Leseratten in der Stadt

Stadtlesen: Ein Wochenende lang Literatur am Rathausplatz schmökern

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Penzberg - Wenn da mal nicht jemand das Wort Stadtbibliothek zu wörtlich genommen hat: Ab Morgen heißt es vier Tage lang mitten auf dem Stadtplatz Bücher zu wälzen und eifrig in den Seiten zu blättern, denn von 20. bis 23. September findet dort die Aktion Stadtlesen statt.

Dabei werden sich vor dem Rathaus in Bücherregalen über 3.000 Romane, Dramen & Co. finden, die in Sitzsäcken, Hängematten und Leseecken verschlungen werden können. „Das ist die größte Veranstaltung, die wir bis jetzt gemacht haben“, freut sich Katrin Fügener, die Leiterin der Stadtbücherei.

Im deutschsprachigen Raum gibt es die Aktion Stadtlesen heuer zum zehnten Mal. Penzberg bewarb sich erstmals und kam den zahlreichen Bewerbern prompt in den Kreis der 25 auserwählten Städte. Der Eintritt für das lange Lesewochenende ist frei, bei einigen Veranstaltungen ist jedoch eine Anmeldung erforderlich.

Am morgigen Donnerstag und kommenden Freitag werden zunächst einmal Schüler den Bücher-Platz vormittags für sich beanspruchen. Mit einem Book-Casting und einem Book-Slam für die Pauker wird das lange Lesevergnügen am morgigen Donnerstag, von 9 bis 13 Uhr eingeleitet und am Freitag fortgesetzt. Offiziell eröffnet wird das Stadtlesen aber erst am Donnerstagabend um 18 Uhr in Gestalt einer Lesung von Inge Löhnig, die viel Spannung aus ihrem Kriminalroman „Sieh nichts böses“ verspricht. Geflügelten Worten und der Liebe zur Poesie können die Besucher dann am Freitagabend frönen, wenn der „Reimrausch“-Poetry-Slam um 18.30 Uhr Lyrikern und ihren Mundwerken eine Bühne gibt. Am Freitag und Samstag können alle Besucher rätseln: Bei der großen Stadtralley sind in verschiedenen Geschäften einzelne Buchstaben versteckt, die zu einem Lösungswort führen. Teilnahmezettel gibt es beim Büchereistand auf dem Stadtplatz.

Am Samstag wird das Lesewohnzimmer seine imaginären Türen speziell für Familien öffnen. In den Büchertürmen stapeln sich dann verstärkt Kinder- und Jugendbücher. Eltern sind dabei herzlich eingeladen, die Rolle der Vorleser zu übernehmen. Ab 10 Uhr geben außerdem im Stundentakt Penzberger, darunter auch Stadträte, Passagen aus ihrem Lieblingsbuch zum Besten. Bürgermeisterin Elke Zehetner macht den Anfang. Wenig verwunderlich, denn Lesen „macht Freude und schafft Freude“, meint die Rathauschefin und lacht: „Endlich mal was Gescheites, denn da muss ich keine Beschlussvorlage vorlesen.“

Am Sonntag steigt zum Abschluss ein Integrationslesetag, in dessen Rahmen die Interkulturalität in der Sprache der Literatur gelebt wird: Besucher können Penzbergern mit Migrationshintergrund, die selbst verfasste Texte in ihrer Muttersprache vortragen, ein Gehör schenken. Darüber hinaus wird auch die magische Geschichte von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ in Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Türkisch und Arabisch zu hören sein. Um 16 Uhr steht abermals die Familie im Mittelpunkt: Urmelpreisträger Kai Pannen erzählt dann die lustige Geschichte des achtbeinigen Krabblers Karl-Heinz aus dem Buch „Du spinnst wohl“.

Da der Herbst langsam, aber sicher Einzug hält, ist im Fall von Regen vorgesorgt: Bei kleineren Regenschauern überdachen Pavillons das wertvolle Lesegut, bei stärkerem Niederschlag und ungemütlicher Kühle bieten Räume in der Stadtbücherei, in der Rathaus­passage, in der Volkshochschule sowie im Rathaus einen Unterschlupf für das Publikum. Und für größere Veranstaltungen wie der Lesung der Autorin Inge Löhning ist bei schlechter Witterung darüber hinaus die Stadthalle reserviert.ra/akr

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