Sechs Stelen auf dem Friedhof

Feuer statt Erde

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Penzberg - Nicht nur in Penzberg, sondern bundesweit, gibt es den Trend zur Urnenbestattung. Drei Viertel aller Beerdigungen wurden im vergangenen Jahr in Penzber­g als Feuerbestattung durchgeführt, wie Rudi Reis von der Friedhofsverwaltung bestätigt. Die Tendenz ist steigend. Erdbegräbnisse gibt es dagegen immer weniger.

Die Stadt Penzberg reagiert auf diese Entwicklung und stellt nun sechs Stelen mit insgesamt 96 Fächern für Urnenbestattungen zur Verfügung. Pro Fach können dort zwei bis drei Urnen untergebracht werden, „wobei für die Dauer von zehn Jahren ein Grabnutzungsrecht erworben werden muss“, erklärt Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann. Die Jahresgebühr beträgt 114 Euro. Gründe für den Trend zur Urnenbestattung gibt es zuhauf. Rudi Reis zählt unter anderem die günstigeren Gebühren sowie die geringere Ruhezeit von zehn Jahren im Vergleich zu 25 Jahren bei Erdgräbern auf. Außerdem seien Urnen pflegeleichter als Erdgräber.

Die sechs Stelen an der Aussegnungshalle schlugen mit 124.000 Euro zu Buche - weniger als erwartet. „Ursprünglich haben wir mit 130.000 Euro für nur fünf Urnenanlagen gerechnet“, erklärte Bauamtsleiter Justus Klement. Sein Dank galt unter anderem den Friedhofsreferenten des Stadtrats, Andreas Herold und Christine Geiger, die auf die Verschönerung gedrängt hatten. In den 124.000 Euro sind auch die Kosten für die neue Pflasterung, die Begrünung und die Bepflanzung sowie der Steingarten neben dem Treppenaufgang enthalten. „Ein vernünftiges Projekt“, wie Klement sagte. Und für Bürgermeisterin Elke Zehetner ist der „früher ausgesprochen unansehnliche Teil“ des Penzberger Friedhofs beim Eingang an der Fischhaberstraße nun deutlich aufgewertet. Von den über 1.000 Erdbestattungsgräbern seien immer mehr ungenutzt, berichtete Rudi Reis. Bislang gebe es am Penzberger Friedhof etwa 360 Urnengräber, dazu kommen 120 Grabstellen in der Urnenhalle und 60 am Gemeinschaftsurnengrabfeld an der Friedhofsmauer. Darüber hinaus gebe es auch zwei muslimische Gräber und zehn bis 15 anonyme Bestattungen im Jahr, so Reis.

Planungen für alternative Beerdigungen wie bodenebene Urnen- sowie Baumbestattungen existieren auch. „Da steigen wir in die Planung ein“, bekräftigte Zehetner. Der Pflegeaufwand für die Angehörigen ist hier äußerst gering. Andreas Nemetz, der Baumschutz­experte im Rathaus, berichtete in diesem Zusammenhang noch von 42 Fichten, die nach dem Sturmtief „Niklas“ vom März 2015 auf dem Friedhof gefällt werden mussten. Neu gepflanzt wurden im Gegenzug vier Säuleneichen, zwölf schwarzrote Hängebuchen, zehn Trauerbirken und fünf Birnbäume. akr

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