Unterstützung für Eltern

Gemeinderat ändert Satzung und ermöglicht damit Ferienbetreuung in der KoKiTa

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Kinder wollen in den Ferien betreut werden: Für Eltern, die arbeiten müssen, bietet nun auch die Gemeinde Kochel in der KoKiTa diesen Service an.

Kochel – Ein Betreuungsangebot für Kinder außerhalb der Schulzeit, das dürfte für viele berufstätige Eltern eine Erleichterung des Alltags sein. Doch ob eine solche Ferienbetreuung auf Dauer in der KoKiTa Einzug hält, ist eine Frage des Bedarfs - und des Personals. 

Berufstätige Eltern kennen das Problem: Rund zwölf Wochen Schulferien des Nachwuchses sind mit dem eigenen Jahresurlaub einfach nicht abzudecken. Durch Ferienbetreuung vor Ort könnte sich die Jahresplanung in so mancher Familie merklich entspannen. Kochels Gemeinderat ermöglicht nun durch eine Satzungsänderung zumindest auf dem Papier die Schulkindbetreuung in der KoKiTa. Deren Umsetzung in die Realität hängt jedoch davon ab, ob genügend Bedarf besteht und ob die Gemeinde qualifiziertes Personal findet.

Eine Betreuung während der Schulzeiten gibt es in Kochel bereits. Seit der Erweiterung der gemeindlichen Kindertagesstätte um eine Krippengruppe war dafür in der KoKiTa aber kein Platz mehr, weshalb die Betreuung der Schulkinder generell in der Franz-Marc-Grundschule zusammengefasst wurde. Dort wird allerdings keine Betreuung außerhalb der regulären Schultage angeboten, auch nicht vom BRK-Kreisverband Bad Tölz-Wolfratshausen als neuem Träger der Mittagsbetreuung. 

„In Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat der Grundschule wurde zu Beginn des aktuellen Schuljahres eruiert, ob denn überhaupt Bedarf für eine entsprechende Ferienbetreuung besteht“, sagt Bürgermeister Thomas Holz. In der Vergangenheit habe es nämlich diesbezüglich nur vereinzelte Nachfragen gegeben, und auf damals vierzehn Nachfragen für die Herbstferien seien nur vier Anmeldungen und schließlich nur zwei tatsächlich anwesende Kinder gefolgt, gab er zu bedenken. Aufgrund der ausgewerteten Rückmeldungen sei nun jedoch mit der KoKiTa-Leitung vereinbart worden, in den Ferien eine Betreuung von Schulkindern anzubieten. 

Aufgrund dieser Neueinführung einer Gruppe nahm der Gemeinderat in der Kindertagesstätten-Gebührensatzung einen entsprechenden Passus auf. Die wöchentlichen Gebühren sind zwar – entsprechend dem finanziellen Aufwand durch Einstellung von zusätzlichem, gegebenenfalls kurzfristig beschäftigtem Personal – etwas höher als für den Besuch einer regulären KoKiTa-Gruppe, mit 50 Euro aber dennoch sehr günstig. Im Hinblick auf Planungssicherheit sieht die Satzung ferner vor, dass Eltern vier Wochen vor Beginn eine verbindliche Betreuungsvereinbarung für die Dauer von mindestens einer (bis 40 Stunden umfassenden) Woche abschließen müssen. Wie oft das Kind dann tatsächlich in die Betreuung komme, bleibe jedem selbst überlassen, stellte Holz fest. Buchungen sollen jedenfalls in allen bayerischen Schulferien, außer den Weihnachtsferien, dem Buß- und Bettag und den gemeindlichen Schließtagen möglich sein. 

Welche finanzielle Belastung sich für die Gemeinde ergibt, konnte der Rathauschef noch nicht sagen, da die Einnahmen von der tatsächlichen Zahl der Anmeldungen abhängen. Als größte Schwierigkeit könnte sich allerdings die Personalsuche herausstellen. Denn das zusätzliche Angebot sei weder mit den angestellten Mitarbeiterinnen zu stemmen, noch komme dafür eine sogenannte 450-Euro-Kraft in Frage, erklärte Holz. „Wir können eine Ferienbetreuung nur dann anbieten, wenn wir jemanden mit der entsprechenden fachlichen Qualifikation wie Erzieherin oder Kinderpflegerin finden“, räumte er daher ein. cw

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