Kampf um den Kohl‘n-Gäu-Pokal

Wettstreit unter Nachbarn: „Miteinand & Gegeneinand“ kehrt auf Gut Hub zurück

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Enthusiasten, die entstauben: Johannes Krause und Holger Fey (von links) holen zum 100-Jährigen der Stadt „Miteinand & Gegeneinand“ aus der Versenkung.

Penzberg – Es ist schon ein paar Jahre her, dass mit verbundenen Augen Schubkarren geschoben wurden oder bis zum Rand gefüllte Masskrüge mit viel Gefühl von einer zur anderen Tischkante glitten. Doch im Jubiläumsjahr der Stadt sollen Spiele dieser Art wieder nach Penzberg kommen.

Der Gaudi-Wettkampf „Miteinand & Gegeneinand“, den Holger Fey und Johannes Krause ins Leben riefen und 2009 und 2012 mit zahlreichen Helfern auf die Beine stellten, kehrt zurück auf Gut Hub. Sieben Gemeinden wollen es dabei mit der Stadt aufnehmen. Antdorf, Benediktbeuern, Beuerberg/Eurasburg, Bichl, Iffeldorf, Seeshaupt und Sindelsdorf kämpfen dieses Mal mit Penzberg um den Sieg und damit um den Kohl‘n-Gäu-Pokal. Die wandernde Trophäe ist mittlerweile schon ein wenig eingestaubt, gesteht Fey beim Blick auf den ungewöhnlichen Preis, der zuletzt beim Sieger des vergangenen Wettstreits, in Iffeldorf, weilte und schließlich bei Fey. Doch die Trophäe wird nun entstaubt, so wie auch „Miteinand & Gegeneinand“ wieder vom Staub befreit wird. Zwar hätten die beiden Gründerväter den Gaudi-Wettstreit gerne in einem regelmäßigen Turnus veranstaltet, doch der organisatorische Aufwand sei einfach zu groß. „Es ist nicht einfach, alle in ein Boot zu bekommen“, sagt Krause. Allein für den kommenden Wettkampf habe man vor einem Jahr mit dem Planen begonnen, so dass man nun in der heißen Schlussphase sei, ehe die Gaudi am 29. Juni um 18.30 Uhr auf Gut Hub startet. 

Zunächst begaben sich Fey und Krause auf die Suche nach Spielführern in jeder der teilnehmenden Gemeinden. Eine Person, welche „die Ortschaft vertritt“, die in der jeweiligen Gemeinde oder Stadt eine wichtige Funktion hat und gut vernetzt ist, erklärt Fey. Immerhin ist es die Aufgabe des Spielführers, ein Team zu erstellen, eine klar geregelte Konstellation: ein Mitglied des Stadt- oder Gemeinderates, ein Vertreter der Pfarrgemeinde, ein Sportler, ein Trachtler und ein Feuerwehrler müssen in dem Team sein. Darüber hinaus eine „Ortsschönheit“. Und: Mindestens zwei der sieben Spieler müssen Frauen sein. Eine bunte Mischung, die den Wettstreit nicht nur spannend machen dürfte, sondern auch bewusst so gewählt ist, um möglichst viele Zuschauer anzulocken. „Wir wollen natürlich auch Publikum“, sagt Krause, der hofft, dass bekannte Gesichter auch Fans anlocken. 

Vorbereiten können sich die Teams auf den Wettkampf nicht, die Spiele, welche Sportlichkeit, Geschick und Wissen abverlangen, sind noch in der Mache, werden aber auch, sobald sie konzipiert sind, nicht verraten, betont Krause. Erst unmittelbar vor Beginn erfahren die Gruppen, in welchen Disziplinen sie sich mit den Nachbarn messen dürfen. Dann wird abgeklärt, ob es der Pfarrer ist, der Maßkrüge stemmen muss, oder ob es der Bürgermeister ist, der sein Wissen zur Geschichte der Nachbargemeinde abrufen muss. Jedes Team wird anschließend von einem zugelosten Schiedsrichter überwacht. 

Vorbereiten können sich die Teams dagegen auf ihren Einmarsch. Schließlich dürfen sie ihren Auftritt selbst gestalten, wobei man sich in der Vergangenheit nicht lumpen ließ und keine Mühen scheute. Es gilt ja schließlich, den Heimatort beziehungsweise die Heimatstadt zu vertreten. Mal ließ sich ein Grüppchen mit dem Bulldog herbeikutschieren, mal marschierten die Spieler in Begleitung einer Blaskapelle ein. Damit das Ganze aber zeitlich nicht ausartet, „haben wir die Auftritte dieses Mal auf jeweils maximal drei Minuten beschränkt“, schmunzelt Krause.

Von Regen wolle man sich übrigens nicht aufhalten lassen, denn falls Tropfen vom Himmel fallen, werden sich die Teams in der Tenne gegenüberstehen. Gegenüber und gegeneinand, das ist aber lediglich der erste Teil. Nach dem Kräftemessen folgt Teil zwei, das Miteinand. Keine Aftershowparty, sondern ein geselliges Beisammensein, ein „gemeinsamer Ausklang“, so Krause. Dann sind die erschöpften Spieler und ihre Fans nicht mehr nur Gemeindenachbarn, sondern auch Tischnachbarn. ra

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