Willkommen mit Wimpeln

Für einen ganz besonderen Besuch haben Grundschüler zu Buntstiften gegriffen

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Post, Papier und Pappe: An der Wand in der Aula soll den Besuch aus Mãe Luíza ein Potpourri an Kunstwerken begrüßen. Dafür haben die Zweitklässler mit Lehrerin Gisela Matschl viel geklebt und gemalt.

Penzberg – Ein Leuchtturm, fast so groß wie das Mädchen, das den Signalgeber an die Wand heftet, daneben eine Palme, Boote und Häuser: In Bildern brachten die Zweitklässler der Bürgermeister-Prandl-Grundschule ihre Vorstellungen von Mãe Luíza zum Ausdruck, weil sie von ebendort Besuch bekommen.

Es ist nicht einfach zu entscheiden, wer sich nun mehr auf den Besuch aus Mãe Luíza freut, die Kinder, die zu Buntstift und Papier gegriffen haben, oder Gisela Matschl, ihre Lehrerin, die auch Vorsitzende des Partnerschaftsvereins ist, der Aufbauhilfe in dem ärmlichen brasilianischen Stadtviertel leistet. Mit Stapeln aus Blättern, eines bunter als das andere, kommt die Religionslehrerin mit ihren Zweitklässlern in die Aula und stellt sich an eine Wand, auf der sich ein Wald- und Wiesenmotiv mit Eichhörnchen und Hirsch ausbreitet und in großen Lettern das Sommerfest ankündigt. Die Wandmalerei decken Matschl und die Schüler ab, zwar steht die Feier schon bald an, doch es hat sich auch Besuch angekündigt, dem die Wand vorerst gewidmet werden soll. Anlässlich des großen Festes zum 100-jährigen Jubiläum der Stadt Penzberg kommen aus der Partnergemeinde Mãe Luíza Menschen, die in dem Armenviertel leben, dort arbeiten und Besonderes leisten, und die mit dem Penzberger Partnerschaftsverein eng verbunden sind. Neben einem Priester, einer Lehrerin und einer Erzieherin werden auch zwei Capoeirista nach Penzberg kommen, die den traditionellen brasilianischen Kampftanz vorführen werden. 

Besonders auf die beiden sind die Kinder der Grundschule schon gespannt, immerhin bekommen sie die spektakulären Bewegungen exklusiv zu sehen, nämlich bereits am morgigen Montag. Dann wird der brasilianische Besuch den Kindern einen Einblick in das Leben in Mãe Luíza gewähren, ehe es in die Turnhalle geht, wo die Mädchen und Buben sehen, was es mit Armada, Banda und Ginga auf sich hat. 

Die Wand in der Aula ist mittlerweile mit türkisen Tonpapier gänzlich abgedeckt, eine Buntstiftpalme streckt sich darauf nach oben genauso wie ein üppiger Leuchtturm, quasi „das Wahrzeichen von Mãe Luíza“, wie Matschl erklärt. Dazu gesellen sich zahlreiche weitere von den Kindern gemalte Kunstwerke, die Impressionen rund um die brasilianische Gemeinde darstellen wollen, die Überlegungen, „wie es da wohl ist“, so Matschl. Und dazwischen: viele kleine Wimpel, die als Geschenk für die Brasilianer dienen sollen und für welche die Kinder der 2b und 2c ordentlich Stifte gespitzt haben. Außerdem finden zahlreiche Briefe ihren Weg an die Wand, die aus den Schulen in Mãe Luíza nach Penzberg geschickt wurden, darunter Weihnachtspost und sogar ein handgemaltes Bilderbuch. 

Doch nicht allein in der Schule werden die Brasilianer, die am vergangenen Freitag in Penzberg angekommen sind, ihre Kultur zum Ausdruck bringen, auch im Barbarasaal der Pfarrei Christkönig, wo sie am morgigen Montag, 8. Juli, um 19.30 Uhr im Rahmen eines Informationsabends vom Stand der Dinge in Mãe Luíza berichten werden. Darauf ist Gisela Matschl, die einmal im Jahr nach Brasilien fliegt, besonders gespannt, denn immer wieder sei sie fasziniert davon, wie nah sich „Armut und Lebensfreude“ dort stehen und wie intensiv letztere trotz ersterer ist. Lebensfreude, die der Besuch aus Mãe Luíza dann auch beim Stadtfest auf die große Bühne bringen wird. ra

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