„Das kann doch nicht sein“

Dass Penzberg für das Weilheimer Hallenbad zahlen soll, stößt auf deutliche Kritik

„Das kann doch nicht sein“: Kerstin Engel kann nicht so recht glauben, dass Penzberg das Hallenbad in Weilheim mitfinanzieren soll.

Penzberg – Die Stadt Penzberg stampft den Bau des Familienbads komplett aus eigenen Mitteln und ohne Apanage durch den Landkreis aus dem Boden. Bei dem Neubau des Hallenbads in Weilheim sieht es dagegen ganz anders aus. Unglücklich dreinblickende Gesichter im Penzberger Haushaltsausschuss. 

16,3 Millionen Euro wird Penzberg aller Voraussicht nach 2020 an Kreisumlage ans Weilheimer Landratsamt überweisen. Da wundert es kaum, dass im Haushaltsausschuss nun Ärger darüber aufkeimte, dass die Stadt damit auch den angedachten Neubau des Weilheimer Schwimmbads mitfinanzieren würde.

Im Rahmen der Vorberatung des Vermögenshaushaltes für das kommende Jahr informierte Kämmerer Johann Blank den Ausschuss auch über die Abgabe an den Landkreis. Und er verdeutlichte die dabei aus seiner Sicht entstehende Schieflage: Penzberg, so hat Blank ausgerechnet, werde im Jahr 2020 rund 19,1 Millionen Euro allein aus der Gewerbesteuer einnehmen, wovon ein Großteil aber sofort an den Landkreis Weilheim-Schongau abgeführt werden muss. „Und zwar auch, um ein Bad zu betreiben, das dem Landkreis gehört“, wie Blank mit einer gewissen Schärfe in der Stimme vortrug. Dabei warf er die Frage auf, ob das Bad in Weilheim nicht besser an die Stadt Weilheim verkauft werden sollte. „Der dabei erzielte Verkaufserlös würde für alle Städte und Gemeinden im Landkreis zu einer Reduzierung der Kreisumlage führen“, betonte Blank. 

Regina Bartusch (SPD) räumte in ihrer Funktion als stellvertretende Landrätin ein, dass über dieses Thema überall im Landkreis „eine große Diskussion“ im Gang sei. „Nicht nur bei uns hier stößt diese Situation auf Skepsis“, räumte sie ein. Die Regelung um das Weilheimer Bad, das dem Landkreis gehört, für das aber die Stadt Weilheim 60 Prozent der Betriebskosten übernimmt, wurde vor 40 Jahren getroffen und seither nicht modifiziert. „Da muss jetzt eine Gleichbehandlung stattfinden“, forderte Bartusch. 

Bürgermeisterin Elke Zehetner, die ebenfalls dem Kreistag angehört, berichtete von diversen Stimmungslagen aus dem Finanzausschuss des Landkreises. Penzberg stehe da jedenfalls mit seiner Kritik nicht alleine da, denn auch Schongau und Peißenberg unterhielten eigene Bäder. Der Weilheimer Bürgermeister Markus Loth habe im Ausschuss darauf verwiesen, dass seine Stadt sehr wohl entsprechend Anteile für das Schwimmbad zahle. Für Zehetner steht aber fest: „Angesichts des dortigen Defizits ist schon klar: Wir zahlen dieses Defizit mit.“ Was Kerstin Engel (Grüne) zum deutlichem Kopfschütteln quittierte: „Das kann doch nicht sein“, rief sie aus. Nun ja, Zehetner wollte ihr da nicht vehement widersprechen, allerdings möchte es sich die Bürgermeisterin auch nicht komplett mit dem Kreistag und dem Landratsamt verderben. Deshalb sagte sie, „dass wir zumindest in einigen Bereichen klaren Tisch gemacht haben“. Denn die Stadt habe mittlerweile alle Sporthallen übernommen und da für klare Zuständigkeiten gesorgt. 

Was die offene Frage um das Weilheimer Hallenbad anbelangt, sieht es laut Zehetner derzeit so aus: „Schongau und Peißenberg unterstützen uns, aber wir drei sitzen eben nicht alleine im Kreistag, da sind auch viele aus Weilheim drin.“ dd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Am Kesselberg: Biker stürzt und landet in der Klinik
Am Kesselberg: Biker stürzt und landet in der Klinik
Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: 35 Corona-Fälle in Quarantäne - allein 24 in Geretsried
Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: 35 Corona-Fälle in Quarantäne - allein 24 in Geretsried
In einem Waldstück bei Penzberg: Vermisster 49-Jähriger tot aufgefunden
In einem Waldstück bei Penzberg: Vermisster 49-Jähriger tot aufgefunden
Aktueller Beschluss: Eismärchen in Penzberg findet statt
Aktueller Beschluss: Eismärchen in Penzberg findet statt

Kommentare