Ein ständiges Spiel mit der Perspektive

So wird der Kreisverkehr beim Möbelhaus gestaltet: die beiden Wettbewerbssieger Michael Kastenbauer (2. von links) und Oliver Buck (2. von rechts) mit Justus Klement (links) und Hans Mummert.

Ein aus Stahlrohren gebogenes Stadtwappen wird den Kreisverkehr beim Penzberger Möbelhaus zieren. Der Entwurf von Michael Kastenbauer aus Oberhausen und Oliver Buck aus Antdorf hat das Rennen gemacht bei dem von der Stadt ausgelobten Gestaltungswettbewerb. Dass sich daran 41 Menschen aus Penzberg und der Umgebung beteiligt ha-ben, wertet Bürgermeister Hans Mummert als Indiz dafür, „wie sehr sich unsere Bürger mit ihrer Stadt identifizieren“. Das Votum der Jury, die sich im Finale unter acht zuvor ausgewählten Entwürfen zu entscheiden hatte, „ist mehrheitlich einstimmig ausgefallen“, wie der Bürgermeister anmerkte. Und das bedeutet, dass das Trio Hardi Lenk/Holger Fey/ Claudia Herdrich mit ihrer Stele „74 Nationen“ auf den zweiten Platz und Fabian Schleicher-Hofmeister mit der „Penzberger Flamme“ Rang drei belegte.

Hans Mummert war ganz ehrlich, als er bei der Vorstellung des Siegerentwurfs feststellte: „Wenn man den nur auf einem Blatt Papier sieht, haut er einen nicht recht vom Hocker.“ In der Tat entfaltet das Stadtwappen von Kastenbauer und Buck seine Wirkung erst, wenn man vor dem Modell steht. Dann nämlich wird die dreidimensionale Wirkung sichtbar, die dadurch erzielt wird, dass die Stahlkonstruktion das Wappen etwas in die Länge zieht. Stadtbaumeister Justus Klement jedenfalls zeigte sich von dieser Form der Interpretation ganz angetan: „Dadurch, dass vom Wappen nur die Umrisse dargestellt werden, wirkt das alles auf ungewöhnliche Weise leicht und transparent.“ Und es bietet bei der Um- fahrung des Kreisverkehrs ein ständiges Spiel mit der Perspektive. Für Michael Kastenbauer ganz entscheidend waren bei seinem Entwurf vor allem zwei Dinge: „Man sieht auf den ersten Blick, um was es sich handelt. Und dann ist das Wappen auch noch von beiden Fahrtrichtungen als solches zu erkennen.“ Realisiert werden soll die Skulptur aus rund acht Zentimeter dicken, weiß lackierten Stahlrohren - und zwar noch in diesem Jahr. „Ich denke schon, dass wir das heuer hinbekommen“, sagte Klement. Und damit das stählerne Wappen nicht einfach überfahren wird, will die Stadt das Kopsteinpflaster am Kreiselrand so erhöhen, „dass da kein Auto mehr drüberkommt“, wie Klement sagte. Dass Holger Fey und Hardi Lenk mit ihrem Entwurf einer Stele, die an die 74 in Penzberg lebenden Nationen erinnert, nur auf den zweiten Platz kamen, vermochte sie nicht zu enttäuschen. „Dieser Vorschlag ist ebenfalls sehr gut, nur nicht an diesem Standort“, urteilte Klement. Damit bezog er sich auf das Konzept des Modells, das vorsieht, auf einen Stahlträger für jede Nation eine Holzplatte zu montieren, die den Namen des jeweiligen Landes trägt und obendrein noch in die Himmelsrichtung der entsprechenden Hauptstadt weist. „Diese Skulptur lebt davon, dass man um sie herumgeht, sie anschaut und anfasst“, sagte Klement. In einem Kreisverkehr sei dies aber nicht möglich, weshalb der Stadtbaumeister und der Bürgermeister bereiots nach einem alternativen Platz gefahndet haben: „Das würde hervorragend in den geplanten Skulpturenpark am Schlossbichl pas- sen“, sagte Hans Mummert. So viel Glück wird der „Penzberger Flamme“ von Fabian Schleicher-Hoftmeister nicht beschieden sein. Der Entwurf des Kunstlehrers am Gymnasium mit dem geschwungenen und gelochten Stahlblech überzeufgte die Jury zwar durch ihre ästhetische Anmutung, allerdings sei die Flamme dann doch kein für Penzberg urtypisches Symbol, wie Klement anmerkte. Zum Trost erhält Schleicher-Hofmeister aber ebenso 300 Euro als Anerkennungsprämie wie die beiden Erstplatzieren. Und all die anderen, deren Entwürfe es nicht unter die ersten Drei geschafft haben, können ihre Zeichnungen und Modelle ab sofort im Bauamt wieder abholen.

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