Gut, aber ganz schön teuer

Umbau des städtischen Kindergartens kostet jetzt knapp vier Millionen Euro

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Der Vorentwurf für den Neubau und die Sanierung des städtischen Kindergartens stieß im Bauausschuss auf Gefallen, auch wenn dieser im Vergleich zur ersten Kostenschätzung um eine Million Euro mehr kostet.

Penzberg – Gut eine Million Euro teurer als gedacht wird die Erweiterung und Sanierung des städtischen Kindergartens am Daserweg. Personal und Kinder können sich schon mal auf eine jahrelange Baustelle einstellen. Der Bauausschuss gab nun die erforderlichen Mittel frei und segnete den Zeitplan ab.

Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass die Erweiterung und Sanierung des Kindergartens rund 2,88 Millionen Euro kosten werde. Allerdings wurde dieser Entwurf nach Aussage aus dem Bauamt ohne die Beteiligung von Fachplanern erstellt. Das sieht nun anders aus, so dass Architekt Christian Holzer dem Bauausschuss nun einen detaillierten Vorentwurf vorstellen konnte. Der stieß im Gremium auf großes Wohlwollen, auch wenn er mit 3,92 Millionen Euro nun gut eine Million Euro teurer ist. Bürgermeisterin Elke Zehetner meinte dazu beschwichtigend: „Das Geld fällt ja nicht auf einmal an, die Maßnahme erstreckt sich auf die nächsten Jahre.“ 

Planungsgrundlage ist weiterhin ein dreigeschoßiger Neubau und die Maßgabe, die Arbeiten während des laufenden Betriebs zu realisieren. Dazu gesellen sich „intensiv beplante Außenanlagen“, wie der Wolfratshauser Architekt sagt. Damit beauftragt ist die Penzberger Landschaftsplanerin Maria Probst, die den Krippenkindern schon mal einen neuen Spielbereich in Aussicht stellte. „Da gibt es dann auch einen Sandkasten und eine Fahrbahn für Bobbycars“, sagte sie. Probst hat in den Plänen auch eine Vogelnestschaukel und eine leichte Rasenböschung als „simulierten Spielhügel“ vorgesehen. Dazu gesellen sich ein Barfußpfad, ein Weidentipi sowie eine Natursteinmauer als Lichtschacht. 

Der neue Innenhof, der sich aus dem Geviert aus Alt- und Neubauten ergibt, soll eine zeitgemäße Gestaltung mitsamt einer funktionalen Wegeanbindung erhalten. Zwei Bäume sollen zudem im Eingangsbereich gepflanzt werden, dort soll auch der Maibaum seinen Platz finden. Darüber hinaus entstehen auf einem Areal im Süden, das von der Stadt aber erst angekauft werden muss, noch Kletter- und Balancierkombinationen.

Architekt Holzer plant die Maßnahme in drei Bauabschnitte zu unterteilen, die jeweils rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Der Startschuss soll heuer erfolgen, „2023 wollen wir dann fertig sein“, sagte Holzer.Michael Kühberger (FLP) wollte in diesem Zusammenhang wissen, ob die nun vorliegende Kostenschätzung in Höhe von 3,92 Millionen Euro auch haltbar sei. Holzer erwiderte, dass sich das Planerteam intensiv mit den Kosten auseinander gesetzt habe. Aber: „Es ist immer noch eine Schätzung“, räumte er ein. Gleichwohl sei der Baukostenindex mit einer Verteuerungsrate von fünf bis acht Prozent eingerechnet. „Ich habe deshalb ein sehr gutes Gefühl“, erklärte der Architekt. Er nahm noch eine Anregung von Regina Bartusch (SPD) auf, wonach auf dem Neubau auch gleich eine Photovoltaikanlage installiert werden könnte, denn auf dem Dach des Neubaus gebe es eine „sehr gute, rund 60 Quadratmeter große Fläche“. Allerdings brauche es dafür einen Grundsatzbeschluss. Für den warb dann auch Hardi Lenk (SPD): Auch wenn diese Fläche sicher zu klein sei, um sie den Stadtwerken zur Verfügung zu stellen, „dann machen wir die Photovoltaik-Anlage eben selbst“, sagte Lenk. Planer Holzer sagte zu, diesen Gedanken in den weiteren Planungen zu präzisieren. 

„Die Erweiterung, der Umbau und die Sanierung im laufenden Betrieb, das ist eine Herausforderung, aber auch ein Meilenstein für uns“, schloss Bürgermeisterin Elke Zehetner. Der Bauausschuss gab den Vorentwurf schließlich einstimmig frei. dd

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