Standort für Alternativbecken

Geheime Überlegungen

Penzberg - Um Penzberg nicht zwei Jahre lang eine wasserlose Zeit zu bescheren, wenn das Wellenbad abgerissen und der geplante Neubau errichtet wird, denkt man bei den Stadtwerken schon weiter, als man offenbar zugeben wollte.

Das Bielefelder Planungsbüro Constrata, das vergangene Woche bei der Informationsveranstaltung im Rathaus eine umfassende Bestandsaufnahme über das Wellenbad und die Varianten für einen Neubau an gleicher Stelle vorlegte, hat im Auftrag der Stadtwerke jedenfalls auch einen Alternativstandort geprüft: das gegenüber liegende, von Seeshaupter- und Birkenstraße eingefasste Grundstück. Seltsam dabei allerdings: Diese Überlegungen sollten vor der Öffentlichkeit geheim gehalten werden.

Entsprechend einsilbig gibt sich Constrata-Geschäftsführer Jens-Wilhelm Brand, der Nachfragen mit dem Hinweis ausweicht: „Wir haben hier Schweigepflicht.“ Stadtwerke-Chef Josef Vilgertshofer ist als Auftraggeber davon entbunden, seine Mitteilsamkeit überrascht dann aber doch eingedenk der Tatsache, dass die Alternativplanung von Constrata nur durch ein Versehen der Stadtwerke in die Redaktionen gelangt ist und eigentlich unter Verschluss gehalten werden sollte. Wie Vilgertshofer also sagt, habe Constrata lediglich prüfen sollen, ob ein neues Schwimmbad und eine dazu gehörige Sauna auf dem ins Auge gefassten Grundstück überhaupt Platz fänden. „Mehr ist noch nicht geschehen“, betont er. So wisse man zum Beispiel noch nichts über die Beschaffenheit des Untergrunds, auch gebe es noch keine Überlegungen, wie man das vielleicht größte Problem an dieser Stelle lösen könne: Das Areal ist als Retentionsfläche bei Hochwasser vorgesehen. Einen Vorteil bietet diese Fläche aber auch: sie befindet sich im Besitz der Stadt. Und deshalb soll der Verwaltungsrat der Stadtwerke am Mittwoch eine erste Grundsatzentscheidung treffen und darüber befinden, ob die Stadtwerke mit der Stadt über einen Kauf der Fläche verhandeln sollen. Erst dann, so Vilgertshofer, machen weitere Planungen einen Sinn.

Freuen darüber dürfte sich vor allem Wolfgang Sacher (BfP), der genau diesen Alternativstandort in die politische Debatte gebracht hatte. la

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