Die richtige Lage ermitteln

Vorbereitung der Sanierung der ehemaligen Kochler Hausmülldeponie schreitet voran

Dem Grundwasser auf der Spur: Zu den bestehenden zwölf Messstellen, wie hier am Ufer des Kochelsees, kamen jetzt fünf weitere hinzu.

Kochel – Um bei der Sicherung und Sanierung der ehemaligen Hausmülldeponie am Kochler Festplatz keinen Fehler zu machen, werden die entsprechenden Maßnahmen bereits seit dem vergangenen Herbst vorbereitet. Im Augenblick geht es darum, die passende Dimensionierung der Drainagen und ihre richtige Positionierung hinsichtlich Lage und Höhe zu ermitteln. Wie berichtet, hat das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen im August 2018 die Errichtung von Drainagen und einer Grundwasserreinigungsanlage angeordnet. Damit soll verhindert werden, dass Schadstoffe aus der Altablagerung in Richtung Kochelsee und Loisach abfließen. 

Nach erfolgter Ausschreibung und entsprechender Vergabe wird diese Sanierung nun seit gut einem halben Jahr vorbereitet. Zu den bestehenden zwölf Grundwassermessstellen wurden fünf weitere errichtet und mit Messapparaturen ausgestattet, die kontinuierlich den Wasserstand aufzeichnen. Auch an dem großen Entwässerungsrohr sollen Messapparaturen installiert werden. Dies ist dort jedoch nicht so einfach wie bei Grundwassermessstellen, wie Reinhard Zobel von der SakostaCAU GmbH aus München erläutert: „Es sind hierzu sowohl am Rohreinlauf als auch am Rohrauslauf in den Kochelsee vorbereitende Bauarbeiten geringen Umfangs nötig, die in den nächsten Wochen ausgeführt werden. So werden vor dem Einlauf und nach dem Auslauf zwei Meter lange Messrohre verlegt, in denen dann die eigentlichen Messapparaturen installiert werden.“ 

Alle Maßnahmen dienen einer mengenmäßig sehr genauen Erfassung des Durchflusses im Rohr am Ein- und Auslauf. Beide Mengen sind infolge des Zuflusses aus der Altablagerung über Undichtigkeiten des Rohres unterschiedlich. Bisher liegen nur qualifizierte Schätzungen zu der Ein- und Auslaufmenge im Rohr vor. Über die Messapparaturen wird sechs Monate lang, bei unterschiedlichen Jahreszeiten und Witterungsverhältnissen, der unterschiedliche Durchfluss am Ein- und Auslauf des Rohres genau ermittelt. „Dieser Durchfluss ist wie die Messung in den neu errichteten Grundwassermessstellen die Grundlage für eine möglichst genaue 3D-Modellierung der Grundwasserfließverhältnisse“, so Zobel. Neben dem Ist-Stand, den das Modell abbilden soll, werden dabei auch verschiedene Szenarien einer Sanierungsausführung modelliert. „So kann die effektivste und kostengünstigste Sanierungsausführung ermittelt, ausgeschrieben und umgesetzt werden“, erklärt Zobel. 

Grundsätzlich wird die Sanierung durch eine Verlegung von Drainagen erfolgen, die verunreinigtes Wasser sammeln und einer Reinigungsanlage zuführen. Die passende Dimensionierung der Drainagen und ihre richtige Positionierung wird derzeit ermittelt. Wesentlich ist auch: Die jetzt sichtbaren Maßnahmen vor Ort dienen nicht einer Rohrsanierung, denn die folgt erst nach entsprechender Planung in den nächsten Jahren. cw

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