Stadt nur in der Vermittlerrolle

AWO wählt Nachfolger aus

Penzberg - Die Stadt klinkt sich aus der Entscheidung über den künftigen Betreiber des Seniorenheims an der Gartenstraße aus und übernimmt nur mehr eine vermittelnde Rolle. Sprich: Sie reicht eine Vorauswahl an potenziellen Betreibern an die Arbeiterwohlfahrt (AWO) weiter.

Die ist laut Bürgermeisterin Elke Zehetner nun eigenständig mit der Nachfolgeregelung betraut - und damit auch „alleiniger Entscheider“, wer das Heim künftig führt. Der neue Betreiber könnte, wenn es nach Zehetner geht, gleich noch ein Projekt realisieren: ein Seniorenwohnen auf dem Areal des alten Schlachthofs.

In nichtöffentlicher Sitzung hat der Stadtrat am Dienstagabend dieser reinen Vermittlertätigkeit zugestimmt. Zehetner zufolge habe die Stadt aus juristischen Gründen keine andere Wahl gehabt, im Übrigen sei dieses Vorgehen auch plausibel. Schließlich handele es sich dabei nur um einen Betriebsübergang, und dafür sei eben die AWO als noch eingesetzter Betreiber zuständig „und nicht die Stadt“, wie Zehetner sagte. Das Rathaus leite deshalb lediglich Interessenten weiter an die AWO, „und hier auch nur seriöse Anbieter“, wie die Rathaus­chefin versicherte. Damit will man sicherstellen, dass die Zusatzversorgungen der Mitarbeiter, deren Übernahme samt Tarifgebundenheit und natürlich das Wohn- und Bleiberecht der Senioren gesichert werden. Zehetner bestätigte, dass die AWO bereits in Verhandlungen stehe.

Dass sich die Entscheidung für den künftigen Betreiber des Seniorenheim am Ende als nachteilig für die Stadt erweisen könnte, glaubt Zehetner übrigens nicht: „Die AWO hat doch sonst einen Ruf zu verlieren. Außerdem ist sie mit der Stadt über die Kindertagesstätten ja noch verbandelt.“

Der Betreibervertrag mit der AWO läuft noch bis zum 30. September, „bis dahin muss der Betriebsübergang geregelt sein“, so Elke Zehetner. Ihr wäre es übrigens durchaus recht, wenn der neue Betreiber auch gleich ein Wohnprojekt für Senioren auf dem Gelände des alten Schlachthofs an der Karlstraße 6 verwirklichen würde. „Wir haben dort ein sehr hohes Baurecht“, sagte die Bürgermeisterin und schob sogleich hinterher: „Je mehr entsteht, desto besser. Der Bedarf an solchen Wohnungen ist jedenfalls immens.“ arr

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