Protest in Benediktbeuern

Sorge um Lainbachwald: BI wird wieder aktiv

Eine Lagerfläche im Lainbachwald bei Benediktbeuern
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Die Umweltschützer machen sich Sorgen um den Lainbachwald.

Benediktbeuern – Die Bürgerinitiative zum Schutz des Lainbachwalds in Benediktbeuern wird wieder aktiv. Die Natur sei durch Rodungen und Versiegelung bedroht, fürchten die Umweltschützer.

Im Juni 2018 entschieden die Benediktbeurer per Bürgerentscheid, dass der Lainbachwald als Biotopverbundachse unangetastet bleiben soll. Die von der Gemeinde geplante Erweiterung des Gewerbegebiets war somit vom Tisch. Im Zuge der bevorstehenden Straßenbaumaßnahmen werden im Klosterdorf nun Flächen zur Zwischenlagerung von Aushub benötigt. Vor rund einem Jahr fasste der Gemeinderat hierfür zwei mögliche Areale ins Auge und favorisierte ein Flurstück im Lainbachwald. Die Änderung des Fächennutzungsplans rief nun die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Lainbachwald“ auf den Plan: Sie befürchtet, dass die Aufschüttungen den Weg für weitere Rodungen im Umgriff des Gewerbegebiets bereiten könnten.

Lagerfläche für Bauschutt

Die Lichtung nahe der Bahngleise mit dem halboffenen Stadel wird bereits seit Jahrzehnten als Lagerfläche für Bauschutt genutzt. Nun soll dort auf einer Fläche von 0,1 Hektar eine Halle (31x12 Meter) für fünf Boxen und insgesamt 1000 Kubikmeter Abraummaterial entstehen. Dieses wird dort auf Schadstoffe beprobt und dann in Kiesgruben oder Deponien verbracht. Als Rangierfläche für Lastwagen ist auch ein befestigter Wendekreis geplant. Ob dieser asphaltiert oder als Kiesschicht ausgeführt wird, ist laut Benediktbeuerns Bürgermeister noch offen. Mit Blick auf die Kostenübernahme habe man im Förderantrag eine Asphaltierung angegeben, erklärt Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürgervereinigung). Derzeit läuft das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans. Im Rahmen der öffentlichen Auslegung ging laut Ortlieb von der Bürgerinitiative keine Stellungnahme ein. Diese wählte derweil den Weg über die Presse und lässt wissen: „Der Lainbachwald ist wieder durch Rodung und Versiegelung bedroht.“

„Muss erhalten bleiben“

Die Verbundachse des Lainbachs sei das einzige noch verbliebene Fließgewässer zwischen Kochel und Penzberg mit einem durchgehenden beidseitigen Streifen aus „orchideenreichem Fichten-Eschen-Ahorn-Wald“, erläutert BI-Sprecher Johannes Schweiger. Dies ermögliche es bedrohten, teils geschützten Tier- und Pflanzenarten, sich zwischen dem Benediktenwandgebiet und dem Loisach-Kochelsee-Moor zu bewegen. „In Anbetracht der Klimakrise und des massiven Artensterbens sind solche Biotopverbundsachsen unersetzbar“, betont die BI und fordert erneut: „Der Lainbachwald muss in seiner jetzigen Form und Größe erhalten bleiben.“ Die späte Reaktion begründet BI-Sprecher Schweiger damit, die sieben Leute der Bürgerinitiative hätten die Auslegung der beschlussfertigen Satzung zum Anlass genommen, sich wieder zusammenzufinden. „Am Lainbachwald gibt es immer wieder Begehrlichkeiten in verschiedener Form“, stellt er fest. Man befürchte, dass es in einigen Jahren heißen könnte: „Jetzt ist da eh schon eine versiegelte Fläche, jetzt können wir das Gewerbegebiet dorthin erweitern.“ Man wünsche sich einen öffentlichen Diskurs, bevor Fakten geschaffen werden. „Wir sind weit entfernt von einer Krise, aber wenn aus der Bürgerschaft Interesse signalisiert wird, werden wir tätig“, verkündet Schweiger und ist sich sicher: „Unsere einzige Möglichkeit, Einfluss zu nehmen ist die Macht der Öffentlichkeit.“ Christine Weikert

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