Zwei Beschlüsse

Stecker und Stiefel: Diese Themen beschäftigen Sindelsdorfs Gemeinderäte

Blick auf den Eingang des Rathauses in Sindelsdorf.
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Auch die elektrischen Geräte im Sindelsdorfer Rathaus müssen überprüft werden.

Sindelsdorf - Elektrische Geräte und Feuerwehrstiefel: Damit beschäftigte sich der Gemeinderat in Sindelsdorf.

Nach und nach betreten die Sindelsdorfer Gemeinderäte den Gasthof zur Post, schreiten gemütlich die knarzenden Stufen hinauf zur Sitzung. Auf der Tagesordnung: die Jahresrechnung 2019, Bebauungspläne und Elektrogeräte. Die Elektrogeräte der Gemeinde müssen nämlich überprüft werden. Dass hierfür eine externe Lösung vorgesehen ist, lässt im Gemeinderat kritische Stimmen laut werden. Keine Bedenken gibt es dagegen an einer anderen Ausgabenstelle: Der Zuschuss für Feuerwehrstiefel wird nicht nur beibehalten, sondern sogar erhöht.

Firma prüft Geräte

Von der Kaffeemaschine über die Schreibtischlampen bis hin zum Kopierer: In der Gemeinde Sindelsdorf stehen schon bald die elektronischen Betriebsmittel auf dem Prüfstand, also alles mit Kabel und Stecker im Rathaus und im Kindergarten. Die Weilheimer Firma RFA Industrieservice soll mit dem Unterfangen beauftragt werden, teilt Bürgermeister Andreas Obermaier (CSU) in der Sitzung mit. Eine Aussage, die auf einige fragende Gesichter im Gremium stößt. Immerhin hätte sich gewiss auch eine interne Lösung finden lassen. Doch wie der Rathauschef berichtet, habe eine Prüfung verschiedener Angebote in Söchering stattgefunden. Dabei sei man zu dem Schluss gekommen, dass „die externe Lösung wirtschaftlicher ist“, so Obermaier. „Es ist ja kein Vertrag über zehn Jahre“, beschwichtigt der Bürgermeister, als der ein oder andere Zweifel geäußert wird, etwa, ob die geschätzten Kosten zwischen 1000 und 1500 Euro im Jahr für die Prüfung aller Elektrogeräte nach DGUV V3 wirklich Hand und Fuß haben.

Zuschuss von Gemeinde

„Ist da die Feuerwehr dabei?“, will da Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Gerhard Öttl (CSU) wissen. Obermaier nickt. Schließlich sollen auch die elektrischen Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr auf ihre Tüchtigkeit überprüft werden. Obwohl sich einige kritische Mienen ziehen, stimmt das Gremium am Ende geschlossen für die Prüfung der Elektrogeräte durch die Weilheimer Firma. Nichts zu kritisieren hatten die Räte dann beim finalen Punkt der Tagesordnung, „Festsetzung Zuschuss für den Kauf von Feuerwehrstiefeln“. Bisher, so Bürgermeister Obermaier, habe es beim Erwerb neuer Feuerwehrstiefel einen gemeindlichen Zuschuss von 100 Euro gegeben. Ein Grundsatzbeschluss soll diesen Zuschuss nun genau festhalten und -setzen. „Was kosten denn Einsatzstiefel“, fragt sich da Veronika Sonner (CSU), die im selben Zuge wissen will, ob sich jeder Feuerwehrler sein Schuhwerk selbst aussuchen könne. Ehe Gerhard Öttl das Wort ergreifen kann, tönt über die Reihen hinweg die von Augenzwinkern begleitete Bitte eines Gemeinderatskollegen, fünf Minuten Redezeit nicht zu überschreiten und zur Sache zu kommen. Öttl lacht. Der Kommandant schätzt die Kosten für ein Paar Stiefel auf 150 bis 160 Euro. Das sind jedoch lediglich die einfachen Exemplare, die den Freiwilligen ohnehin gestellt werden. Wenn sich ein Aktiver für ein anderes Modell oder eine andere Marke entscheidet, müsse er die Kosten selbst tragen, erhalte aber den besagten Zuschuss von der Gemeinde.

Selbst kaufen ist angesagt

Diesen kann man dann sicherlich gut gebrauchen. „Die gehen ja weit drüber“, mutmaßt Ronnie Strauch (CSU) zu den Kosten selbst gewählter Stiefel. Korrekterweise, wie ihm Öttl bestätigt. Und dennoch entscheide sich bei der Sindelsdorfer Feuerwehr mehr als die Hälfte der Aktiven dafür, das Schuhwerk selbst zu kaufen, berichtet der Kommandant. Eine Entscheidung, die Strauch gut nachvollziehen kann, immerhin könne man Equipment wie Helme leicht in der Größe anpassen, bei Stiefeln sei das anders. Diese Meinung scheinen die übrigen Gemeinderäte zu teilen: Das Gremium votiert abschließend für die Festsetzung des Zuschusses auf 150 Euro pro Paar. Antonia Reindl

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