Wildwuchs, Lichtung und Picknick

Spatenstich für Mehrgenerationenhaus an der Mathias-Flurl-Straße

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Penzberg - Der genossenschaftliche Gedanke ist im Wohnprojekt an der Mathias-Flurl-Straße tief verwurzelt. Am künftigem Standort des 7,6 Millionen teuren Projekts holten am vergangenen Montag die am Bau beteiligten Experten zum Spatenstich aus.

„Es ist eine moderne Bebauung möglich, das Grundstück ist ausgelastet, das Quartier bleibt erhalten“, erklärt Christian Schultz von der Wohnungsgenossenschaft Penz­berg, der das gut 3.000 Quadratmeter große Grundstück gehört.

Schulz hob die Vorteile dieses Mehrgenerationenprojekts hervor, bei dem 22 genossenschaftliche Mietwohnungen mit einer Fläche zwischen 50 und 125 Quadratmetern entstehen. Zum einen werde eine Brache inmitten eines Wohngebiets vermieden, die Maro Genossenschaft als Bauträger könne Häuser bauen und der Stadt Penzberg werde Druck vom Wohnungsmarkt genommen. „Es ist eine Bereicherung, wenn die Gebäude hier stehen“, rief Schultz aus.

Der Vorsitzende der Wohnungsgenossenschaft, die 1918 als Bauverein Penzberg gegründet worden war, wiederholte die Äußerung von Rathauschefin Elke Zehetner, dass „es mehrere Bürgermeister gebraucht hat, bis hier was entstehen kann“. Die Wohnungsgenossenschaft habe aber „keinen sozialen Auftrag“, schränkte Schultz ein, „unser Auftrag ist es, die Mitglieder zu versorgen“. Das sei im Fall des Mehrgenerationenprojekts dergestalt geschehen, dass die Wohnungsgenossenschaft das Grundstück aus den Händen gegeben habe, damit die Mitglieder hier wohnen können. Der genossenschaftliche Gedanke sei „durch das gelebte Zusammenwirken aller Beteiligter“ fest verankert.

Von den Schwierigkeiten während der Planungsphase berichtete Architektin Petra Asanger-Strobl, denn der Torfboden an der Mathias-Flurl-Straße habe sich als nicht tragfähig erwiesen. So sei eine 50 Zentimeter dicke Kiesschicht zum Auffüllen des Untergrunds nötig gewesen. Aus Kostengründen werde das Gebäude deshalb nur zum Teil unterkellert. Trotz dieser Sparmaßnahme: „1,7 Millionen Euro stecken nur im Boden“, betonte Petra Asanger-Strobl. Neben dem Bodenaustausch seien mehr als 230 Bohrpfähle erforderlich, um im Sommer den Untergrund des Hauses zu sichern.

In den drei größeren Abschnitten des Baukomplexes befinden sich die Mietwohnungen, die auf die Namen Haus Wildwuchs, Haus Lichtung, Haus Picknick hören. Zwei Zwischenbauten komplettieren die Bebauung. An der Nordseite ist die Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage möglich. akr (mehr dazu in der Printausgabe)

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