Es bleiben noch 17 Jahre

Energiewende bis 2035: Das INOLA-Projekt soll den Landkreisen dabei helfen

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Penzberg - Die Energiewende ist etwas ins Stocken geraten. Bis zum Jahr 2035 wollen die Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Garmisch-Partenkirchen ihren Bedarf ausschließlich durch erneuerbare Energien bestreiten.

Weil dies aber nach dem Abebben des ersten Hypes nicht mehr so einfach ist, hat man im Oberland die Unterstützung durch das Projekts INOLA (Innovationen für ein nachhaltiges Land- und Energiemanagement auf regionaler Ebene) gewinnen können. Auf einer Regionalkonferenz in der Penzberger Stadthalle wurden nun die ersten Ergebnisse präsentiert.

Rund 3,4 Millionen Euro lässt sich das Bundesforschungsministerium INOLA kosten, in dessen Rahmen Projektpartner aus Wissenschaft und Praxis im Dialog mit den Akteuren vor Ort noch bis zum kommenden Jahr Lösungsansätze erarbeiten sollen, „wie das ambitionierte Ziel einer bis 2035 allein durch erneuerbare Energien sichergestellten Energieversorgung in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Weilheim-Schongau erreicht werden kann“. Unter der Leitung von Anne von Streit vom Lehrstuhl für Mensch-Umwelt-Beziehungen der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde dafür ein Simulationstool erarbeitet, das bei verschiedenen Ausbaupfaden erneuerbarer Energien auf stündlicher Basis ermittelt, wie viel Strom und Wärme in der Region aus erneuerbaren Energien produziert werden kann und dies dem stundenaktuellen Bedarf gegenüber stellt. So wird ersichtlich, ob und wann Überschüsse zu erwarten sind oder Energie von außerhalb der Landkreise importiert werden muss. Außerdem wurde ein für das Oberland möglicher Ausbaupfad von erneuerbaren Energien ermittelt. Die nun in der Stadthalle gezeigten Ergebnisse beziehen sich deshalb auf einen Technologiemix beim Strom, der stark auf den Zubau von Photovoltaikanlagen setzt. Bei der Wärme wird auf den schrittweisen Austausch fossiler Energieträger zu Gunsten von Bioheizwärme, Geothermie und Solarthermie gesetzt. Die Ergebnisse zeigen Möglichkeiten auf, wie viele Dächer noch mit Photovoltaik- und Solarthermieanlagen belegt oder auch wie viele Photovoltaikfreiflächen und Windkraftanlagen zugebaut werden müssten, um bis 2035 die Energiewende zu schaffen. Allerdings hat sich dabei auch gezeigt, dass dieses Ziel „noch erhebliche Anstrengungen erfordert“, wie Anne von Streit betonte. Beim Strom sei dies „prinzipiell“ möglich, bei der Wärme müssten aber „weitere Einsparpotenziale unbedingt ausgeschöpft werden“. la (mehr dazu in der Printausgabe)

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