Alte Rechte und ein Jubiläum

Walchenseekraftwerk: Uniper signalisiert Kompromissbereitschaft beim Sommerfest

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Feier im Kraftwerk: die Bürgermeister Georg Riesch (l.) und Thomas Holz (3.v.l.), die Landräte Anton Speer (4.v.r.) und Josef Niedermaier (2.v.r.), Bezirkstagspräsident Josef Mederer (2.v.l.), Ulrike Goldstein vom Bezirk Oberbayern (5.v.l.), Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Tworek (4.v.l.), der Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber (5.v.r.), Claus Kumutat vom Landesamt für Umweltschutz (3.v.r) und Klaus Engels von Uniper (r.).

Kochel – Anlässlich des hundertsten Jahrestags des Beginns der Bauarbeiten für das weithin sichtbare Wasserschloss, das 200 Meter oberhalb der Maschinenhalle als Ausgleichsbecken dient, lud Uniper zu einem Sommerfest am Walchenseekraftwerk ein, und zu einer Zeitreise in die 1920er Jahre.

Uniper sei stolz darauf, „das Walchenseekraftwerk als Geburtsstätte der bayerischen Energiewirtschaft im Kraftwerkspark zu haben“, hieß es in der Einladung zum Sommerfest. Mit diesem wolle man „der Region etwas zurückgeben“, dafür, dass man „an der schönen Stelle Eingriffe in die Natur vornehmen und Geld verdienen dürfe“, wie Klaus Engels von Uniper ausführte. Der Direktor Wasserkraft Deutschland betonte, dass unabhängig von dem 100. Geburtstag der Austausch von Informationen und Meinungen wichtiger denn je sei. Zwar sei das Walchenseekraftwerk bereits zu Bauzeiten populär gewesen und heute nach wie vor ein Besuchermag­net, aber die momentane Popularität des Kraftwerks in der Öffentlichkeit sei weniger gewünscht, stellte Engels mit Blick auf die auslaufenden Wasserrechte fest. „Der ein oder andere kann es gar nicht erwarten, dass die Regierung uns das mitteilt“, feixte der Uniper-Manager, dabei sei dem Energiekonzern bereits klar, dass die Wasserrechte 2030 auslaufen. „Wir möchten das Walchenseekraftwerk weiterbetreiben, und zwar wirtschaftlich“, betonte er und kündigte an, zu Kompromissen bereit zu sein. „Natur­eingriffe aller Art, wie sie 1920 und nach dem Krieg getan wurden, sind heute nicht mehr angemessen“, erklärte Engels, der zugleich auf Kompromissbereitschaft aller Partner, die mit am Tisch sitzen, hofft. „Es stehen große Investitionen an, die sich nur lohnen, wenn wir Planungssicherheit haben“, mahnte er. 

Nach der Fahrt mit der Standseilbahn nahm Elisabeth Tworek, Leiterin der Kulturabteilung des Bezirks Oberbayern, die Gäste vor dem Wasserschloss mit auf eine Zeitreise in die 1920er Jahre. Die Kulturwissenschaftlerin erläuterte die Aufbruchsstimmung nach dem Ersten Weltkrieg, den Wechsel von Tradition und Moderne, in dem nicht nur in der Kunst expressive Ideen, sondern auch in Naturwissenschaft und Technik bahnbrechende Entwicklungen wie die Elek­trifizierung in Stadt und Land gelangen. „Die Sehnsucht der Menschen war groß, dass nach dem Ende des Kriegs eine neue Zeit beginnt“, erläuterte sie. Oskar von Miller sei einer der Wissenschaftler gewesen, die Bayern von innen heraus industrialisieren wollten. „Wir verdanken dieser Zeit den Sprung Bayerns vom Agrarland zum Industriestaat“, resümierte Tworek. cw

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