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Soziales Engagement in Penzberg: Nachbarschaftshilfe unter neuer Führung

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Von: Andreas Baar

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Wechsel an der Spitze: Heidi Polzer (l.) ist jetzt Vorsitzende der der Penzberger Nachbarschaftshilfe, Petra Mursch (r.) hatte die Einrichtung seit der Gründung 2009 geleitet. © Andreas Baar

Penzberg – Die Penzberger Nachbarschaftshilfe unter dem Dach der Kirchen hat eine neue Vorsitzende: Heidi Polzer (62) übernahm das Amt von Petra Mursch (58).

In Iffeldorf, Antdorf und Sindelsdorf gibt es sie. Auch in Penzberg – aber nicht als Verein, sondern in einer anderen Struktur: Die Penzberger Nachbarschaftshilfe wurde 2009 als ökumenische Einrichtung der katholischen Pfarrgemeinde Christkönig und der evangelischen Kirchengemeinde aus der Taufe gehoben. Die Ziele sind die gleichen. Auch in Penzberg engagieren sich Ehrenamtliche für Einzelpersonen, Familien und betreuende Angehörige. Menschen, die Unterstützung benötigen. Schnell und unbürokratisch im Alltag. Sei es beim Einkaufen, bei kleinen handwerklichen Aufgaben und bei technischen Fragen, bei Arzt- und Behördenbesuchen, bei kurzzeitiger Kinderbetreuung. Sie besuchen ältere Menschen oder gehen mit ihnen spazieren.

Haushälterin des Pfarrers

Geleitet worden war die Nachbarschaftshilfe seit ihrer Gründung von Petra Mursch. Jetzt hat es einen Wechsel gegeben: Heidi Polzer führt nun das soziale Angebote. Die 58-jährige Mursch begründet ihren Rückzug mit „veränderten Lebensumständen“. Der Ehemann sei in Rente, es gebe vier Enkelkinder und sie arbeite halbtags, sagt sie die gebürtige Münchnerin, die seit drei Jahrzehnten in Penzberg lebt, im Rundschau-Gespräch.
Vor etwa einem Jahr fragte sich bei Heidi Polzer an, ob diese nicht die Leitung übernehmen wolle. „Die Anfrage kam zu rechten Zeitpunkt“, erzählt Polzer – und erklärte sich bereit. Die 62-Jährige, die aus Dillingen kommt, kennt die Strukturen in der Pfarrei Christkönig gut. Polzer hat Theologie studiert und eine Ausbildung als Pfarrhelferin absolviert. Seit 2015 ist sie Pfarrhaushälterin des katholischen Stadtpfarrers Bernhard Holz. Zudem war Polzer vier Jahre im Pfarrgemeinderat und auch 2. Vorsitzende, saß zudem im Dekanats- und Diözesanrat. Bei der Nachbarschaftshilfe war sie zuvor nicht aktiv. Sie wolle selber was tun sein, sagt die 62-Jährige. Und nicht immer warten, dass jemand etwas macht. „Es ist wichtig, dass man unkompliziert hilft“, assistiert Vorgängerin Petra Mursch und spricht von „einer Erfüllung“, wenn man Bedürftige unterstützt habe und „die Leute glücklich zu sehen“.

Kontakt zur Nachbarschaftshilfe

Die Nachbarschaftshilfe Penzberg ist zu erreichen: Telefon 08856/92140 (Pfarrbüro Christkönig) und 0151/44512473 (Heidi Polzer) sowie per E-Mail an nbsh@christkoenig.de. Weitere Infos unter https://www.christkoenig.de/nachbarschaftshilfe/.

Einkaufen liegt an der Spitze

Circa 20 Aktive gibt es bei der Nachbarschaftshilfe, sie haben laut Mursch im Jahr 20 bis 25 Einsätze und stehen darüber hinaus oftmals einfach nur bei Fragen als erster Ansprechpartner zur Verfügung. „Einkaufen ist das wichtigste“, beschreibt Mursch das Hilfespektrum. Aber auch das Spazierengehen „ist ein großes Thema“, sagt sie. Die meisten Anfragen kommen von älteren Menschen, es gibt aber immer wieder mal die Bitte um eine Kinderbetreuung. Die Hilfe ist kostenlos, als kleinen Obolus verlangen die Aktiven lediglich einen Fahrtkostenbeitrag von zwei Euro. Das Team sei „sehr engagiert und wahnsinnig hilfsbereit“, lobt die ehemalige Vorsitzende ihre Mitstreiter. Weitere Unterstützung können sie trotzdem gebrauchen: „Wir freuen uns immer über Helfer.

Vorträge wieder geplant

Die Ziele der Nachbarschaftshilfe sind nach dem Führungswechsel die gleichen geblieben. Heidi Polzer will das Rad nicht neu erfinden, wie sie sagt. Auch die durch die Corona-Pandemie eingeschlafenen regelmäßigen Vorträge will sie wieder aufleben lassen. Und die Helferkreis-Treffen, die es bislang zweimal jährlich gab, sollen fortgeführt werden.
So ganz zieht sich Vorgängerin Petra Mursch nicht aus der Nachbarschaftshilfe zurück. Für zwei Personen werde sie weiter einlaufen, erzählt sie. Auch bei Fragen ihrer Nachfolgerin stehe sie zur Seite. „Ich kenne ja die Leute gut“, schmunzelt sie nach 13 Jahren in dem Amt.

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