Bebauungsplan für Kirnberg

In der Zwickmühle

+

Penzberg - Die Stadt stolpert beim Bebauungsplan für Kirnberg über die Richtlinie für sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN) und versucht sie am Ende sogar auszuhebeln. Ideen dazu gab es jüngst im Bauausschuss.

Im März hatte der Stadtrat die Richtlinie für SoBoN erlassen, die bei jenen Bauprojekten greift, für die ein neuer Bebauungsplan aufgestellt und im Zuge dessen eine Wohnfläche von mindestens 500 Quadratmetern geschaffen wird. Damit soll den stetig steigenden Mietpreisen und übermäßigen Spekulationsgewinnen von Bauträgern entgegengewirkt werden.

Der Bebauungsplan für Kirnberg hat es in sich, denn an kaum einer anderen Stelle im Stadtgebiet liegen Gewerbe und Wohnen so nah beieinander wie hier: auf der einen Seite HAP, gegenüber die Wohnhäuser. Sieben Grundstückseigentümer streben dort nun eine weitere Wohnbebauung mit mehr als 500 Quadratmetern Geschoßfläche an, weshalb hier die SoBoN greifen würde. Gemäß der Richtlinie muss nämlich ein Drittel der Wohnfläche sozialgerechten Komponenten zugeführt werden, oder die Projektentwickler entrichten alternativ diesen Drittelwert an die Stadt.

Dagegen regt sich nun der Protest der Anwohner. Und die Stadt sieht sich in der Zwickmühle, denn die SoBoN greift nur bei neuen Bebauungsplänen. Der Kirnberger Plan ist zwar noch nicht unter Dach und Fach, befindet sich aber sehr wohl schon seit Jahren - und damit vor der SoBoN-Richtlinie - in der Aufstellung. Manche Juristen erachten deshalb die Richtlinie als obsolet für Kirnberg, manche aber auch nicht. Die Anwohner, die Bauwünsche geäußert haben, wollen die SoBoN jedenfalls nicht akzeptieren. In der Folge würden diese Flächen nicht im Bebauungsplan berücksichtigt, die Stadt würde also auch kein Baurecht erteilen. Allerdings will sie die Anwohner, die seit Jahren in dem Bebauungsplanverfahren eine Lösung in der Frage der Vereinbarkeit von Gewerbe und Wohnen suchen, nicht verprellen.

Hardi Lenk (SPD) empfahl, das Thema nochmals zurückzustellen. „Wir haben noch nicht genug Informationen, wir sind in Sachen SoBoN einfach noch nicht sattelfest“, sagte er. Konkret will Lenk - wie auch Manfred Reitmeier (Bürger für Penzberg) - wissen, wieviel die Anwohner durch die neue Richtlinie zahlen müssten. arr (mehr dazu in der Printausgabe)

Auch interessant

Meistgelesen

Mit dem Baseballschläger bedroht
Mit dem Baseballschläger bedroht
Ganz ohne Kleingeld
Ganz ohne Kleingeld
Viel Musik und viel Fußball
Viel Musik und viel Fußball
Die Grünen mucken auf
Die Grünen mucken auf

Kommentare