Klinik im Corona-Alltag

Sprechstunde am Telefon: Penzberger Chefarzt will Ängste nehmen

Klinikum Penzberg telefon dr florian brändle beratung
+
Setzt auf Telefonberatung: Ärztlicher Direktor Dr. Florian Brändle.
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
    schließen

Penzberg – Am Klinikum Penzberg wird eine besondere Telefon-Sprechstunde angeboten. Es geht um den Krankenhausaufenthalt in Corona-Zeiten.

Die Krankenhäuser und ihre Belegschaften sind seit über einem Jahr im harten Corona-Einsatz. Auch das Klinikum Penzberg hat sich darauf organisatorisch einstellen müssen. Was dies für Patienten und Besucher bedeutet, darüber informiert jetzt eine Expertensprechstunde mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Florian Brändle. Der Chefarzt beantwortet am kommenden Mittwoch (5. Mai) Fragen zu „Der Klinikaufenthalt in Zeiten der Corona-Pandemie“. 

Das Penzberger Krankenhaus mit seinen rund 100 Betten, es gehört zu den Starnberger Kliniken, hat seinen Betrieb den besonderen Corona-Zeiten angepasst. Seit über einem dreiviertel Jahr ist eine der vier Stationen als Isolationsbereich eingerichtet. In dem Bereich im Erdgeschoss können maximal zehn bis zwölf Patienten versorgt werden, berichtet Brändle. „Das ist ein abgegrenzter Bereich.“ Am vergangenen Montag lagen dort sechs Covid-Patienten. Bei der Intensivstation mit ihren vier Betten verfolgt man in Penzberg eine eigene Strategie: Angesichts der begrenzten Kapazitäten werden besonders schwere Fälle auf umliegende Krankenhäuser verteilt. Man will so die eigenen Ressourcen für die Notfallversorgung frei halten.

Sicherheitszone im Klinikum Penzberg: Eine der vier Stationen wurde extra zu einem Corona-Isolierbereich umfunktioniert.

Tests im Klinik-Kiosk

Der Ärztliche Direktor verweist auf das „Grundgerüst an Schutzmaßnahmen“, das im Krankenhaus eingerichtet wurde. Es herrscht seit 28. Oktober ein Besuchsverbot, allerdings gibt es besondere Ausnahmen. Es herrscht FFP2-Masken-Pflicht im Haus. Zudem wurde vor einem halben Jahr eine Teststation im ehemaligen Kiosk eingerichtet. Dort werden Mitarbeiter und Patienten mit Schnell- und PCR-Tests untersucht, der Betrieb läuft täglich zwischen 5.30 und 13 Uhr. „Das ist schon ein ordentlicher Aufwand“, sagt Brändle. Alle Mitarbeiter, die Patienten betreuen, unterziehen sich dreimal wöchentlich zwei Schnell- und einem PCR-Test. Patienten, die kommen, werden ebenfalls getestet.

Zudem gibt es ein ausgeklügeltes internes System im Haus, um die Sicherheit im Betrieb zu gewährleisten: Eigens dafür werden Punkte an die Patientenzimmer geklebt. Grün für einen komplett negativen Test; gelb für einen negativen Schnelltest, aber noch kein PCR-Ergebnis; orange für einen Covid-Verdacht und rot für eine tatsächliche Infektion. Das hat große Vorteile für die Mitarbeiter: „Jeder weiß, wie er sich verhalten muss“, erklärt Brändle.

Punktesystem: Grün am Patientenzimmer bedeutet „Alle Tests sind neagtiv“.

Regelmäßig Besprechung

Mindestens einmal die Woche gibt es zudem eine Besprechung mit Ärzteschaft und Pflegebereich, erklärt der Chefarzt, der auch Pandemie-Beauftragter am Klinikum ist. Thema sind dann auch die staatlichen Verordnungen und Vorgaben. „Das ändert sich ständig“, seufzt Brändle.

Anmeldung

Zu der Expertensprechstunde mit Dr. Florian Brändle können sich Interessierte bis Dienstag (4. Mai) täglich zwischen 15 und 17 Uhr im Chefarztsekretariat bei Regina Lechner unter Telefon 08856/910-292 anmelden. Die telefonische Sprechstunde findet dann am Mittwoch (5. Mai) zwischen 17 und 18.30 Uhr statt. Das Krankenhaus ruft die Teilnehmer dazu in einer vorher vereinbarten Zeitspanne zurück. Von Vorteil ist es, im Vorfeld Fragen anzugeben. ab

Wichtig ist trotz all der Corona-Logistik aber vor allem eines: Der normale Krankenhausbetrieb mit seiner Grundversorgung muss aufrechterhalten werden. Auch Notfälle „werden wir in jedem Fall behandeln“, wie der Ärztliche Direktor betont. Auch in Penzberg beobachten sie mit Sorge, dass in der Pandemie oftmals größere medizinische Probleme wo Tumor- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus Angst vor einem Klinikaufenthalt verschleppt werden.

Nächster Termin am 9. Juni

Für Brändle ist es deshalb wichtig, mit der telefonische Sprechstunde Aufklärung zu betreiben. Man werde das Format so lange anbieten, „bis wir wieder Präsenzvorträge machen können“, kündigt er an. Der nächste Termin steht schon: Am Mittwoch (9. Juni) spricht Dr. Florian Wolf über „Muss es immer gleich ein künstliches Gelenk sein“.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Corona in der Region: Inzidenzwert von 81,9 in Weilheim-Schongau
Corona in der Region: Inzidenzwert von 81,9 in Weilheim-Schongau
Penzberger Stadthalle: Das Corona-Testen hat begonnen
Penzberger Stadthalle: Das Corona-Testen hat begonnen
Horrorunfall auf der A95 fordert zwei Tote - Autobahn stundenlang gesperrt
Horrorunfall auf der A95 fordert zwei Tote - Autobahn stundenlang gesperrt
90-Jähriger stirbt bei Wohnhausbrand in Antdorf
90-Jähriger stirbt bei Wohnhausbrand in Antdorf

Kommentare