Neue Modelle entwickeln

„Penzberg Miteinander“ beschäftigt sich mit sozialpolitischen Fragen

Zuhören, hinterfragen, auflösen: Nach diesem Motto will man bei „Penzberg Miteinander“ auch soziale Fragen angehen.

Penzberg – Zehn Tage nach dem ersten öffentlichen Auftritt der neuen politischen Gruppe von „Penzberg Miteinander“ mit Markus Bocksberger ging es nun erstmals ans Eingemachte.

Nachdem beim ersten Treffen drei Schwerpunktthemen festgelegt worden waren, denen man sich auch im heraufziehenden Wahlkampf intensiv widmen möchte, wurde nun mit dem Bereich „Sozia­les“ der erste Komplex näher beleuchtet. Mehr als zwanzig Penzberger ganz unterschiedlicher politischer Couleur fanden sich im Café Extra ein, sichteten die Ergebnisse, die am Premierenabend von „Penzberg Miteinander“ zusammengetragen worden waren, und begannen damit, Ansätze für Lösungen zu finden. Dabei kristallisierte sich bei der sozialpolitischen Debatte schnell der Wunsch heraus, in Penzberg eine „Tagespflege oder eine Tagesbetreuung für Pflegebedürftige“ zu schaffen. Der Grund: „Bis jetzt müssen Angehörige bis nach Seeshaupt und Bad Tölz gefahren werden“, sagte ein Teilnehmer. Gäbe es eine derartige Einrichtung in der Stadt, würde dies die pflegenden Angehörigen erheblich entlasten, „weil man dann mal Dinge und Besorgungen erledigen, für die man sonst keine Zeit hat“. Ein in diesem Zusammenhang interessanter Einwurf kam von dem 20-jährigen Max Bauer, der Soziale Arbeit studiert: „Viele Penzberger können sich wohnen und Pflege nicht leisten. In München hat die AWO deshalb neue Modelle entwickelt, die auch nach Penzberg passen würden“, berichtete er aus den Erfahrungen während seiner Praxissemester in München. „Wir müssen das bei uns genauer unter die Lupe nehmen“, forderte Bauer und erntete dafür große Zustimmung. 

Aber auch Bedürfnisse junger Leute wurden an diesem Abend laut: „Wir wollen politisch ernst genommen werden. Auf der Freitagsdemo habe ich gehört, dass im Stadtrat über den Klimanotstand gesprochen werden soll. War dann aber nicht der Fall“, kritisierte einer. Vertreter von Vereinen wiederum wünschten sich, dass Lagerräume geschaffen werden. Ferner forderten sie jene Wertschätzung für Vereine ein, wie es sie bis 2014 gab – ein klarer Seitenhieb gegen Bürgermeisterin Elke Zehetner, die in jenem Jahr das Ruder im Rathaus übernommen hat. Markus Bocksberger und sein Team sammelten derweil die Anregungen, moderierten, nahmen Hausaufgaben mit. „In unserem Wahlprogramm, das derzeit erstellt wird, sind viele dieser Punkte bereits enthalten“, sagte er. 

Außerdem zeigte sich Bocksberger mit der Art und Weise der Diskussion sehr zufrieden: „Wir haben neue Umgangsformen kennengelernt. Alle Teilnehmer hörten einander genau zu, diskutierten konstruktiv, um gemeinsam ein Problem zu hinterfragen und aufzulösen. Für die zukünftige Stadt­entwicklung kann dieser Abend ein großes Vorbild sein.“ Martin Janner, der Vorsitzende der Musikfreunde Penzberg, war nun schon zum zweiten Mal mit dabei und zeigte sich von der Art der Diskussion in diesem Rahmen sehr angetan: „Es ist längst überfällig gewesen, eine Dialogmethode zu etablieren, die alle Bürger einbindet und weit über das strikte Abarbeiten einzelner Tagesordnungspunkte hinausgeht“, sagte er und bewies dabei in gewisser Weise auch Haltung. Schließlich war Janner nach der Premiere von „Penzberg Miteinander“ von einem einst führenden Kommunalpolitiker der Stadt wüst für seine Teilnahme beschimpft worden.la 

Die nächsten Themenabende von „Penzberg Miteinander“ finden am 9. Oktober (Wirtschaft) und 24. Oktober (Umwelt) statt. Beginn ist jeweils 19 Uhr im Café Extra.

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