Die Kette übergeben

Seeshaupt verabschiedet Gemeinderäte

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Nicht umgehängt, sondern in die Hand gedrückt: Michael Bernwieser überreicht seinem Nachfolger Fritz Egold die Amtskette.
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Aus der Kommunalpolitik verabschiedet: Fritz Stuffer, Babara Kopf, Markus Ott, Michael Bernwieser, Manfred Fent und Ulrike Xylander (von links).

Seeshaupt – Ihre letzten Amtshandlungen bestritten die scheidenden Bürgermeister und Gemeinderäte von Seeshaupt in einem ungewohnten Ambiente: in der Mehrzweckhalle, wo sich, anders als im Rathaus, der Mindestabstand einhalten ließ.

So war die Verabschiedung von zwei Bürgermeistern und vier Gemeinderäten ganz auf Distanz programmiert, was sich am deutlichsten daran zeigte, dass Bürgermeister Michael Bernwieser die Amtskette seinem Nachfolger Fritz Egold nicht umhängte, wie sich das eigentlich gehören würde, sondern einfach in die Hand drückte. Neben Bernwieser und seinem Stellvertreter Fritz Stuffer (PFB) wurden auch Ulrike Xylander und Manfred Fent (GrAS), Markus Ott (SPD) und Barbara Kopf (PFB) mit einem bayerischen Löwen, einer Urkunde und viel Beifall aus der Kommunalpolitik verabschiedet. 

In seinem Abschlussbericht ließ Michael Bernwieser die zwölf Jahre seiner Amtszeit mit 199 Gemeinderatssitzungen Revue passieren und verwies auf die wichtigsten Projekte. Gerne hätte er das im Rahmen der Bürgerversammlung getan, doch wurde diese wegen Corona auf unbestimmte Zeit verschoben. Bernwieser erinnerte dabei unter anderem an den Bau des Kinderhauses und des Sportzentrums, an die Erweiterung des Seniorenzentrums, die Sanierung von Bauhof, Grundschule und Campingplatz, den Bau neuer Spielplätze, die Breitbandversorgung, zwei Einheimischenmodelle, diverse Grundstückskäufe und die Errichtung von 16 Sozialwohnungen. „Doch natürlich hat nicht alles geklappt“, gab Bernwieser bereitwillig zu. Geschmerzt hat ihn dabei vor allem, dass er im Gemeinderat keine Mehrheit für die dringend erforderliche Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses sowie die Beseitigung der dort festgestellten Sicherheitsmängel gefunden hat. „Liebe Leute, ihr habt im Wahlkampf teilweise der Feuerwehr ein neues Haus auf der grünen Wiese versprochen, ich ermahne Euch zu einem wirklich raschen Handeln, denn hier geht es im Wesentlichen um die Arbeitssicherheit der Feuerwehrleute“, sagte Bernwieser. Auch die in einer Umfrage von einer großen Mehrheit der Seeshaupter angemahnte Verbesserung der Einzelshandelsversorgung sei noch zu lösen. Dies, so der scheidende Rathauschef, gelte auch für viele Verkehrsprobleme, die Entwicklung des „Gärtnereiquartiers“ sowie wichtige Aufgaben in der Wasserversorgung. 

Zum Schluss bedankte sich Michael Bernwieser bei allen Gemeinderatsmitgliedern, den Mitarbeitern im Rathaus und in der Verwaltungsgemeinschaft mit Iffeldorf, den ehrenamtlichen Helfern der Kirchen und Vereine und nicht zuletzt bei seiner Frau Monika und seinen beiden Töchtern, die oft auf ihn verzichten und sich als Unbeteiligte das eine oder andere Unangenehme anhören mussten. „Nun gebe ich meine Verantwortung und mein Amt ab mit der Erklärung, dass das mein wertvollster, nachhaltigster und erfolgreichster Lebensabschnitt war“, sagte Bernwieser. fw

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