Stiller Moment auf dem Friedhof

Stadtplatz: Bronzeplatte für Opfer der „Penzberger Mordnacht“

Bronzeplatte Stadtplatz Penzberg Enthüllung bürgermeister
+
Enthüllung: (v.l.) Hardi Lenk, Stefan Korpan und Markus Bocksberger nahmen diese namens der Stadt vor.
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
    schließen

Penzberg – Auf dem Penzberger Stadtplatz erinnert ab sofort eine bronzene Gedenkplatte an die 16 Opfer der „Penzberger Mordnacht“ vom 28. April 1945.

Alljährlich am 28. April wird in Penzberg der Opfer der „Penzberger Mordnacht“ gedacht. Zwar erlaubte die Corona-Lage keine Veranstaltungen, dennoch schaffte die Stadt am vergangenen Mittwoch einen kleinen, aber würdigen Rahmen.

Zum einen mit einem stillen Innehalten auf dem Friedhof. An den 16 Gräbern der 2009 zu Penzberger Ehrenbürgern ernannten Männer und Frauen gedachten Stadtratsvertreter und Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) der Nazi-Opfer, zuvor hatten politische Gruppierungen dort Kränze niedergelegt.

Vertreter der Politik gedachten an der Gräberstätte auf dem Friedhof der Nazi-Opfer.

Enthüllung auf dem Stadtplatz

Zum anderen enthüllten kurz danach Korpan sowie zweiter Bürgermeister Markus Bocksberger (PM) und dritter Bürgermeister Hardi Lenk (SPD) auf dem Stadtplatz eine Gedenkplatte. Diese hatte die örtliche SPD im März 2020 als „Errinerungsort“ beantragt. Der 3,93 lange auf 0,5 Meter breite Bronzeguss war von der Kunstgießerei Strassacker aus Süßen/Baden-Württemberg gefertigt worden. Der Betrieb hat in Penzberg unter anderem die Kohlstadlschicksen-Figur auf dem Rathausplatz und die Kulturpreis-Skulptur geschaffen. Auf der Bronzeplatte sind die Namen der vor 76 Jahren, kurz vor Kriegsende, von den Nazis aufgehängten oder erschossenen Penzberger Bürger um den vormaligen SPD-Bürgermeister Hans Rummer zu lesen.

Die Platte, eingelassen in die grauen Granitsteine, erinnert markant an der Ecke Bahnhofstraße/Karlstraße an das Verbrechen. „Das ist ein wichtiger Ort und ein guter Platz“, sagte der Bürgermeister gegenüber der Rundschau. Korpan bezeichnete den viel frequentierten Standorten an der Hauptkreuzung als „richtigen Ort für das Gedenken. Das übersieht man nicht“.

Erinnerung aus Bronze: Die neue Gedenkplatte für die „Mordnacht“-Opfer auf dem Stadtplatz.

16 Stolpersteine geplant

Die Stadt will ihrer Opfer weiter öffentlich gedenken: 2022 sollen 16 „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig verlegt werden. Darauf hatte sich der Stadtrat nichtöffentlich verständigt. Demnig hat bereits mehrere Installationen in deutschen Kommunen realisiert. Laut Rathaussprecher und Kulturamtschef Thomas Sendl wird es sieben Standorte am Ehrenmal an der Freiheit geben, dazu einen in der Heimstättensiedlung und die acht anderen rund um das Rathaus.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona in der Region: Inzidenzwert von 81,9 in Weilheim-Schongau
Corona in der Region: Inzidenzwert von 81,9 in Weilheim-Schongau

Kommentare