Werben wie Coca-Cola

Seniorenbeirat will zeigen, dass er um die älteren Generationen Penzbergs bemüht ist

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Marketing schadet nicht: Siegfried Höfler (links) fände es nicht schlecht, für die Neuauflage der Seniorenbroschüre die Werbetrommel zu rühren.

Penzberg – Ein Tag für die älteren Generationen der Stadt, Sitzungen im Seniorenzentrum und eine Broschüre: Der Penzberger Seniorenbeirat will künftig die Senioren der Stadt noch besser erreichen. Zugleich ist er aber auch darum bemüht, zu zeigen, wie viel Einsatz die Mitglieder dafür leisten.

Sie wollen präsent sein, das machte der Seniorenbeirat in seiner jüngsten Sitzung mehr als deutlich. Das Gremium für die ältere Generation setzt sich seit 2003 für die Belange der Senioren ein und somit mit Themen wie Barrierefreiheit, Verkehrswege und alles, was das Leben im höheren Semester betrifft, auseinander.Auch im Seniorenzentrum an der Gartenstraße wollen sie wirken, dass das zwar möglich ist, jedoch nicht in dem Umfang, wie einige Mitglieder sich das vielleicht wünschen, machte Ludwig Schmuck aber schnell und unmissverständlich klar. 

Beim „Tag der Älteren“ dagegen kann der Beirat sein volles Engagement zeigen. In der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats saß das Gremium im Großen Sitzungssaal des Rathauses, doch die Mitglieder denken nun über einen Tapetenwechsel nach, vielleicht nicht dauerhaft, aber gelegentlich wollen sie im rund 500 Meter entfernten Seniorenzentrum an der Gartenstraße zusammenkommen. Dann hätten viele Senioren, um deren Belange sich der Beirat schließlich kümmert, nur einen kurzen Weg auf sich zu nehmen, um an der Sitzung als Zuschauer und Zuhörer teilzunehmen. Neu ist diese Idee nicht, man habe dort schon früher einmal getagt, so Siegfried Höfler, Vorsitzender des Beirats, der das Früher nun „wieder aufleben“ lassen möchte. Auch möchte er das Gremium mehr in das Seniorenzentrum einbinden. Mitsprache in die Abläufe und die künftige Entwicklung des Seniorenzentrums, das ab 1. Oktober von der AWO-München betrieben wird und im Besitz der Thomas-Wimmer-Stiftung (TWS) ist, könne man aber nicht nehmen, betont Ludwig Schmuck, der zugleich hervorhebt, dass er als Referent für Senioren und Soziales wisse, wovon er spreche. „Wünsche“ wolle man trotzdem äußern dürfen, meint da Höfler. Und seine Beiratskollegin Liselotte Schlossbauer nutzt gleich die Gelegenheit, einen solchen Wunsch zu äußern: Eine Tagespflege müsse nach Penzberg kommen. „In vielen anderen Kommunen“ funktioniere es ja auch, so die Beirätin. Eine Tagespflege einzurichten, müsse daher beim Neubau berücksichtigt werden, findet Schlossbauer. „Jetzt muss erst einmal umgebaut werden“, unterbricht sie da Schmuck, laut und aufbrausend, und verweist dabei auf den Zeitdruck, unter dem die TWS steht, um mit einem Umbau des Bestandsgebäudes bis Ende 2022 den Auflagen der Heim­aufsicht gerecht zu werden. 

Doch nicht nur im Seniorenzen­trum, auch in der Stadthalle will der Seniorenbeirat die älteren Generationen erreichen und ihnen etwas bieten können, nämlich am „Tag der Älteren“, der dort am Dienstag, 1. Oktober, stattfindet. Auf frisch Gebackenes aus der Koinschaufe werden die Senioren da aber verzichten müssen, „mit dem Wirt sind wir nicht klargekommen“, sagt Höfler. Denn der Wirt hätte einen Mindestumsatz gefordert, da das Wirtshaus dienstags geschlossen habe. Einen solchen wollte Höfler aber nicht garantieren. Nun übernimmt das Café Freudenberg das Catering, „das macht auch gute Preise“, verkündet Höfler dem Gremium. Doch Backwaren und heiß Gebrühtes sollen am „Tag der Älteren“ nur eine Nebenrolle spielen, immerhin wird es in der herbstlich geschmückten Halle ein umfangreiches Programm: umrahmt von Musik halten Klaus Wolfermann und Michaela Schott Vorträge zu altersspezifischen Themen, Karin Sonnenstuhl bringt die Senioren bei Stuhlgymnastik ins Schwitzen und diverse Informationsstände, an einem stehen zum Beispiel Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes mit dem Hausnotruf, werden die Halle füllen. 

Doch nicht allein am 1. Oktober ist für die Penzberger Senioren etwas in der Stadt geboten, das will der Seniorenbeirat mit der Neuauflage seiner Informationsbroschüre beweisen. Vereine, die seniorenfreundliche Veranstaltungen anbieten, aber auch Leistungen der Arbeiterwohlfahrt, der Pflegedienste und der Kirche werden darin gedruckt sein, genauso wie wichtige Adressen und Ansprechpartner. „Wir müssen das auch anständig vermarkten“, findet Herbert Preuß. „Die Broschüre ist nichts Neues“, antwortet Schmuck auf den Vorschlag seines Kollegen. Das Heft zum Beispiel in Briefkästen flattern zu lassen, hält er für keine gute Idee, denn „der wo‘s braucht, hat‘s bis dato immer gekriegt“. Höfler brach dagegen eine Lanze für Preuß, „Werbung gehört dazu“, selbst die umsatzstärkste Cola-Marke, Coca-Cola, mache Werbung. Und so teuer könne das Ganze nicht sein, so der Vorsitzende. Ob nun geworben wird oder nicht, darauf konnte sich das Gremium nicht einigen, jedoch darauf, das zunächst der Inhalt der Broschüre fertiggestellt wird, zehn Seiten sind jedenfalls schon prall gefüllt. ra

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