Ungetüme mit Krepphaube

Einschulung in Penzberg: Für 161 Erstklässler beginnt der Ernst des Lebens

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Die Tüte fest im Griff: Die Erstklässler der Bürgermeister-Prandl-Grundschule waren bei ihrer Einschulungsfeier mächtig nervös.

Penzberg – Wer trägt hier wen? Eine Frage, die sich beim Anblick all der Kinder in der Stadthalle stellte. Ehe es für die neuen Erstklässler in die Bürgermeister-Prandl-Grundschule ging, schleppten sie nämlich nicht nur ihren Ranzen zur Einschulungsfeier, sondern auch gigantische Schultüten.

Raketen flogen, Pferde sprangen und Fische schwammen da über das Tonpapier. Die fest zugeschnürte Hauben der Schultüten konnten den Inhalt kaum beisammen halten, hier und da lugte eine Plüscheule oder ein Mäppchen aus dem Krepppapier heraus. Doch die riesigen Tüten erwiesen sich als äußerst praktisch, konnten sich die aufgeregten Kinder doch fest an diese klammern. 

Exakt 89 Erstklässler und damit vier neue Klassen begrüßte Schulleiter Lars Schumann in der Stadthalle, ein paar weniger als im vergangenen Jahr, doch eines ist gleich geblieben: die Nervosität. Also machte der Rektor die Bühne frei für ein Evergreen-Thea­terstück, das den Mädchen und Jungen die Angst nehmen sollte. In dem Schauspiel lernte Schultütenanwärterin Jule, wie wichtig die Schule für das Leben ist und dass es keinen Grund gibt, sich vor Lehrern zu fürchten. Ein Chor aus Schülern sang dazwischen Lieder mit Mut machenden und gemeinschaftsfördernden Zeilen wie „Das komische Gefühl in dem Baum, das hatten wir auch“. Und Schumann beruhigte, dass in der Grundschule „ganz viele nette Lehrer“ unterrichten. 

Bürgermeisterin Elke Zehetner gab sich dagegen neugierig, sie wollte wissen, wer von den Erstklässlern denn schon in die Schultüte geguckt habe, obwohl es ja eigentlich Tradition sei, dies erst am Ende des Tages zu wagen. Da trauten sich dann nur wenige Kinder, ihre Hand zu heben. Aber diese Wenigen taten dies mit großer Freude. „Süßigkeiten sind drin“, rief ein Kind der Rathauschefin entgegen. Ebenso munter antworteten die Kinder auf Zehetners Frage, ob denn schon eine Lesekompetenz vorhanden sei. „Ich kann meinen Namen lesen“, meinte ein Mädchen. „Ich meine ganze Familie“, versuchte das ein anderes Kind zu übertrumpfen und sorgte damit für viel Schmunzeln unter den Eltern und Großeltern. Noch mehr als Namen werden die Erstklässler nun in den kommenden Jahren lernen, auch die 57 ABC-Schützen an der Grundschule an der Birkenstraße sowie die 15 Erstklässler an der Montessori-Schule. ra

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