Grundstein gelegt

Seniorenzentrum in Penzberg: Startschuss für AWO-Neubau - es wird ein Millionenprojekt

Vertreter von AWO, Thomas-Wimmer-Stiftung, Stadt, Landkreis und Architekten stehen am Grundstein vor dem Pfründnerhaus.
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Mit vereinten Kräften wurde der Grundstein gelegt.

Penzberg – An der Gartenstraße in Penzberg sind die Bagger angerollt: Der Neubau des AWO-Seniorenzentrums hat begonnen. Bei der Grundsteinlegung war viel Lob für das Millionenprojekt zu hören.

Der Weg bis zum offiziellen Startschuss war kein leichter gewesen. Wie berichtet, hatten Streit und Gerichtstermine den Verkauf des städtischen Grundstücks 2018 an die Münchner Thomas-Wimmer-Stiftung (TWS) begleitet. Erst im Oktober 2019 hatte dann die von der Stadt gewünschte AWO München Stadt das Haus vom damaligen Betreiber Novita übernehmen können. Eines war stets klar: In die Einrichtung muss viel Geld gesteckt werden. Die Räumlichkeiten entsprechen nicht mehr den betrieblichen Vorgaben. Ohne Modernisierung und Neubau gibt es keine Genehmigung der Heim- aufsicht des Landkreises. Ende 2022 läuft die Erlaubnis für das Bestandsgebäude (74 Pflegeplätze) und Ende 2024 für das denkmalgeschützte Pfründerhaus mit der Demenz-Betreuung und 24 Plätzen aus.

Nebengebäude bereits modernisiert

Der erste Bauabschnitt im Nebengebäude ist abgeschlossen, berichtete nun Jürgen Salzhuber, Vorsitzender von TWS und AWO. „Es wurde alles rausgerissen.“ 13 Zimmer wurden barrierefrei hergerichtet. In der zweiten Phase geht es an das 1977/78 errichtete Bestandsgebäude. 57 Zimmer müssen den Vorgaben angepasst werden. Im Obergeschoss soll eine Tagespflege mit zehn Plätzen eingerichtet werden – dafür hat die Stadt bereits Bedarf angemeldet. Die Arbeiten erfolgen laut Salzhuber allerdings erst, wenn der Neubau zum Mai 2022 fertig ist – damit die Bewohner vor dem weiteren Umbau dorthin umziehen können. Geplant ist ein dreigeschossiger Neubau im Süden des Grundstücks. Es wird 63 Pflegezimmer, darunter 32 mit Einzelbelegung, mit 83 Plätzen geben. Im Obergeschoss sind zehn Appartements für Betreutes Wohnen vorgesehen – dies war ein Wunsch der Stadt. Kurzeitpflege soll laut Salzhuber im Gesamtkomplex „eingestreut“ werden. Insgesamt ist das Heim auf 164 Bewohner ausgerichtet. Salzhuber: „Eine sehr gute Größe“.

Lob von der Politik

Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) erinnerte an die Bedeutung des ersten Seniorenheims für Penzberg, errichtet 1926 im Pfründnerheim. Die AWO, seit 1978 am Standort, habe eine „sehr lange Tradition“. Die Kommune, versprach Korpan, werde „immer ein zulässiger Partner“sein. Amtsvorgängerin Elke Zehetner (SPD) betonte, dass sie „froh und sehr, sehr stolz“ sei, die Stiftung und die Münchner AWO nach Penzberg geholt zu haben – es gehe um „eine nachhaltige“ Entwicklung des Areals. Stellvertretender Landrat Wolfgang Taffertshofer (BfL) hob das „zukunftsweisende Projekt“ hervor.

Keine staatlichen Zuschüsse

Die Thomas-Wimmer-Stiftung steckt viel Geld in das Vorhaben. Laut Salzhuber beträgt das Volumen 16,6 Millionen Euro. Für den Neubau sind 13,9 Millionen Euro und für den Umbau 2,7 Millionen Euro angesetzt. Die Stadt schießt 200.000 Euro für das Betreute Wohnen dazu. Staatliche Zuschüsse gibt es gemäß Salzhuber nicht.

Leitet das AWO-Seniorenzentrum in Penzberg: Javier Gil Morillas.

Das Seniorenzentrum hat einen neuen Leiter: Javier Gil Morillas hat zum 1. Juli die Führung von Christian Schulz übernommen. Diese Personalia wurde jetzt beim Spatenstich für den Neubau bekannt. Der 32-jährige Morillas, gebürtiger Spanier aus Madrid, arbeitet seit acht Jahren in Deutschland. Die letzten vier Jahre war er im AWO-Dorf Hasenbergerl in München tätig. Morillas ist gelernter Sozialpädagoge und hat Weiterbildungen zur gerontopsychiatrischen Fachkraft sowie zur Leitung sozialer Einrichtungen absolviert. AWO-Geschäftsführer Hans Kopp hob bei Morillas lobend dessen Mischung aus südländischem Temperament und der Eigenschaft, Menschen zu führen und zu motivieren, hervor.

130 Mitarbeiter angepeilt

Vorgänger Christian Schulz, Leiter des AWO-Dorfs Hasenbergl, hatte das Seniorenzentrum durch „stürmische See“ geführt, wie ihn Kopp ausdrücklich würdigte. Schulz, selbst Penzberger, war nach der Übernahme des Betriebs von der Novita zum Oktober 2019 als kommissarischer Heimleiter von der Geschäftsführung eingesetzt worden. Die Zustände, die man vor knapp einem Jahr vogefunden habe, bezeichnete AWO-Geschäftsführer Kopp erneut als „desolat“. Wegen Personalmangels hatte die Novita damals einen Aufnahmestopp für Bewohner verhängt. Diesen Stopp gibt es laut Kopp – auch in Corona-Zeiten – nicht mehr. 72 Bewohner leben im Heim, es gibt rund 70 Mitarbeiter. Nach Um- und Neubau soll das Heim ab 2022 bis zu 164 Plätze bieten, circa 130 Mitarbeiter sind laut Kopp angepeilt. Andreas Baar

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