Geordnete Flocken

Firma hamos trägt zum Recycling in Honduras bei

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Gewirr aus Flakes: Das Gemisch aus PE und PP trennen die Separationsanlagen von hamos, sodass PET-Flaschen komplett recycelt werden können.

Penzberg – Eine achtlos weggeworfene Plastikflasche am Wegesrand, irgendwo in Penzberg. Es ist kein Bild, das aufwühlt, erschreckt oder überrascht. Wie mit dem Müll, der dank Pfand immerhin noch ein paar Cents wert ist, umgegangen wird, ist völlig unterschiedlich. Vermutlich gehen die meisten achtlos daran vorbei. Einige heben die Flasche auf und werfen sie in den nächsten Abfalleimer. Und wenige bücken sich und bringen das Plastik zum nächsten Pfandautomaten. In Honduras hat eine Plastikflasche dagegen eine völlig andere Bedeutung. Das weiß auch die Penzberger Recyclingtechnik-Firma hamos, die dazu beigetragen hat, den Kreislauf der dort ersten Recyclinganlage für PET-Flaschen zu schließen.

Selinda Sliz muss schmunzeln, wenn sie an die Recyclinganlage in Honduras denkt. Mit einer eigenen Anlage hat sich hamos gerade an dem „riesigen Projekt“ beteiligt, so die Marketing-Frau des Unternehmens. In der Anlage, in der Bottle­-to-bottle-Qualitäten produziert werden, fehlte noch ein Puzzleteil, um den Kreislauf zu schließen. Und dieses Puzzleteil lieferte hamos. „Wir sind mit einer Anlage dabei“, sagt Sliz. 

Alle Puzzleteile gesammelt hat das Recyclingunternehmen Invema, das mit den Menschen in Honduras zusammenarbeitet, um nicht-organische Abfälle zu recyclen, effizient und möglichst umweltfreundlich. Ein Geschäft, das nicht nur Geld einbringt, sondern auch den Plastikmüll reduzieren soll. „In Honduras ist Recycling ein Lebensstil“, sagt Invema-Generaldirektor George Gatlin in einem Youtube-Video, das die Recyclinganlage präsentiert. Was Gatlin damit meint, wird in den ersten Minuten des Films klar, wenn die Kamera all die Menschen einfängt, die aus ihren Bergdörfern heranfahren, um haufenweise gesammeltes Plastik zu Invema zu bringen. „Recycling bietet Tausenden von Honduranern die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen“, betont auch Sliz. 

Das, was Invema macht, ist schnell erklärt: Das Unternehmen zermahlt Flaschen aus Polyethylentereph­thalat (PET) zu unzähligen Flakes und „extrudiert sie zu einem PET-Sheet für Lebensmittelrecycling“, erläutert Sliz. Das heißt: Die Flocken und Folien, die dabei aus Kunststoff entstehen, werden an Unternehmen verkauft, die aus den Produkten Verpackungsmaterial und Behältnisse herstellen, zum Beispiel für die für Lebensmittel- und Getränkebranche. Doch nicht allein mit Plastik will Invema nachhaltig umgehen, auch mit „Metallen, Batterien, Pappe, Papier und Elektroschrott“, weiß Sliz. 

Vor allem aber eine Anlage möchte die Marketing-Frau hervorheben: die Separationsanlage von hamos, welche den gesamten Recyclingkreislauf schließt. Die Penzberger Anlagen separieren nämlich das Kunststoffgemisch aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), welches von den PET-Flaschen in einem vorangehenden Prozess getrennt wird, sortenrein. Klingt nicht sonderlich weltbewegend, ist für die Anlage aber von großer Bedeutung. „Durch die Verwendung von hamos-Anlagen können wir sagen, dass wir die PET-Flaschen zu 100 Prozent recyceln können, da wir auch die Verschlüsse und Etiketten recyceln können“, betont Invema-Generaldirektor Gatlin. ra

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