme d‘études de langue française. 

Gerade sind sie in die 11. Klasse gekommen. Oberstufe. Jetzt sind es nicht einmal mehr zwei Jahre bis zum Abitur. Und dann? Auch wenn viele von ihnen noch nicht wissen, wohin die berufliche Reise gehen soll, haben sich 20 Gymnasiasten dazu entschlossen, schon einmal vorzusorgen: Sie haben den Diplôme d‘études de langue française in der Niveaustufe B1 erworben und erhalten damit eine Eingangsberechtigung für ein Studium in Frankreich. Das international anerkannte Sprachdiplom stellte die Französisch-Fähigkeiten der Jungs und Mädchen aber ganz schön auf die Probe. 

Zunächst mussten sie zu einer Einzelprüfung bei ihrer Französischlehrerin Beate Mosch-Mayer antreten. Hier hieß es eine Viertelstunde lang: faire la conversation, also ein Gespräch im fremden Idiom führen. „Am Samstag folgte dann die schriftliche Prüfung mit Hörverstehen, Leseverstehen und Textproduktion“, erklärt Schülerin Lena Minet den 100-minütigen Test und hebt dabei das Wort „Samstag“ mit lauter Stimme hervor. Nicht nur an jenem Samstag opferten die Prüflinge im vergangenen Schuljahr einen Teil ihrer Freizeit für das Diplom, auch den von Schülern stets ersehnten Freitagnachmittag. „Ein zusätzlicher Zeitaufwand“, nickt Kerscher anerkennend. An diesen Freitagen setzten sich die Schüler gemeinsam mit Mosch-Mayer mit den Prüfungsformen auseinander und arbeiteten Übung für Übung ab, um sich so gut wie möglich auf den Test vorzubereiten. 

Mit dem Diplom erhoffen sich viele unter den Schülern berufliche Vorteile. Und Sebastian Proksch glaubt, dass einige seiner Mitschüler, so wie er selbst, die Prüfung auch als krönenden Abschluss genutzt haben: Ein Großteil der Gruppe hat sich nach der 10. Klasse nämlich dazu entschlossen, die Fremdsprache abzuwählen. Dass sich Schüler für eine Fächerkombination entscheiden müssen, sei ein Nachteil des G8, bedauert Schulleiter Kerscher. Lediglich bei sechs der 20 Schüler findet sich der Französisch-Unterricht noch im Stundenplan. Die übrigen 14 haben sich zu Gunsten anderer Fächer von der Fremdsprache verabschiedet. Zu Letzteren zählt auch Sebastian. Doch obwohl er Französisch künftig nicht mehr in der Schule spricht, denkt er darüber nach, mit seinem Abitur in der Tasche nach Frankreich zu ziehen, um dort zu studieren, meint der Schüler mit einem Blick auf sein Zertifikat. 

Unabhängig davon, wie viele ihrer Schüler weiterhin die französische Sprache pflegen, ist Lehrerin Mosch-Mayer stolz auf ihre Schützlinge. Sie selbst hat während der Vorbereitungsphase einmal eine berufliche Auszeit eingelegt, während dieser mussten sich die Mädchen und Jungen eigenständig vorbereiten. Dass sie das getan haben, und zwar mit Erfolg, belegen nun die DELF-Zertifikate, die „ein Leben lang gültig“ sind, freut sich Mosch-Mayer für ihre Schüler. ra

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