Penzberger Partnerschaftsverein

Sorgen in Mae Luiza: Zu Corona kommt Gasexplosion

penzberg partnerschaftsverein mae luiza natal brasilien viertel matschl
+
Ein Bild der Verwüstung bietet sich nach der Gasexplosion in Mae Luiza.

Penzberg - Der Partnerschaftsverein Mae Luiza sorgt sich um die Freunde in Viertel der brasilianischen Metropole Natal. Zur Corona-Krise kam eine verheerende Gasexplosion.

Am 7. Februar geschah das Unglück: Mitten in Mae Luiza barst eine Gasleitung. Ganz in der Nähe der von den Penzberger Partnern unterstützten Einrichtungen im Centro Socio. „Das war verheerend“, hat Vereinsvorsitzende Gisela Matschl von der Atlantikküste erfahren. Fünf Häuser wurden zerstört, es gab vier Tote und etliche Verletzte. Auch eine Mitarbeiterin des Centro-Altenheims war unter den getöteten Bewohnern. Der Verein sammelt jetzt Spenden, um den Betroffenen zu helfen. „Die Leute haben wirklich gar nichts mehr“, berichtet Matschl.

Der Atlantik ist ganz nah.

Überhaupt ist die Lage in dem Viertel alles andere als gut, sagt Matschl. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind immer mehr zu spüren. Da viele Bewohner ihre Arbeit verloren haben, fehlt es ihnen an Geld. Auch, um Essen zu kaufen. Der Bedarf an Hilfe sei groß, betont Matschl: „Die Situation hat sich verschärft.“ Dabei gibt es kleine Fortschritte im Centro Socio zu vermelden. Das Altenheim ist weiter in Betrieb, wenn auch ohne Besucher. Von den Bewohnern „sind alle geimpft“, berichtet Matschl.

Den Menschen fehlt oft das Geld zum Einkaufen.

Die Schule, ein ganzes Jahr lang ausgefallen, startete Anfang Februar langsam mit Unterricht vor Ort. Hefte und Stifte bleiben in der Schule, Wasserflasche und Maske wird mit nach Hause genommen. Aber: „Es zeigt sich, dass die älteren Jugendlichen keine große Lust auf Schule und Lernen haben, die Zeit ohne Unterricht war zu lang.“ Der Betrieb wurde nach Fortbildungen der Lehrer und Erzieher wieder angeleiert, weil staatliche Schulen immer noch zu sind. Es gebe kein Konzept zur Öffnung, kritisiert Matschl. Die Regierung habe kein Interesse an „der Bildung der breiten Masse“. Im Kindergarten läuft eine reduzierte Betreuung in kleinen Gruppen. Auch die Musikschule beginnt mit Einzelstunden und individuellem Üben. Matschl schwärmt von einer großen Disziplin und Freude der Schüler.

Spenden erwünscht

Das Centro Socio setzt sich dafür ein, den Familien zu helfen, die durch die Gasexplosion ihr Zuhause verloren haben. Spenden können auf das Konto „Partnerschaft Mae Luiza/Natal e.V.“ bei der Sparkasse Oberland (DE 52 7035 1030 0000 7098 32) mit dem Betreff „Gasexplosion“ eingezahlt werden. Infos zum Verein auf www.maeluiza-penzberg.de.

Generell würden die Hygienemaßnahmen ernst genommen, so die Vereinsvorsitzende. „Die achten unheimlich auf Abstand.“ Bei allem Optimismus, weiß die Penzbergerin Matschl aber auch, dass die Sorgen in Mae Luiza nicht geringer geworden sind. Aktuell gehe die Angst vor Corona-Mutationen im Viertel um. „Das nimmt einfach Fahrt auf.“ Anfang Februar hatte die zweite Welle immer mehr Jugendliche getroffen, zwei Menschen im Viertel waren gestorben. In den Krankenhäusern herrscht Hochbetrieb. Auch, weil Kranke aus Manaus nach Natal gebracht wurden. Andreas Baar

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Oberland steht zusammen: Penzberger Initiative für Einzelhandel
Oberland steht zusammen: Penzberger Initiative für Einzelhandel
Corona in der Region: Ein weiterer Todesfall in Weilheim-Schongau
Corona in der Region: Ein weiterer Todesfall in Weilheim-Schongau
Stadtrat zu Marvel Fusion in Penzberg: Öffentlichkeit ist Pflicht
Stadtrat zu Marvel Fusion in Penzberg: Öffentlichkeit ist Pflicht
Neuer Backofenverleih und Catering-Service in Benediktbeuern versorgt das Oberland mit original neapolitanischer Pizza
Neuer Backofenverleih und Catering-Service in Benediktbeuern versorgt das Oberland mit original neapolitanischer Pizza

Kommentare